Umleitungen und Ausfälle
Die Einschränkungen haben mehrere Gründe: Zum einen wurde ein Schaden an einer Eisenbahnbrücke in Opladen festgestellt, deswegen ist dort ein Gleis gesperrt. Zum anderen dürfen Züge auf der frisch sanierten Strecke zwischen Wuppertal und Hagen aktuell nur Tempo 70 fahren. Beides hat Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Brückenschaden Opladen: Verspätungen und Umleitungen Der Schaden an einem tragenden Bauteil der Brücke in Opladen wurde bei einer "routinemäßigen Prüfung" festgestellt, wie die Bahn mitteilt. Eins der beiden Gleise auf der Brücke ist deswegen "aus Sicherheitsgründen" nicht für Züge nutzbar. Weil der wichtige Streckenabschnitt nur noch eingleisig befahren werden kann, kommt es zu Verspätungen und Teilausfällen, heißt es auf der Webseite von zuginfo.nrw. Züge der Linie RE7 Richtung Krefeld Hbf fahren, werden über Wuppertal Hbf, Düsseldorf Hbf und Neuss Hbf mit Zusatzhalt in Wuppertal-Vohwinkel umgeleitet, wie zuginfo.nrw angibt. Die Haltestellen Solingen Hbf, Opladen, Köln Messe/Deutz, Köln Hbf und Dormagen entfallen. Das soll nach aktuellem Stand bis zum Montagmittag, 12 Uhr so bleiben. Züge der Linie RE7 Richtung Hagen Hbf fahren die gewohnte Strecke. Wie groß der Schaden an der Brücke ist und wie lange die Reparatur dauern wird - darüber will die Bahn informieren, "sobald verlässliche Aussagen möglich sind". Teilweise nur Tempo 70 auf sanierter Strecke Zu dem neu entdeckten Brückenschaden kommt die Tatsache, dass direkt nach der Wiedereröffnung Tempo 70 auf weiten Abschnitten der Strecke Wuppertal - Hagen galt. Das neue Schotterbett müsse durch das Gewicht der Züge erstmal fest geruckelt werden, erklärt die Bahn. Inzwischen gibt es die Beschränkung nur noch auf der 25 Kilometer langen Strecke zwischen Wuppertal und Hagen. Aber auch das führt zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen. Mehrere Linien sind davon betroffen (Stand: 13. Juli 2026, 6.41 Uhr). Die Züge der Linie RE4 werden laut zuginfo.nrw zwischen Dortmund Hbf und Düsseldorf Hbf in beiden Fahrtrichtungen umgeleitet. Sie fahren die Strecke über Bochum, Essen und Duisburg statt über Hagen und Wuppertal. Zwischen Dortmund Hbf und Hagen Hbf fahren die Züge der S5, zwischen Hagen Hbf und Wuppertal-Vohwinkel der Ersatzverkehr SEV S9. Der RE13 aus Richtung Venlo endet und beginnt in Düsseldorf Hbf. Die Folge sind Teilausfälle zwischen Düsseldorf Hbf und Hamm (Westf.) Hbf. National-Express-Züge der Linie RB48 zwischen Wuppertal Hbf und Köln Hbf fallen bis 20 Uhr aus. Die Züge auf der langen Strecke zwischen Wuppertal Hbf und Bonn-Mehlem verkehren planmäßig. Probleme auch im Fernverkehr Nach WDR-Informationen könnte die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Strecke zwischen Wuppertal und Hagen heute Mittag aufgehoben werden. Zunächst hieß es, sie bleibe noch bis Dienstag, 5 Uhr bestehen. Auch im Fernverkehr kann es aufgrund des Brückenschadens und des Tempolimits zu Einschränkungen kommen. So fällt am Montagmorgen etwa jeder zweite ICE von/nach Berlin über die Strecke aus und beginnt oder endet in Hamm statt Köln. Die IC-Züge auf der Strecke Dortmund - Köln - Karlsruhe fallen alle zwischen Dortmund und Köln aus. Bahnchaos der vergangenen Tage in NRW Am vergangenen Wochenende kam es zu mehreren Problemen im Bahnverkehr. Zuerst zwei Brandanschläge auf die Strecke zwischen Düsseldorf und Köln in NRW. Dann wurden die Schäden an der Brücke in Opladen festgestellt. Streckensperrung zwischen Wuppertal Hbf und Wuppertal-Oberbarmen Kurz darauf folgte die nächste Sperrung: Wegen eines Oberleitungsschadens sei die Strecke zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal Hbf überhaupt nicht befahrbar, hieß es am Samstagmittag. Das Ende der Reparaturarbeiten war zunächst "nicht abschätzbar". Gegen 16 Uhr konnte zumindest hier der Verkehr wieder rollen: Der Oberleitungsschaden war repariert. Schäden auf gerade frisch sanierter Strecke Bahnpendler werden sich die Augen reiben bei diesen Nachrichten: Sowohl Oberleitung als auch die beschädigte Brücke liegen auf der wichtigen Strecke Hagen-Wuppertal-Köln, die wegen einer Generalsanierung volle fünf Monate gesperrt war und erst am Freitagabend um 22 Uhr offiziell wieder freigegeben wurde. Nur Stunden später kam der Bahnverkehr auf diesem Korridor schon wieder zum Erliegen. "Komplettes Fiasko" Die Bahn hat die Brücke nach eigenen Angaben zuletzt Ende letzten Jahres untersucht. Dabei seien keine Schäden aufgefallen. Erst die "routinemäßige Prüfung" am Freitag führte offenbar zu der Erkenntnis, dass es ein Sicherheitsrisiko gibt. "Fiasko": WDR-Bahnexperte Niklas Hoth Nach fünf langen Monaten der Generalsanierung dieser wichtigen Strecke Hagen-Wuppertal-Köln gerate die Wiederinbetriebnahme "zum kompletten Fiasko", stellt WDR-Bahnexperte Niklas Hoth fest. Gestrandete Bahnreisende am Wuppertaler Hauptbahnhof Auf dem Wuppertaler Bahnhof waren am Samstag zwischenzeitlich viele Reisende erstmal gestrandet. Das Chaos sei "nicht wirklich überraschend", fand der sichtlich genervte Nils aus Wuppertal, "ich hatte damit ehrlicherweise schon gerechnet". Sein Zug nach Düsseldorf hatte da schon eine halbe Stunde Verspätung. "Vielleicht", so der junge Mann, "fahre ich doch mit dem Auto".