UN-Wetterorganisation: El Niño macht Extremwetter jetzt wahrscheinlicher
In den kommenden Monaten und darüber hinaus steigt laut den Vereinten Nationen (UN) die Wahrscheinlichkeit, dass Hitzewellen, Starkregen und andere extreme Wetterlagen weltweit öfter auftreten. Das verstärkte Wetterphänomen El Niño sei eine der Ursachen für die Häufung, teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in ihrem monatlichen Klima-Bericht mit. El Niño werde auch zu einem zusätzlichen Anstieg der globalen Temperaturen führen, sagte der WMO-Wissenschaftler Alvaro Silva. El Niño wird an Stärke zulegen Die Stärke des immer wieder auftretenden Wetterphänomens wird in schwach, moderat, stark oder sehr stark eingestuft. Die WMO-Prognose sieht den diesjährigen El Niño bislang auf der zweithöchsten Stufe. "Die Bedingungen für El Niño haben sich im tropischen Pazifik entwickelt und werden den Vorhersagen zufolge in den kommenden Monaten schnell an Stärke gewinnen", teilte die UN-Behörde mit. Es wird erwartet, dass sich El Niño während es Herbstes auf der Nordhalbkugel weiter verstärken wird. Bereits 2024 war durch El Niño zum heißesten jemals gemessenen Jahr geworden. Hitzewelle in Europa ... In diesem Jahr waren in Europa durch eine frühe Hitzewelle im Juni mehrere Hitzerekorde gebrochen worden. Frankreich erlebte den heißesten Tag seit Beginn der Messungen, und im brandenburgischen Neißemünde-Coschen wurde am 28. Juni mit 41,7 Grad ein neuer deutscher Rekordwert gemessen. Auch die Meere waren im Juni noch nie so warm. Eine neue Hitzewelle ist für Spanien angekündigt. Am kommenden Wochenende werden Temperaturen von mehr als 40 Grad erwartet. Spätestens ab Sonntag werde es im Südwesten des Landes, aber auch im Norden und Nordosten richtig heiß, warnte der nationale Wetterdienst Aemet. ... und auch in den USA Zurzeit leiden auch die Menschen in den USA unter einer Hitzewelle. In der Hauptstadt Washington wurden nach Angaben des Wetteramtes am Donnerstag 112 Grad Fahrenheit (knapp 39 Grad Celsius) gemessen. Damit sei ein 128 Jahre alter Temperaturrekord für einen 2. Juli übertroffen worden. Auch in der Metropole New York ächzten die Menschen unter der Hitze: Im Central Park erreichte die Temperatur am frühen Nachmittag 38 Grad Celsius, an anderen Orten in New York kletterte das Thermometer auf 40 Grad Celsius, ein Rekordwert für einen 2. Juli. Auch im weiter nördlich gelegenen Boston wurde mit 37 Grad Celsius ein Tagesrekord aufgestellt.