UN Women: Jede zweite Afghanin verlässt höchstens zweimal im Monat das Haus
Knapp fünf Jahre nach der Übernahme Afghanistans durch die islamistischen Taliban verlassen afghanische Frauen kaum noch ihr Zuhause. 52 Prozent der befragten Frauen hätten ihr Haus nur zweimal oder weniger oft im Monat verlassen, berichtet die Frauenorganisation der Vereinten Nationen, UN Women. Demgegenüber stünden 96 Prozent der befragten Männer, die ihr Haus jeden Tag verließen, schreibt die Organisation in einer aktuellen Publikation. Dafür wurden nach Angaben von UN Women in zwei Runden landesweit über 2000 Personen als repräsentative Gruppe befragt. Die Ergebnisse unterscheiden sich zwischen ländlichen und urbanen Regionen. Befragung: Verschlechterung psychischer Gesundheit Am 15. August 2021 hatten die Taliban nach einer Blitzoffensive die afghanische Hauptstadt Kabul eingenommen. In den folgenden Jahren schränkten sie die Rechte von Mädchen und Frauen im Land drastisch ein. Weiterführende Schulen und Universitäten dürfen sie etwa nicht besuchen. Auch aus Teilen des Arbeitslebens werden sie herausgedrängt. 65 Prozent der für UN Women befragten Frauen gaben an, dass sich ihr Leben nach der Übernahme der Taliban schlechter entwickelt habe, als sie das vorher erwartet hatten. Besonders die massiven Einschnitte im Zugang zu Bildung für sich und ihre Kinder geben sie in der Befragung als Gründe für die verschlechterte Perspektive an.