Unbemerkte Schwangerschaft: Alysha hielt Wehen für Medikamenten
Dass sie im Sommer 2026 Eltern sein würden, damit hatte weder Alysha MacDougall aus Massachusetts noch ihr Verlobter Carl Pina gerechnet. Zwar hatte die 33-Jährige in den Monaten vor der Geburt an Schwangerschaftssymptomen gelitten, aber die hatte sie als Nebenwirkungen ihres GLP-1-Medikaments abgetan (siehe Box). Sichtbare Anzeichen hatte es dagegen keine gegeben. Auch als sie im Februar plötzlich starke Blutungen bekam und unter «qualvollen Bauchschmerzen» litt, wie Ashley sagt, ahnte niemand, dass sie wenig später ihren Sohn in den Armen halten würde. Doch genau das geschah. Noch im Rettungswagen kam der kleine Julian auf die Welt, in der 22. Schwangerschaftswoche und damit viel zu früh. Erst jetzt konnten Alysha und Carl ihren Überraschungs-Spross mit nach Hause nehmen. Ein großes Glück, wie das «People Magazine» schreibt. Denn dem extremen Frühchen war zunächst nur eine Überlebenschance von 15 Prozent attestiert worden. Julian entwickelte sich «wirklich fantastisch», berichtet ABC News. Zwar wurde der fünf Monate alte Junge mit Sauerstoffunterstützung entlassen, doch laut Jaclyn Boulais, der medizinischen Leiterin der Neonatologie-Intensivstation im Tufts Medical Center in Boston, ist Julian insgesamt «ein gesundes Baby». Es kommt immer wieder vor, dass Frauen ihre Schwangerschaft nicht bemerken (siehe Box). Schwangerschaften, die bis zur 20. Schwangerschaftswoche unentdeckt bleiben, werden von Fachleuten als kryptische Schwangerschaft oder Gravitas suppressalis bezeichnet. Häufig sind auch Begriffe wie verdrängte, verleugnete oder unbemerkte Schwangerschaft gebräuchlich. Schwangerschaften dieser Art gelten als Risikoschwangerschaften – wichtige medizinische Kontrollen fehlen. Warum eine Schwangerschaft unentdeckt bleibt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Grundsätzlich unterscheiden Fachleute zwischen zwei Formen, die auch gleichzeitig auftreten können: Von einer solchen spricht man, wenn eine Frau zwar körperliche Veränderungen oder andere Anzeichen wahrnimmt, diese jedoch anders deutet oder psychologisch verdrängt – etwa aufgrund von Stress, belastenden Erfahrungen, sozialem Druck oder der Angst vor den möglichen Folgen einer Schwangerschaft. Eine solche liegt vor, wenn die körperlichen Anzeichen kaum oder gar nicht wahrnehmbar sind oder so unspezifisch ausfallen, dass sie übersehen oder anders erklärt werden. «Alle Schwangerschaftsanzeichen können sehr subtil sein – insbesondere dann, wenn eine Schwangerschaft gar nicht in Betracht gezogen wird», sagte Aline Hohl, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und leitende Ärztin in der Ladies Permanence Stadelhofen, im Jahr 2024 zu 20 Minuten.