und Autohauskette – „nicht durchzuhalten“
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„Nicht durchzuhalten“: Insolvenz von großer Autohaus- und Werkstattkette – 31 Standorte, 1000 Mitarbeiter
Von: Richard Strobl
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Eine große Kette von Autohäusern und Werkstätten geht in die Insolvenz. Mit einem Sanierungsplan will man sich neu aufstellen und die 31 Standorte erhalten.
Siegen – Die nächste Insolvenz aus dem Autosektor. Die traditionsreiche Wahl-Gruppe aus Siegen will sich in eigener Regie neu aufstellen. Das geht aus einer Mitteilung des 1898 gegründeten Unternehmens selbst hervor. Der Geschäftsbetrieb soll in normalem Umfang weitergeführt werden. Erst vor wenigen Tagen hatte auch Deutschlands größter Renault-Händler Insolvenz angemeldet.
Die Geschäftsführung der Wahl-Gruppe hat nach eigenen Angaben Anträge auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das heißt, dass das bisherige Management im Amt bleibt. Ihr wird lediglich vom Gericht ein Sachverwalter zur Seite gestellt, der das Vorgehen beaufsichtigt. Ziel ist die Firma zu sanieren und wieder auf gesunde Beine zu stellen.
1898 gegründet: traditionsreiche Autohandelsgruppe geht in die Insolvenz
Die Geschäftsführung will laut Mitteilung gemeinsam mit einem Team aus erfahrenen Experten in den nächsten Monaten eine tragfähige Sanierungslösung für die Wahl-Gruppe erarbeiten und mit den Stakeholdern abstimmen. Wir werden die Sanierungsverfahren nutzen, um den bereits eingeschlagenen Weg der Neuaufstellung fortzusetzen und abzuschließen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns das gelingen wird. Mit der avisierten Neuaufstellung soll eine Zukunftsperspektive für die zahlreichen Standorte und das weitreichende Händlernetzwerk geschaffen werden“, werden Thomas Wahl und Sanierungsexperte Dr. Jürgen Erbe zitiert.
Über die Wahlgruppe:
Die Wahl-Gruppe betreibt 31 Autohäuser und Meisterwerkstätten in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Der Hauptsitz des inhabergeführten Familienbetriebs liegt in Siegen. Insgesamt 16 Automarken gehören zum Portfolio. Besonders ist der Bezug zu BMW: Die Wahl-Gruppe ist nach eigenen Angaben der älteste aktive BMW-Händler der Welt.
Gegründet wurde die Wahl-Gruppe 1998 vom gelernten Kupferschmied Philipp Wahl. Mittlerweile besteht die Wahl-Gruppe aus einem Verbund von sechs Gesellschaften. Für alle sei nun das Sanierungsverfahren begonnen worden.
Die Standorte der Wahl-Gruppe: Aachen, Betzdorf, Brilon, Brühl, Dautphetal, Dillenburg, Düren, Frankenberg, Fritzlar, Gießen, Kassel, Koblenz, Korbach, Köln, Limburg, Mainz, Marburg, Montabaur, Schwalmstadt, Siegen, Werdohl, Wetzlar, Wiesbaden.
Hintergrund des Insolvenzverfahrens sei eine „Kombination von Herausforderungen“, heißt es vonseiten der Wahl-Gruppe. Man spricht von Kostensteigerungen bei gleichzeitigen Umsatzrückgängen „aufgrund von geopolitischen Verwerfungen der letzten Jahre“. Besonders in den letzten Monaten habe man eine starke Kaufzurückhaltung der Kunden erlebt. Auch bei Reparaturen in den Werkstätten der Gruppe habe man die Zurückhaltung gespürt: Die Kunden hätten „durch die allgemein gestiegenen Kosten weniger im Portemonnaie und müssen daher auch bei ihren fahrbaren Untersätzen finanziell gesehen mitunter einen Gang herunterschalten, was bei uns zu Umsatzrückgängen führt“, so die Analyse von Wahl.
Diese Kombination sei für das Familienunternehmen über den Zeitraum von mehreren Jahren „nicht durchzuhalten“ gewesen. Man sei aber überzeugt, dass man sich durch das Sanierungsverfahren für die Zukunft aufstellen könne.
Der Betrieb in den insgesamt 31 Standorten von Wahl laufe unterdessen in vollem Umfang weiter. „Wir sind und bleiben im wahrsten Sinne des Wortes die erste Wahl für Neu- und Gebrauchtwagen sowie die Reparatur von Autos und Motorrädern.“ Die Löhne und Gehälter der knapp 1000 Mitarbeiter seien bis Ende November über das Insolvenzgeld gesichert. Ab Dezember will man dann schon wieder so aufgestellt sein, dass man diese aus dem Betrieb erwirtschaften könne. (Verwendete Quellen: Mitteilung Wahl-Gruppe)