Und es kann doch agil sein!- Rennrad-News
Avona Callis 32: Infos und Preise
Avona lehnt sich weit aus dem Fenster: „Wir wollten 32-Zoll hassen, aber die Daten haben unsere Meinung geändert“, sagt der Hersteller, der heute als Erster ein performanceorientiertes 32-Zoll-Gravelbike auf den Markt bringt. Statt eines einzelnen Prototypen kommt ein in Sachen Gewicht und Aerodynamik optimierter Carbonrahmen, der in verschiedenen Größen Fahrerinnen und Fahrer ab 1,65 m bedienen will – also durchaus auch Kleinere. Welche Daten haben die kleine Marke Avona überzeugt, auf 32-Zoll zu setzen? Die Effizienz, klar. Und hier sieht man einen Vorteil von 5 bis 18 Watt für das neue Bike, je nach Geschwindigkeit und Untergrund auf dem gefahren wird. Wohlgemerkt Aero-Nachteile schon in Rechnung gestellt (mehr dazu unten). Der Sieg von Leon Kaiser beim Finale der UCI Gravel World Series auf dem neuen Gravelbike dürfte insofern Wasser auf die Mühlen der Macher gewesen sein. Der Aufwand war nicht unerheblich: Neben dem vollkommen neuen Rahmenset gibt es auch neue Laufräder der Eigenmarke Faserwerk, die mit geringem Gewicht den Fahrdynamik-Nachteilen von 32-Zoll-Gravelbikes entgegenwirken sollen. Mit Preisen ab 5.799 € für das Komplettrad liegt das Avona Callis 32 dabei in der oberen Mittelklasse. Das bekannte Avona Callis (hier zum Avona Callis Test) läuft weiter, wurde aber nicht weiterentwickelt. Die wichtigsten Eckdaten.
Laufradgröße 32 Zoll, Reifen 50-686 ab Werk
Reifenfreiheit bis 55 mm (mit 6 mm Luft)
Rahmenmaterial Carbon
Gewicht Rahmenset 1.728 g inklusive aller Anbauteile, lackiert (Herstellerangabe)
Gewicht Komplettrad 8,35 kg (Herstellerangabe, Größe L)
Antrieb nur 1-fach, SRAM XPLR 13s oder Mullet-Aufbau
Größen M, L, XL
Farben Deep Olive, Carbon Clear Coat, Ultra Violet
Modelle Rival XPLR 13s, Force XPLR 13s, Red PM XPLR 13s, Rahmenset
Verfügbar sofort, Komplettrad mit Shimano GRX 1×12 Di2 folgt im 1. Quartal 2027
avona.cc
Preis ab 5.799 € (Komplettrad), Rahmenset 3.599 €
Was ist neu?
Da das Avona Callis ganz neu auf die 32-Zoll-Räder gestellt wurde, ist sehr viel neu. Einige Elemente am neu entwickelten Rahmen sind typisch für die junge Gattung. So macht das Sitzrohr einen Bogen, um Platz für die Reifen zu schaffen, und das Steuerrohr muss besonders kurz ausfallen, um eine tiefe Sitzposition zu ermöglichen. Anderes sah man an den bisherigen 32-Zöllern noch nicht oft, wie den Werkstoff Carbon an Rahmen und Gabel – Marken-Gründer Jonas Müller bringt die Konstruktions-Erfahrung in Taiwan ein. Aber auch 32er-Gravelbikes mit aero-optimierten Rohrformen gab es bisher nur als Einzelstücke.
Neue Belege für 32-Zoll-Effizienz
Was spricht für 32-Zoll? Avona argumentiert über den Rollwiderstand. Das Unternehmen nennt für 35 km/h eine Ersparnis von 8 bis 13 Watt, abhängig von Untergrund und Reifen. Grundlage sind Vergleichstests nach der Virtual-Elevation-Methode (auch als Chung-Methode bekannt). Avona beruft sich hier auf eigene Tests und unter Performance-Jüngern bekannte Messungen von John Karrasch a.k.a flexfitbyjohn auf Instagram. Beide kamen angeblich zu ähnlichen Ergebnissen. Gegenüber 700c fällt der Rollwiderstand bei 29 km/h auf Asphalt um 7 W, auf Gravel der Kategorien 1 bis 3 um 11 W, 13 W und 11 W.
Um zu ermitteln, wie viel des Rollvorteils ein höherer Luftwiderstand der großen Reifen gegenübersteht, ging Avona mit dem fertigen Rad in den Windkanal. Im GST-Windkanal maß Avona bei gleicher Konfiguration, also mit denselben Laufrädern und Reifen (Schwalbe G-One RX in 50 mm auf Newmen G.62), einen Unterschied von 1,2 bis 3,1 W bei 35 km/h. Bei den Außentests ist von 2 W mehr Luftwiderstand die Rede.
Aus beiden Datensätzen hat Avona die Leistungsersparnis für vier Szenarien berechnet, jeweils im Best Case und im Worst Case: Asphalt bei 40 km/h sowie Gravel der Kategorien 1 bis 3 bei 35, 30 und 28 km/h. Auch im Worst Case, also mit dem höchsten gemessenen Aero-Nachteil und dem kleinsten Rollwiderstandsvorteil, bleibt demnach in allen Szenarien eine Ersparnis. Nach dem Diagramm liegt sie auf Asphalt grob zwischen 2 und 6,5 W, auf Gravel zwischen etwa 4 und 13 W.
Gewicht: 7 % Aufschlag zum Callis 700c
Aber bekanntermaßen gehen 32-Zoll-Laufräder auch mit Nachteilen einher: mehr Gewicht durch mehr Reifenmasse und ganz allgemein größere Dimensionen sind zwei davon. Auch die Sitzposition kann ohne Spezialmaßnahmen nicht so sportlich ausfallen und der Radstand wird nie besonders kompakt. Dennoch wollte Avona in Sachen Sitzposition, lebendiges Handling und Gewicht möglichst nicht deutlich hinter 700c-Gravelbikes zurückbleiben.
In Sachen Gewicht hat Avona viel herausgekitzelt: Der Rahmen soll lackiert 898 g wiegen, das ist weniger als manches neue 700c-Gravelbike mit großer Reifenfreiheit auf die Waage bringt. Die Gewichte im Überblick:
Rahmen: 898 g
Gabel: 409 g
Sattelstütze samt Klemmung: 171 g plus 25 g
Steuersatz: 71 g
Expander: 27 g
Steckachsen: 58 g
Flaschenhalterschrauben: 10 g
Deckel des Staufachs im Rahmen: 59 g
Rahmenset gesamt (Avona): 1.728 g
Der Rahmen bietet Platz für zwei große Flaschen und besitzt ein integriertes Staufach, das unter dem Flaschenhalter untergebracht ist. Das Callis 32 ist ausschließlich für 1-fach-Antriebe ausgelegt, hat eine UDH-Schaltaufnahme und eine Flat-Mount-Aufnahme für 160-mm-Bremsscheiben, die sich auf 180 mm erweitern lässt.
Mit einer Gewichtszulassung von 130 kg hat das Avona Callis auch für größere und schwerere Fahrerinnen und Fahrer die passende Freigabe seitens des Herstellers. Gut so, denn für diese sind 32-Zöller an sich schon interessant.
Ausstattung: drei Modelle ab 5.799 €
Das Avona Callis kommt gleich zum Modellstart in drei verschiedenen Ausstattungsvarianten und richtet sich in Sachen Ausstattung klar an ein performanceorientiertes Publikum. Los geht es ab 5.799 Euro mit SRAM Rival XPLR, wobei hier neue Faserwerk Kornkreis Carbon-Laufräder der eigenen Komponenten-Marke bereits an Bord sind. Alle Modelle basieren auf dem identischen Rahmenset.
Callis 32 Rival XPLR 13s 5.799 €, Faserwerk Kornkreis mit DT-Swiss-350-Naben
Callis 32 Force XPLR 13s 6.599 €, Faserwerk Kornkreis mit DT-Swiss-350-Naben, Faserwerk-Cockpit
Callis 32 Red PM XPLR 13s 8.999 €, Powermeter, Faserwerk Kornkreis mit DT-Swiss-240-Naben, Faserwerk-Cockpit
Callis 32 Rahmenset 3.599 € mit Faserwerk-Cockpit und Sattelstütze
Ein Modell mit Shimano GRX 1×12 Di2 soll im ersten Quartal 2027 folgen.
Typisch für Avona ist, dass die Ausstattung in einer Art Baukasten-System individuell geändert werden kann. So auch beim Callis 32-Zoll-Gravelbike. Die Optionen umfassen unter anderem Cockpit-Dimensionen, verschiedene Sattelstützen (dazu später mehr) und Kurbellängen. Auch beim Laufradsatz gibt es 2 Optionen.
Laufräder und Reifen
Ganz neu ist der 32-Zoll-Carbon-Laufradsatz Faserwerk Kornkreis, der in Deutschland per Hand aufgebaut wird. Die Carbonfelge hat 42 mm Felgenhöhe und 27 mm Innenweite und besitzt ein Felgenbett mit Haken (hooked). Mit DT-Swiss-240-Naben soll der Laufradsatz 1.494 g wiegen und kostet 1.699 €, mit DT Swiss 350-Naben sind es 1.567 g für 1.499 €. Avona empfiehlt die hauseigenen Laufräder für ein ausgewogenes Fahrverhalten mit lebendigem Charakter.
Wer es mehr auf Highspeed auf langen Schotterstrecken abgesehen hat, kann zu Option Nummer 2 greifen. Das ist der gerade erst vorgestellte Newmen G.62 Laufradsatz mit 62 mm Felgenhöhe und 45 mm Außenbreite, der die Aerodynamik noch einmal verbessern dürfte, aber auch das Fahrverhalten in Richtung träge verschiebt. Beim Reifen setzt Avona auf den Schwalbe G-One in 50 mm, wahlweise als RS oder RX. Die Kette ist an allen Modellen eine CeramicSpeed UFO Waxed.
Cockpit und Sattelstütze
Cockpit, Sattelstütze und Kettenblatt stammen wie die Laufräder von Faserwerk. Beim Cockpit Luftschneider sind Vorbaulänge (75 bis 120 mm) und Lenkerbreite (380 bis 420 mm) frei wählbar. Die Aero-Sattelstütze Wuthocker ist eine direkte Übernahme vom aktuellen Callis 700c. Es gibt sie mit 0, 15 oder 30 mm Versatz. Das spielt für die Sitzposition eine Rolle, dazu unten mehr.
Antrieb
Am Antrieb sitzt ein Faserwerk-Kettenblatt namens Zahnscheibe mit 40 Zähnen, 3 mm Offset und 142 g. Das eigene Kettenblatt ist Pflicht, da hierüber die Kettenlinie am Boost-Hinterbau korrigiert wird.
Geometrie: 3 Größen, Kompaktheit
Die Geometrie eines 32-Zoll-Bikes ist die eigentliche Herausforderung. Wie gestaltet man Rahmen und Gabel so, dass das Rad einigermaßen kompakt und agil bleibt und nicht wie ein „Dickschiff“ durch die Landschaft walzt? Gleichzeitig soll die Sitzposition trotz der großen Laufräder sportlich bleiben. Beides hat Avona adressiert.
Aber fangen wir bei den Rahmengrößen an. Das Avona Callis 32 will mit den 3 Größen M, L, XL Fahrerinnen und Fahrer von 1,65 m bis rund 2 m bedienen – ausdrücklich bleiben Kleine also außen vor. Vor Ort berichtete eine Kollegin, die etwas unter 1,65 m groß ist, über einen guten Fit auf Größe M.
Avona nutzt die Wahlmöglichkeiten des Konfigurators dabei geschickt, um 2 verschiedene Fit-Optionen anzubieten. Eine progressive, nach vorn orientierte Position, wie sie Racer bevorzugen, gibt es mit der Sattelstütze ohne Setback und längerem Cockpit bei einem effektiven Sitzwinkel von 76°. Eine traditionelle Sitzposition resultiert mit der 30 mm Setback-Sattelstütze und kürzerem Cockpit (bei einem effektiven Sitzwinkel von 74°). Dabei erweitert die nach vorn orientierte Sitzposition auch den Bereich, in dem eine Rahmengröße noch für eine bestimmte Körpergröße fahrbar ist. Anders gesagt: Der jeweils kleinere Rahmen kann damit von größeren Menschen gefahren werden. Wie sich das mit der Überstandshöhe verträgt (M: 808 mm, L: 834 mm, XL: 863 mm), muss man ausprobieren.
In unserer Geometrie-Datenbank könnt ihr das Avona Callis 32 mit anderen Gravelbikes vergleichen. Einfach auf die Links in der Tabelle unten klicken. Ein direkter Vergleich mit Non-32-Zoll-Gravelbikes ist jedoch nur bedingt aussagekräftig – am ehesten noch, was die Sitzposition angeht, also Stack und Reach.
Das Bestreben um eine kompakte Radbasis mündete in 440-mm-Kettenstreben, was gemessen an 700c-Maßstäben lang klingt, aber für 32er kurz ist. Auch den Nachlauf wollte Avona trotz der größeren Räder nicht übermäßig anwachsen lassen (Hintergrund: Mehr Abstand der Vorderrad-Achse zum Boden ergibt bei gleichen Winkeln und gleicher Gabelvorbiegung mehr Nachlauf). Als Gegenmaßnahme erhöhte Avona die Gabelvorbiegung auf 60 mm und musste so den Lenkwinkel mit 70° nicht zu sehr abflachen – hier zeigt sich der Vorteil einer eigens gefertigten Gabel gegenüber dem Einbau bestehender Lösungen für breite 29er Reifen. Der Reach wuchs gegenüber dem Callis 700c um 10 mm, was sich über einen kürzeren Vorbau ausgleichen lässt.
Avona Callis 32 auf dem Kurs
Ich war am Rand des Sea Otter Europe in Girona mit einem Callis 32 in L mit SRAM Force AXS XPLR unterwegs, zuerst einige Kilometer auf Asphalt und Schotter, später einige Kilometer auf dem Final-Teil der UCI-Gravel-Rennstrecke.
Was ich im kurzen Test erfahren habe
Die Sitzposition passte mir mit 1,80 m auf Anhieb, ohne Anpassung. Ohne Spacer unter dem Cockpit fiel die Überhöhung zwischen Sattel und Lenker ziemlich genau so aus, wie ich es von eigenen Gravelbikes gewohnt bin. Der Fit Guide von Avona würde ebenfalls Größe L für 1,80-Meter-Fahrer wie mich vorsehen.
Schon die ersten Meter auf dem Sea Otter Festival-Gelände waren eine gelungene Überraschung: Das Callis 32 geht deutlich lebendiger nach vorn, als ich es nach meiner letzten 32-Zoll-Gravelbike-Testfahrt kannte – dass das Gefühl sich trotz eher Sneakern auf Plattformpedalen einstellte, verleiht dem Eindruck noch mehr Gewicht. Während das damalige Custom-Stahl-32-Zoll-Gravelbike wirklich eher behäbig in Fahrt trottete, wirkt das Avona Callis im Antritt nicht viel anders als übliche Race-Gravelbikes mit dicken Reifen.
Auch wie sich das Callis in Kurven legen lässt, unterscheidet sich deutlich vom Prototyp. Man kann durchaus mit ihm spielen und es einfach in die Schräglage bringen. Auf Gewichtsverlagerungen reagiert es prompt, bewahrt auch in engeren Kurven noch die Freude am Fahren. Auf dem verwinkelten, mit Felsen gespickten und nicht gut einsehbaren Finalkurs des UCI-Gravelrennens zeigt sich aber auch, dass es sich beileibe nicht wie ein CX-Bike behände von der einen in die andere Richtung werfen lässt.
Allerdings präsentiert es auf dieser Strecke auch seinen großen Vorteil. Denn das Avona rollt einfach leichter über alles drüber, die ausgewaschene Fahrspur, größere Steine – um alles muss man sich weniger einen Kopf machen – und weniger mit dem Körper ausgleichen. Das schont schon auf der kurzen Strecke die Nerven, auf langen Strecken dürfte es auch einiges an Kraft sparen.
Hinzu gesellt sich eine überlegene Traktion, die ich schon bei der ersten 32-Zoll-Testfahrt merkte und die sich hier erneut bestätigt. Mehr Grip in jeder Situation stiftet auch mehr Vertrauen beim schnellen Kurvenfahren – mit mehr Zeit, sich an die Möglichkeiten zu gewöhnen, dürfte ein anderer Fahrstil resultieren. Auf der groben Rennstrecke des Festivals mit langen Bodenwellen, Waschbrett und harten Steinen macht sich auch ein sehr hoher Komfort bemerkbar, der wahrscheinlich ebenfalls den größeren Reifen geschuldet ist.
Was ich nicht testen konnte
Die Kürze der Testrunde lässt naturgemäß einige Fahreigenschaften im Dunkeln, obwohl die offensichtlichen Unterschiede zu bisherigen 32-Zoll-Bikes selbst auf den paar Kilometern sehr deutlich zu spüren waren. So kann ich nichts über die Kletterqualitäten sagen. Naheliegend ist, dass die langen Streben und die Form des Reifenabdrucks die Traktion bergauf deutlich verbessern. Gleichzeitig könnte das hohe Cockpit zu aktiverer Fahrweise an Steilstücken zwingen. Gleichzeitig scheint mir auch eine Mullet-Übersetzung mit Mix aus MTB-Kassette und kleinem Kettenblatt das Gebot für Otto-Normal-Fahrer zu sein. Wenn 32-Zoll-Gravelbike mit SRAM XPLR-Antrieb, dann mit sehr kleinem Kettenblatt, besser sogar noch kleiner als die von Avona zunächst angebotenen 40 Zähne. Bleibt abzuwarten, was Avona noch an eigenen Kettenblättern der Marke Faserwerk nachschiebt.
Auch zum Highspeed-Verhalten auf Schotter fehlt mir ein Fahreindruck. Mutmaßlich dürfte auch das eine Stärke des Avona Callis 32 sein. Aber über der Steifigkeit der Gabel und der Laufräder, die dabei gefragt ist, stehen für mich einstweilen noch Fragezeichen.
Leon Kaiser, der das Callis 32 schon länger im Training fährt und am selben Tag beim Gravel-Rennen damit startete, sieht es so: Er kommt vom Mountainbike und findet das Rad näher an einem 29er-MTB als an einem klassischen Gravelbike, nur etwas schneller und steifer. Besonders beeindruckten ihn Grip und Traktion in steinigen Abfahrten und Waschbrettpassagen, und er schätzt den Komfort, den er so deutlich nicht erwartet hatte.
Das ist uns aufgefallen
Handling Das Callis 32 wirkt auf den ersten Kilometern nicht träge, sondern lebendig, auch wenn es um enge Kurven geht.
Grip und Komfort Die große Aufstandsfläche bringt viel Traktion, und der größere Radumfang rollt besser über Hindernisse. Beides war im Fahrtest überdeutlich zu spüren. Es ist logisch, dass das gerade auf langen Distanzen Kraft spart, testen konnten wir es nicht.
Sitzposition Mit zwei Sattelstützen-Versätzen und den Vorbaulängen lassen sich progressive und traditionelle Sitzpositionen einstellen. Kleinere Fahrer sollten vor dem Kauf ausprobieren, wie das Rad mit hoher Überstandshöhe passt. Und: richtig radikal tief sitzt man auf dem Avona Callis 32 nie.
Reifenwahl Ab Werk gibt es nur den Schwalbe G-One in 50 mm und Faserwerk- oder Newmen-Laufräder. Wie groß die Auswahl für 32 Zoll im Zubehör ausfällt, bleibt offen, mit mehr Auswahl ist aber erst nächstes Jahr zu rechnen, aktuell sind ausschließlich MTB-Reifen im Handel.
Für wen? Wer wirklich so viel profitiert, dass die Investition in ein Performance-Gravelbike mit neuen Standards lohnt, ist die spannende Frage. Die eindeutigste Antwort: Racer, die auf langen Strecken unterwegs sind, je länger desto mehr. Aber das Callis 32 kann auch schlicht für sportliche Gravel-Fahrer auf der Heimatstrecke den Speed-Spaß erhöhen und den Komfort.
Für wen besser nicht? Wer aufs Budget achten muss, wer es gern besonders spielerisch mag oder wer deutlich kleiner als 165 cm ist, denn dort endet der Fit Guide für Größe M.
Fazit: Avona Callis 32 erster Test
Auch nach einer kurzen Testfahrt lässt sich sagen: Das Avona Callis 32 ist der erste Beweis dafür, dass 32-Zoll Gravelbikes auch agil und dynamisch sein können. Dazu kommen die inzwischen weithin anerkannten gattungstypischen Vorteile des effizienteren Abrollverhaltens und gesteigerten Gripps. Und nochmal on top gibt es endlich ein konkurrenzfähiges Gewicht. Damit und mit der vielseitigen Geometrie hat das Avona Callis 32 erstmal das Zeug eine kleine Erfolgswelle loszutreten. Persönlich würde ich für viele Strecken gerne öfter 32-Zoll fahren, aber ob ich es zu meinem einzigen Gravel Bike machen würde…
Pro / Contra
Stärken
Rollverhalten
Traktion
Komfort
Agilität
Schwächen
Nicht für alle Körpergrößen
Um- und Nachrüstbarkeit (noch)
Die Katze ist aus dem Sack – was sagt ihr zum Avona Callis 32-Zoll-Gravelbike?
Testablauf
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Text: Jan Gathmann / Fotos: Avona, Gathmann