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Ungarn: Wegen Donaupegel - AKW entgeht Abschaltung knapp

Welt

Es sei sehr knapp gewesen: "Wir waren nachts einen Millimeter entfernt", sagte Ungarns Premierminister Peter Magyar am Dienstag vor dem Kernkraftwerk Paks. Derzeit sei nach wie vor eine von acht Turbinen des AKW in Betrieb. Ein komplettes Abschalten des Kernkraftwerks habe unmittelbar bevorgestanden, doch der Pegelstand sei um drei Zentimeter gestiegen. Meteorologen seien zuversichtlich, dass ab Donnerstagabend mit erheblichen Niederschlägen in den Einzugsgebieten Österreichs zu rechnen sei. Das könnte die Lage der Donau verbessern, aber – so der Regierungschef weiter – es gebe keine Garantie, bis tatsächlich Regen falle. Zum Artikel: Kommt die Atomkraft zurück? Das sagen Experten und Verbände dazu Angespannte Versorgungslage Magyar hatte in dieser Woche das Kernkraftwerk Paks besucht, das in normalen Zeiten rund 45 Prozent der Energieversorgung Ungarns abdeckt. Weitere knapp 25 Prozent wird aus Solarstrom gewonnen, sowie 25 Prozent aus Erdgas und Kohle. Magyar postete auf seiner Facebook Seite ein Video: Es zeigte den Regierungschef, der vor der sogenannten Wasserentnahmestelle des AKW rund 15 Minuten die sehr angespannte Versorgungslage detailliert erläuterte. Appelle an Bevölkerung und Unternehmen Premierminister Magyar hatte bereits in den vergangenen Tagen große Unternehmen, die öffentliche Verwaltung und die privaten Haushalte aufgefordert, den Stromverbrauch in den Abendstunden zwischen 17 und 22 Uhr deutlich zu verringern. Ungarn stünde vor einer "beispiellosen Energiekrise", hatte Magyar seinen Landsleuten gesagt. Sollten sich die Industrieunternehmen nicht daran halten, könnten die Firmen vorübergehend vom Netz genommen werden. Diese Appelle würden befolgt, erklärte der Premier in dieser Woche. "Wir sind allen dankbar, die ihre eigenen Annehmlichkeiten oder sogar die Rentabilität ihres Unternehmens zurückgestellt haben und erkannt haben, dass wir diese beispiellose Energiekrise nur gemeinsam erfolgreich bewältigen können." Es sei eingetreten, "was sich viele von uns nicht einmal vorstellen konnten und was auch die Betreiber und Planer des Kraftwerks noch in den letzten Jahren für ausgeschlossen gehalten hatten." Aufgrund des beispiellosen, rekordtiefen Wasserstands der Donau sei die Stromerzeugung in Paks mit Ausnahme einer einzigen Turbine in den Reaktorblöcken vollständig eingestellt worden. Ungarns Industrieverband: Provisorische Lösungen bald erschöpft Vertreter des ungarischen Industrieverbandes warnten, zwar könnten sich die Unternehmen kurzfristig weiterhin an die freiwillige Verpflichtung anpassen, den Verbrauch zu reduzieren. Aber noch ein oder zwei Wochen könnten die vorübergehenden Lösungen allmählich erschöpft sein. Dann würden tatsächliche Produktionsreduzierungen für immer mehr Unternehmen unvermeidlich werden.

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