DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +1,30 % 4.437,30 USD 23:00:00 Silber +0,18 % 65,11 USD 22:59:58 Brent 0,00 % 88,52 USD 22:59:58 WTI 0,00 % 82,40 USD 22:59:59 Bitcoin -0,12 % 62.946,12 USD 14:16:26 EUR/USD +0,37 % 1,15730 USD 23:29:57 EUR/GBP +0,11 % 0,85480 GBP 00:09:58 EUR/CHF +0,34 % 0,94060 CHF 23:29:57 EUR/JPY +0,38 % 184,365 JPY 23:29:57

Ungefährdeter Sieg Amanal Petros krönt sich zum Marathon-Europameister

Sport

Als Petros sich - ohne einen Verfolger direkt auf den Fersen - der Ziellinie näherte, hatte er sich bereits eine Deutschland-Fahne am Streckenrand geschnappt und über die Schultern gehängt. Dann hob er die rechte Hand, schlug symbolisch das über die Strecke gesperrte Siegerband durch, ballte die Fäuste und schrie laut auf. Alle Anspannung fiel von dem für Hannover 96 startenden Topläufer ab und machte europameisterlicher Freude Platz. Petros wurde mit seinem Sieg in EM-Rekordzeit zum Nachfolger von Teamkollege Richard Ringer und ist erst der zweite Deutsche, der Marathon-Gold bei einer Leichtathletik-Europameisterschaft gewonnen hat. Ringer hatte bei der EM 2022 in München triumphiert, damals hatte Petros Platz vier belegt. Im Olympiajahr 2024 war bei der EM in Rom nur ein Halbmarathon im Programm gewesen. "Die Strecke war furchtbar, mir tut alles weh" Auf einer extrem anspruchsvollen Strecke in der Innenstadt von Birmingham - einem 5-Kilometer-Rundkurs mit vielen Steigungen und Kurven, der achtmal gelaufen werden musste - präsentierte sich DLV-Läufer Petros von Beginn an hoch konzentriert und gut vorbereitet. "Mein Ziel war Gold - und das hat super geklappt. Die Strecke heute war aber furchtbar, mir tut alles weh. Es gab mehr als 120 Kurven, die waren ziemlich scharf. Berg runter und wieder hoch. Das war eine riesengroße Herausforderung", sagte Petros im Sportschau-Interview - und kündigte einen Besuch beim Physiotehrapeuten an. Gute Teamarbeit in der ersten Renn-Hälfte Neben Petros hatten in der ersten Hälfte des Rennens auch seine Teamkollegen Richard Ringer, Simon Boch und Samuel Fitwi das Tempo hochgehalten. So schaffte es das deutsche Quartett, das Feld der Verfolger mehr und mehr auseinander zu ziehen. Erik Hille und Tom Thurley, die ebenfalls zum DLV-Team zählten, fielen im Feld der insgesamt 59 Läufer allerdings schon recht früh zurück. Petros verschärft das Tempo entscheidend Etwa bei Kilometer 25 verschärfte der 31 Jahre alte Petros an einer Bergauf-Passage das Tempo und bewies, dass er in Topform ist. Seine Vorbereitung im Trainingslager auf 2500 Meter Höhe in Kenia zahlte sich im EM-Rennen eindrucksvoll aus. "Das hat sich gelohnt", sagte Petros. Die Konkurrenz musste abreißen lassen, behielt den DLV-Läufer aber zunächst noch im Auge - so gut das eben ging auf der kurvigen Strecke. Bei Kilometer 35 betrug Petros' Vorsprung vor der ersten Verfolgergruppe, zu der auch Richard Ringer und Samuel Fitwi gehörten, dann aber etwa 50 Sekunden. Diese Lücke war schließlich zu groß, als dass sie die Konkurrenz auf den letzten Kilometern noch hätte komplett schließen können. Petros gewann am Ende in EM-Rekordzeit von 2:09:11 Stunden vor dem Italiener Pietro Riva (2:09:18) und Gashau Ayale aus Israel (2:09:21). Zielsprint von Tokio ist endgültig Geschichte Dem Deutschen gelang es mit seinem ersten großen Titel bei einer internationalen Meisterschaft auch, den dramatischen Ausgang des Zielsprints von der WM in Tokio im vergangenen Jahr zu überwinden. Damals hatte ihm Alphonce Felix Simbu aus Tansania auf der Ziellinie den Sieg um drei Hundertstelsekunden entrissen. Dennoch bleibt WM-Silber natürlich als großer Erfolg unvergessen. DLV-Männer auf Platz zwei in der Teamwertung Die anderen deutschen Marathonläufer hatten auf den letzten Kilometern dem Tempo von Amanal Petros nichts mehr entgegenzusetzen, durften sich aber am Ende mit dem Goldmedaillen-Gewinner noch über Platz zwei für Deutschland in der Marathon-Teamwertung freuen. Platz eins sicherte sich Israel, das französische Team belegte den dritten Platz. Mit dem früheren deutschen Rekordhalter Samuel Fitwi (2:09:47) als Neuntem und Titelverteidiger Richard Ringer (2:10:05) auf Platz zehn kamen zwei weitere Läufer in die Top 10 der Einzelwertung. Simon Boch (2:12:55) lief auf Platz 21, Erik Hille (2:16:22) auf Rang 28 und Tom Thurley wurde 37. in 2:18:56 Stunden. Fabienne Königstein muss aufgeben Auch im Marathon der Frauen zeigte sich, wie anspruchsvoll und herausfordernd die hügelige Rundkurs-Strecke für die 52 Teilnehmerinnen war. So musste etwa DLV-Läuferin Fabienne Königstein, die in der Meldeliste auf Rang vier rangierte, sieben Kilometer vor dem Ziel aufgeben. Dabei hatte die 33-Jährige als Ziel eine Medaille ausgegeben. Insgesamt galt es, auf den 42,195 Kilometern 700 Höhenmeter zu bewältigen. Der Respekt, den einige Läuferinnen schon vor dem Start mit Blick auf das Streckenprofil geäußert hatten, war also allemal berechtigt. Rückstand wird schnell zu groß Mit der Finnin Vainio, der WM-Fünften im vergangenen Jahr in Tokio, hatte sich gleich unmittelbar nach dem Start um 7.30 Uhr Ortszeit die europäische Jahresbeste vom restlichen Feld abgesetzt. Nur Königstein konnte zu Beginn für einige Kilometer mit dem hohen Tempo von Vainio noch mithalten. Aber spätestens bei der Halbmarathon-Marke war der Rückstand von Königstein und ihrer Teamkameradin Laura Hottenrott, die als Bergläuferin an Auf-und-Ab-Strecken gewöhnt ist, mit rund drei Minuten schon sehr groß. Und so war schnell klar, dass die Deutschen bei der Medaillenvergabe leer ausgehen würden. Alisa Vainio überlegene Siegerin Wer im Feld der restlichen Läuferinnen auf einen Einbruch der Führenden Vainio gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die 28-Jährige zeigte bis zum Schluss nicht den Hauch einer Schwäche. Am Ende feierte sie einen souveränen Start-Ziel-Sieg in 2:22:26 Stunden. Ihr Vorsprung auf die Zweitplatzierte Lili Vindics-Toth aus Ungarn (2:27:21) betrug Minuten. Bronze gewann die Britin Abbie Donnelly (2:27:33). Laura Hottenrott beste Deutsche Als beste Deutsche lief Laura Hottenrott in 2:31:15 Stunden auf Rang 16 ins Ziel. Tabea Themann beendete den Marathon als 23. (2:35:18), Katharina Saathoff belegte Platz 32 (2:39:34) und Nina Reuter wurde 41. (2:42:34). In der Teamwertung rangieren die deutschen Marathonläuferinnen auf dem fünften Platz. Großbritannien siegte vor Italien, Spanien und Ungarn.

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