„Ungeheuer respektlos“: Trump zieht über Harry und Meghan her - er hätte sie an Charles’ Stelle nicht zurückgenommen
Der britische Prinz Harry und seine Frau Herzogin Meghan waren vergangene Woche nach mehr als sechs Jahren aus den USA nach Großbritannien zurückgekehrt. Zwar ist bisher nicht völlig klar, ob die beiden planen, dauerhaft in England zu bleiben, oder ob es sich um einen längeren Aufenthalt handelt, wie die Agentur dpa berichtet. Bei vielen auf der Insel hatte die Nachricht auf jeden Fall Begeisterung ausgelöst.
US-Präsident Donald Trump hat seine eigene Meinung zu Harry und Meghan. „Ich fand, sie haben die königliche Familie sehr respektlos behandelt“, sagte er dem Nachrichtenportal „U.S. News“ zufolge vor Journalisten im Oval Office. Vor allem der Umgang gegenüber Queen Elizabeth II. und ihrem Sohn und Harrys Vater, dem heutigen King Charles III., sei „ungeheuer respektlos“ gewesen.
Der Republikaner zeigte sich erleichtert über die Ausreise der beiden. „Ich bin froh, dass sie weg sind. Ich war kein Fan“, sagte er demnach weiter. Auf einer Aufzeichnung des Senders CBS News ist Gelächter im Raum zu hören.
Trump betonte, dass er an der Stelle des britischen Königshauses anders reagiert hätte. „Wenn ich Teil der königlichen Familie wäre, hätte ich ihn nicht zurückgenommen“, sagte er weiter. Der Präsident kritisierte Meghan ausdrücklich: „Mir gefiel nicht, wie sie sich verhalten hat“, sagte er mit Blick auf die britische Königsfamilie.
Hintergrund des Zerwürfnisses von Harry und Meghan mit dem Königshaus waren vor allem Konflikte über die royale Rolle des Paares, den Umgang mit Medien und Sicherheitsfragen sowie Meghans Behandlung innerhalb der königlichen Familie. Verschärft wurde der Streit durch später öffentlich erhobene Vorwürfe des Paares.
So hatte Meghan, deren Mutter schwarz und deren Vater weiß ist, gesagt, dass es innerhalb der königlichen Familie während ihrer Schwangerschaft mit ihrem Sohn „Bedenken und Gespräche darüber gegeben habe, wie dunkel seine Haut bei der Geburt sein könnte“. Prinz William, Harrys älterer Bruder, verteidigte die Familie nach diesen Vorwürfen und sagte: „Wir sind nicht rassistisch.“
Dass der US-Präsident nicht gut auf die beiden zu sprechen ist, dürfte mindestens einen Grund haben. Meghan Markle hatte Trump während des US-Wahlkampfs 2016 in einer US-TV-Show als „spalterisch“ und „frauenfeindlich“ bezeichnet, wie unter anderem „The Independent“ berichtete.
Meghan, damals noch Schauspielerin, sagte zudem, sie werde womöglich in Kanada bleiben, wenn Trump Präsident werde. Zwei Jahre später heiratete Meghan Harry und wurde Teil der britischen Royals. Trump nannte Meghans damalige Äußerungen später „böse“. Meghan wurde in Kalifornien geboren. Sie lebte allerdings von etwa 2011 bis 2017 überwiegend im kanadischen Toronto, weil dort die Serie „Suits“ gedreht wurde.
Prinz Harry hatte erst Anfang des Jahres in einer ungewöhnlich scharf formulierten Mitteilung Respekt von Trump für die Opfer der amerikanischen Nato-Verbündeten in Afghanistan gefordert. Trump hatte zuvor mit abfälligen Äußerungen zu Nato-Truppen am Hindukusch Empörung in Großbritannien und Polen ausgelöst..
Trump schwärmt von Queen Elizabeth und Charles
Der 41-jährige Herzog und seine vier Jahre ältere Frau hatten sich Anfang 2020 von ihren royalen Pflichten losgesagt und waren ins kalifornische Montecito gezogen. Es folgten aufwühlende Jahre mit schwerwiegenden Vorwürfen gegen den Palast – das Verhältnis von Harry zu seinem 77-jährigen Vater, König Charles III., und insbesondere zu seinem Bruder, Thronfolger Prinz William (44), litt enorm.
In den vergangenen Jahren hatte Harry mehrfach erklärt, seine Familie aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht nach Großbritannien bringen zu wollen. 2025 wies das Berufungsgericht seinen Einspruch gegen eine Entscheidung des Innenministeriums ab, wonach er und seine Familie bei Reisen nach Großbritannien nicht mehr automatisch den gleichen Sicherheitsstatus bekommen wie der Rest der Royals.