Unicredit: Neuer Affront gegen den Commerzbank-Vorstand
Frankfurt. Die italienische Großbank Unicredit hat bei der Vorlage ihrer Quartalszahlen die möglichen finanziellen Effekte einer Commerzbank-Übernahme skizziert. „Die Commerzbank entwickelt sich von einer attraktiven Finanzbeteiligung zu einer strategischen Transaktion mit erheblicher industrieller Wertschöpfung“, teilte Unicredit am Donnerstag mit. „Wir erwarten, Kapital insgesamt zu einer Rendite auf das zugewiesene Kapital von 15 Prozent einzusetzen.“ Damit würden sich für Unicredit die Wachstumskurve, Ausschüttungen und Kennzahlen je Aktie weiter verbessern, heißt es weiter bei der Bank aus Mailand. Die Transaktion solle „2026 bis 2028 zu einem zweistelligen Wachstum des Nettoergebnisses führen und zusätzlich zum bereits zweistelligen Wachstum des Gewinns je Aktie und der Dividende der Aktie“ beitragen. Unicredit hatte Anfang Juli sein öffentliches Übernahmeangebot abgeschlossen und besitzt nun knapp die Hälfte aller Commerzbank-Anteile. Deshalb gilt der Erfolg einer Übernahme unter Fachleuten mittlerweile als unausweichlich. Die Kontrolle kann die Bank de facto auch so ausüben. Unicredit geht davon aus, die nötigen Genehmigungen womöglich bereits im vierten Quartal dieses Jahres zu erhalten, wie die Präsentation zu den Quartalszahlen zeigt. Dort spricht die Großbank nun erstmals offiziell davon, die Kontrolle zu übernehmen und „eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, falls nötig“.