Union 17,5 und AfD 30,5 - gackert’s dem Hahn auf dem Mist
Gestern Unionsalarm. Mit 18 Prozent zwei Punkte unter 20 und AfD hoch auf 30. Heute Unionsalarm. 17,5 Union und AfD 30,5. Ein, zwei Prozentpunkte und ein halber sind für sich keine Marken, aber als Trend werden sie unübersehbar. Bei der Union geht’s nur noch runter.
Bei der CDU kracht’s im Gebälk und das Fundament bebt. CDU-Schulze in Sachsen-Anhalt kündigte noch vor zwei Tagen geschlossene Abstimmung gegen die AfD bei der Wahl des Landtagspräsidenten an. Gestern sagte Schulze, die CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt werde sich bei der Wahl enthalten. Damit bekäme der AfD-Kandidat heute auch ohne das BSW eine Mehrheit.
Doch das heißt noch viel mehr, Schulze ist nicht sicher, wer aus seiner Fraktion den AfD-Kandidaten wählen könnte – noch schlimmer für die CDU, er weiß, dass einige den AfD-Kandidaten wählen dürften, wahrscheinlich weiß er genau wer. So einer führt keine Fraktion. Auf deren Vorsitz hat er sich nur gerettet, um nach der Abwahl als Ministerpräsident weiter ungefähr gleich viel zu verdienen. Das wissen seine Fraktions-Mitglieder natürlich sehr gut und das schürt so manche Wut.
Es geht längst nicht mehr um Sachsen-Anhalt und MeckPomm und den Osten. Im Westen laufen der Union mehr davon. Und Schulzes gibt es überall. Wer das Innenleben von Parteien (in dieser Hinsicht kein anderes als im Schreber-Garten- oder Kleintierzucht-Verein) kennt und hier die Bedeutung von persönlichen Hahnen- wie Hennenkämpfen, weiß auch, die explodieren in Krisenzeiten. In der CDU der täglich neuen Schreckensnachrichten herrscht ein mindestens so explosives Klima wie in der SPD, wo Klingbeil und Bas mit Frau Schwesig die künftige Parteivorsitzende schon kennen.
In der CDU kräht noch der Hahn auf dem Mist, der morgen schon ein anderer ist.