Unpatchbarer Fehler in Apple A12 & A13: Forensik- verklagt Security-Firma
Normalerweise wird Apple direkt verklagt, wenn der iPhone-Konzern Fehler gemacht oder Kunden auf andere Art schlecht behandelt haben könnte. Doch bei einer schwerwiegenden Lücke in den Prozessoren der A12- und A13-Baureihe, die in diversen älteren Apple-Geräten stecken, bekriegen sich nun zwei Sicherheitsfirmen: Dabei geht es um die Frage, wer der tatsächliche Entdecker war und ob die Lücke hätte offengelegt werden dürfen – denn sie war wertvoll. Es ist bereits Klage eingereicht worden (Case 1:26-cv-03781-VMC, U.S. District Court for the Northern District of Georgia, Atlanta Division). Weiterlesen nach der Anzeige Magnete gegen Paradigmenwechsel Erstmals öffentlich gemacht hatte das Problem das Cybersecurity-Unternehmen Paradigm Shift. Es führte aus, dass in A12 und A13 eine Boot-ROM-Lücke steckt, die Apple nachträglich nicht patchen kann. Resultat: Geräte bis hoch zum iPhone 11 können potenziell per Jailbreak geknackt und damit vollständig offengelegt werden. Einzige Rettung ist das Upgrade auf neuere Geräte, denn die Software im Boot-ROM ist unveränderlich. Es gibt also keine Möglichkeit, das Loch zu flicken. Neu sind solche Schwierigkeiten nicht: Schon mit der Lücke „checkm8“ von 2019 konnten Geräte bis zum iPhone X übernommen werden. Dennoch hat die neue Lücke, von Paradigm Shift „usbliter8“ genannt, für viel Wirbel gesorgt, denn das iPhone 11 läuft auch noch mit Apples neuestem Betriebssystem, dem im Herbst erscheinenden iOS 27. Nun gibt es Ärger aufgrund einer anderen Tatsache: Paradigm Shift soll nicht das Unternehmen sein, das „usbliter8“ tatsächlich entdeckt hat. Das behauptet die Firma Magnet Forensics, die Forensiklösungen anbietet, also etwa zum Auslesen ganzer iPhones fähige Software. Mit der Offenlegung wurde Magnet Forensics‘ Geschäft also geschädigt, argumentiert die Firma. Wechsel von Forensik- zu Sicherheitsfirma Laut Klage, die im Juni eingereicht wurde, soll die Lücke, die Paradigm Shift bekannt gemacht hat, auf einer Arbeit basieren, die bei Magnet Forensics erfolgt war. Dessen ehemaliger Angestellter Mario Del Gaudio habe daran geforscht. Der Mann ging dann aber zu Paradigm Shift, wo dann der Bug publiziert wurde. Del Gaudio habe dadurch „Geschäftsgeheimnisse“ verraten. Die Klage richtet sich sowohl gegen Del Gaudio persönlich als auch gegen Paradigm Shift. Dort reagierte man bereits und nahm zumindest den entsprechenden Blog-Eintrag mit näheren Ausführungen von der Website. Die Blogposting-Seite wird nun mit „nicht erreichbar“ gelistet. Magnet Forensics möchte sowohl Schadenersatz als auch die Durchsetzung eines Unterlassungsanspruchs. Del Gaudio habe zwischen November 2023 und November 2024 bei Magnet Forensics gearbeitet und dafür ein Geheimhaltungsabkommen unterzeichnet. Er habe die Aufgabe gehabt, an der „sensibelsten proprietären Fähigkeit“ von Magnet Forensics zu arbeiten: einer Zero-Day-Lücke. Das scheint „usbliter8“ gewesen zu sein. Doch die Lücke kann Magnet Forensics nun nicht mehr für seine Sicherheitstechnik verwenden, die unter anderem an Behörden verkauft wird. Aktuell ist unklar, ob das Verfahren zugelassen wird. Es gilt als offenes Geheimnis, dass Forensik- und Hacking-Firmen über eine Reihe von Zero-Day-Fehlern verfügen, um iPhones zu knacken. Diese können sechs bis siebenstellige Beträge wert sein. Weiterlesen nach der Anzeige Empfohlener redaktioneller Inhalt Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.