Unregelmäßige Periode? Leitlinien empfehlen Untersuchung auf PMOS
Startseite Verbraucher Jede achte Frau betroffen: Warum unregelmäßige Regelblutungen jetzt ernst genommen werden sollen Uns auf Google folgen Unregelmäßige Periode? Neue NHS-Leitlinien empfehlen den Test auf PMOS – eine Hormonstörung, die Millionen Frauen betrifft. London – Millionen von Frauen mit unregelmäßigen Regelblutungen sollen nach einem neuen Entwurf der Leitlinien des National Institute for Health and Care Excellence (Nice) auf eine chronische Hormonstörung untersucht werden. Personen mit unregelmäßigen oder ausbleibenden Menstruationszyklen und Anzeichen eines Überschusses männlicher Hormone sollten demnach auf das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS) untersucht werden. Die Empfehlungen richten sich vor allem an Hausärzte im staatlichen Gesundheitssystem NHS. Content-Partnerschaft Dieser Artikel von Michael Searles entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk Frauen mit einer entsprechenden Diagnose sollen anschließend jährlich von ihrem Hausarzt zu Kontrolluntersuchungen einbestellt werden, um Symptome und Behandlung zu überwachen und die Risiken möglicher langfristiger Gesundheitsprobleme zu managen. Ziel ist es, Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen und Therapien gegebenenfalls anzupassen, damit Beschwerden besser gelindert werden können und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt wird. PMOS wurde bis vor Kurzem noch als polyzystisches Ovarialsyndrom bezeichnet, bevor internationale Experten eine Umbenennung forderten, um klarzustellen, dass die Erkrankung nicht ausschließlich die Eierstöcke betrifft. Rund eine von acht Frauen, bis zu vier Millionen Betroffene im Vereinigten Königreich, leidet unter der Störung, doch viele wissen nach Angaben von Fachleuten nicht, dass sie daran erkrankt sind. Frühere Diagnose und jährliche Kontrollen im Fokus Die Verantwortlichen bei Nice drängen nun darauf, die Erkrankung früher zu diagnostizieren und für bereits bekannte Betroffene eine jährliche ärztliche Überprüfung einzuführen. Dadurch sollen kontinuierliche Betreuung, bessere Aufklärung und engmaschigere Nachsorge gewährleistet werden. Die Leitlinien sollen für mehr Einheitlichkeit in der Behandlung sorgen und verhindern, dass Patientinnen über Jahre ohne klare Diagnose und unterstützende Maßnahmen bleiben. Allerdings gehen die Empfehlungen nicht so weit, Laser-Haarentfernung für durch die Krankheit verursachten übermäßigen Haarwuchs zu empfehlen, wie es einige Interessengruppen gefordert hatten. Der verstärkte Haarwuchs ist eine Folge erhöhter männlicher Hormonspiegel und kann für Patientinnen psychisch sehr belastend sein. Dennoch blieb Nice bei der Einschätzung, dass eine Kostenübernahme durch den NHS derzeit nicht gerechtfertigt sei. Nach Berechnungen von Nice würde die Bekämpfung des mit PMOS verbundenen Haarwuchses, der als Hirsutismus bezeichnet wird, den NHS in England bis zu 100 Millionen Pfund pro Jahr kosten. In den Leitlinien heißt es, es gebe einen „Mangel an klinischen Nachweisen und Unsicherheit hinsichtlich der Kosteneffektivität“ dieser Behandlungen. Vor diesem Hintergrund blieb der Vorschlag auf andere, bereits etablierte Therapieformen fokussiert. Empfohlene Behandlungen und Betreuung Stattdessen enthält der Entwurf eine Reihe anderer Empfehlungen, darunter den Einsatz der Antibabypille, um übermäßigen Haarwuchs zu kontrollieren. Zudem werden verschiedene zusätzliche Vorschläge gemacht, die die Kinderwunschbehandlung, Unterstützung bei psychischen Problemen und langfristige Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit PMOS abdecken. Ergänzt wird dies durch Ratschläge zu passenden Veränderungen des Lebensstils und weiteren klinischen Maßnahmen, die angeboten werden könnten. PMOS ist eine lebenslange Erkrankung, die das Risiko erhöht, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafapnoe, Fettleber, psychische Störungen sowie Schwangerschaftskomplikationen zu entwickeln. Der Einfluss auf die Lebensqualität kann zu Depressionen und Angststörungen führen, und Essstörungen treten bei PMOS-Betroffenen überproportional häufig auf, wie die Verantwortlichen betonen. Eine strukturierte Betreuung soll helfen, körperliche und seelische Belastungen früh zu erkennen und besser zu behandeln. Bewusstsein schärfen und Versorgung vereinheitlichen Marie Anne Ledingham, beratende Fachärztin für Frauen- und reproduktive Gesundheit bei Nice, sagte: „PMOS ist eine häufige, aber oft übersehene Erkrankung, die die Gesundheit und das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen kann. Die Empfehlung einer einfachen jährlichen Kontrolle ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass Betroffene die kontinuierliche Versorgung und Überwachung erhalten, die sie benötigen.“ „Diese neue Leitlinie wird dazu beitragen, die Versorgung zu vereinheitlichen, das Bewusstsein für die Erkrankung zu erhöhen und eine frühere Diagnose und Behandlung zu unterstützen.“ Mit den geplanten Änderungen hofft Nice, dass weniger Frauen über Jahre mit unerklärten Beschwerden leben und sich die Ergebnisse von Therapie und Prävention deutlich verbessern.