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Unruhen an hunderten Schulen: 440 Festnahmen und 31 Verletzte bei teils gewaltsamen Schülerprotesten

Welt

In Frankreich haben sich teils gewaltsame Schülerproteste gegen schlecht ausgestattete Gebäude und zu lange Schultage ausgeweitet. Im Rahmen der Proteste sind nach Regierungsangaben 440 Menschen festgenommen worden.

Bei Unruhen an etwa 416 Schulen im ganzen Land wurden 31 Menschen verletzt, wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. Mindestens zehn Beschäftigte des Bildungswesens seien verletzt worden, erklärte Bildungsminister Édouard Geffray.

Unter den Verletzten seien ein Lehrer, der im Norden des Landes geschlagen worden sei, sowie ein Schulleiter, der im Département Hauts-de-Seine durch einen Feuerwerkskörper verletzt worden sei, erklärte Geffray im Onlinedienst X. Ein weiterer Schulleiter sei im Département Essonne mit dem Tod bedroht worden. „Diese Gewalt ist unsäglich“, schrieb der Minister.

Minister warnt vor Streik als Rechtfertigungsgrund

Das Demonstrationsrecht sei eine grundlegende Freiheit, dürfe aber nicht als Rechtfertigung für solche Taten dienen, erklärte Geffray weiter. „Wer sie legitimiert oder in diesem Zusammenhang zur Ausweitung der Blockaden aufruft, bringt unsere Schüler ebenso wie die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Gefahr. Das ist unverantwortlich.“

Etwa 45 Schulen wurden blockiert; an 46 weiteren gab es Blockadeversuche. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

200.000 Euro Schäden durch Schulproteste in Frankreich

Die Region Ile-de-France schätzte die Schäden auf etwa 200.000 Euro. In Lyon wurden Polizisten mit Wurfgeschossen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Schülerinnen und Schüler protestieren unter anderem wegen fehlender Mittel und gegen häufige Unterrichtsausfälle.

Auch Studierende mehrerer Universitäten beteiligten sich an den Protesten, etwa in Paris, Toulouse und Nizza. Die linkspopulistische Partei La France Insoumise unterstützt die Proteste.

Beamte im öffentlichen Dienst gehen auf die Straße

Schülergewerkschaften hatten zu einem Aktionstag am Dienstag aufgerufen, weil davon unabhängig bereits Protestaktionen im öffentlichen Dienst gegen zu niedrige Gehälter geplant waren. Landesweit waren etwa 170 Demonstrationen angemeldet. Mehrere Gewerkschaften riefen zu Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Dienst auf.

Im öffentlichen Dienst sind die Gehälter seit 2017 insgesamt um etwa fünf Prozent angestiegen, während die Inflation im selben Zeitraum bei rund 24 Prozent lag. „Wenn der Index eingefroren wird, dann bedeutet es eine Gehaltssenkung für Millionen von Menschen, die unter den OECD-Ländern bereits zu den am schlechtesten bezahlten zählen“, sagte sie CGT-Gewerkschaftschefin Sophie Binet dem Sender BFM. Sie appellierte an die Regierung, dies bei den anstehenden Haushaltsverhandlungen zu berücksichtigen.

Nach Angaben des Bildungsministeriums beteiligten sich etwa 14 Prozent der Lehrer an den Streiks, bei Grundschullehrern waren es 40 Prozent. Ein Lehrer verdient in Frankreich zu Beginn seiner Karriere etwa 2100 Euro. Erst nach etwa 30 Berufsjahren steigt das Gehalt deutlich an.

Französische Feuerwehrleute beklagen zu niedrige Gehälter

Die Feuerwehrleute beklagen ihrerseits zu niedrige Gehälter, insbesondere nach dem Extremsommer und der Bekämpfung von Großbränden in mehreren Landesteilen. „Frankreich verbrennt und die Feuerwehr auch“, hieß es auf einem Transparent bei einer Demonstration im westfranzösischen Nantes. In Paris rechneten die Behörden mit etwa 20.000 bis 40.000 Demonstranten.

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