DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,02 % 64.323,00 USD 08:09:33 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

„Unseriös“: Deutsche Bahn schießt gegen ZDF

Nation

Ein Wort steht im Zentrum des Streits um die ZDF-Doku über die Deutsche Bahn: „unseriös“. So bezeichnet der Konzern die Reportage „Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“, in der ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hinter die Kulissen der Generalsanierung blickt und auf marode Infrastruktur, „Uralttechnik“ und Sicherheitsmängel stößt. Ausgestrahlt wurde die Sendung am Dienstag im Öffentlich-Rechtlichen, seit Sonntag ist sie in der Mediathek abrufbar. Noch am Sendetag reagierte die Bahn scharf: Der Film basiere „in weiten Teilen rein auf Behauptungen und Meinungen“ und enthalte „methodische Fehler“. Was steckt hinter dem Streit? Ein Überblick über die zentralen Vorwürfe. Was die ZDF-Doku der Bahn vorwirft Im Zentrum des Films steht die Frage, was „kaputtgespart“ konkret bedeutet. ICE-Führer Matthias Grün berichtet von „Langsamfahrstellen“, die ihn ausbremsen – weil ständig gebaut wird oder die Substanz zu marode ist, um schneller zu fahren. Bahnexperte Hans Leister, früher selbst Regionaldirektor, nennt die Sanierung des Korridors Berlin–Hamburg „absurd“. Dort würden rund 700 Signalanlagen neu aufgestellt – aus seiner Sicht über 50 Jahre alte „Uralttechnik“, die Lokführer weiter dazu zwinge, im Vorbeifahren rote und grüne Lämpchen zu erkennen. Auch das tödliche Zugunglück von Burgrain vom 3. Juni 2022, bei dem fünf Menschen starben, greift der Film auf. Ein internes Papier soll zeigen, dass Reparaturen aus Geldmangel verschoben wurden und Vorgesetzte Boni für Pünktlichkeitsziele erhielten. „In hohem Maße unseriös“: Der Konter beim Belgien-Vergleich Am schärfsten fällt das Urteil der Bahn beim Pünktlichkeitsvergleich mit Belgien aus. Diesen nennt der Konzern „in hohem Maße unseriös“ – hier würden „Kirschen mit Kürbissen“ verglichen. Der Kern des Vorwurfs: Die im Film genannte belgische Quote von rund 92 Prozent umfasse sämtliche Zugverkehre. Belgien fahre aber überwiegend Nahverkehr auf einem Fünftel des deutschen Netzes. Im fairen Vergleich, dem gesamten Personenverkehr, lag die DB 2025 bei 88 Prozent – annähernd gleiches Niveau. Zweiter Punkt: Der Film nenne für Deutschland nur die Fernverkehrsquote von 60,1 Prozent. Dass im Regionalverkehr, mit dem die meisten Reisenden unterwegs sind, 88,7 Prozent der Züge pünktlich ankommen, erfahre der Zuschauer nicht. Die niedrige Fernverkehrszahl räumt die Bahn dabei selbst als unbefriedigend ein. Digitale Stellwerke: Wo das ZDF nachbessern musste Auch beim Thema Digitalisierung wehrt sich die Bahn. Die Behauptung, sie verfüge über kein einziges digitales Stellwerk, sei „faktisch falsch“. Das erste ging demnach bereits 2018 in Annaberg-Buchholz in Betrieb. Aktuell betreibt die DB nach eigenen Angaben drei vollständig digitale Stellwerke und über 20 weitere mit digitalen Elementen im Echtbetrieb. Allein 2025 seien 64 Stellwerke erneuert worden. Das ZDF hat an dieser Stelle reagiert: Laut Doku-Beschreibung wurden zwei Grafiken korrigiert. In einer war die Zahl der digitalen Stellwerke mit null angegeben – richtig seien drei. In einer zweiten Grafik wurde „Fernverkehr“ in „Personenverkehr“ geändert. Unglück von Burgrain: aufgeklärt oder verschwiegen? Beim Unglück von Burgrain betont die Bahn, den Fall nach dem Bericht einer unabhängigen Kanzlei „lückenlos“ aufgeklärt und Konsequenzen gezogen zu haben, die bis in das Management reichen. Rund zwei Millionen Betonschwellen der betroffenen Bauart seien für rund eine Milliarde Euro präventiv ausgetauscht worden. Zusätzlich habe die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO das Regelwerk verschärft. Wieder „Am Puls“: Dokureihe sorgt wiederholt für Ärger Bereits im Mai wurde eine Ausgabe der ZDF-Dokureihe „Am Puls“ öffentlich heiß diskutiert. Damals ging es um Bürgergeld, moderiert hatte die Folge Sarah Tacke. Unter anderem der Verein Sanktionsfrei reichte damals Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat ein, kritisierte einseitige und unsaubere Berichterstattung. Nur zwei Monate später führt die nächste „Am Puls“-Ausgabe zur scharfen Reaktion der Deutschen Bahn. Das ZDF hat sich bislang nicht zur Kritik geäußert. Lesen Sie mehr zum Thema

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