Unternehmen: Machtkampf um Med-Tech-Firma Brainlab eskaliert
München. Schloss Elmau, 25. September 2025. Mehr als 110 Gäste hat der Finanzinvestor Sebastian Kuss geladen. Auf dem Podium diskutiert er mit dem Unternehmer Stefan Vilsmeier, dem Gründer des Medizintechnikherstellers Brainlab, über „Healthcare Champions Made in Germany“. Hinterher schreibt Kuss’ Beteiligungsgesellschaft EMH Partners: „Wachstum ist eine gemeinsame Vision – und Vertrauen ihr Fundament.“
Ein Jahr später lädt EMH wieder nach Elmau, zum zehnten Jahrestreffen. Doch diesmal fehlt Vilsmeier. Sein Investor EMH wirft ihm inzwischen vor, seine eigenen Interessen über die seiner Firma gestellt zu haben, und verlangt Schadenersatz. Vilsmeier weist das zurück. Sein Unternehmen Brainlab erklärt, man habe „kein Vertrauen mehr“ in Kuss. Er sei „nicht länger tragbar“.
Das Münchener Unternehmen Brainlab gilt als Pionier der softwaregestützten Chirurgie. Seine Software und Kameras zeigen Chirurgen während einer Operation auf dem Bildschirm, wo etwa ihr Instrument im Gehirn steckt. Brainlab-Technik kann aber ebenso die Bestrahlung von Tumoren steuern. Vilsmeier gehört gut die Hälfte der Firma, EMH mehr als ein Drittel. Am Montag stehen sich beide Seiten in München vor den Aktionären gegenüber.