Unterschätzt und spottbillig: Darum glauben Experten wieder an die VW-Aktie
Volkswagen einigt sich einstimmig auf Zukunftsplan 2030: 50.000 Stellen fallen weg, vier Werke stehen auf der Kippe. Analysten von BofA sehen darin ein starkes Signal und bestätigen ihre Kaufempfehlung.
Für Sie zusammengefasst
VW plant weltweit 50.000 weitere Stellenstreichungen
Einigung belegt Volkswagens Handlungsfähigkeit
BofA bestätigt Kaufempfehlung mit Kursziel 92 Euro
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Bevor Volkswagen in der vergangenen Woche seinen Zukunftsplan im Aufsichtsrat verabschiedete, hatten Berichte auf eine Eskalation mit Arbeitnehmervertretern und dem Land Niedersachsen hingedeutet, bis hin zu möglichen Klagen oder einer außerordentlichen Hauptversammlung. Dass stattdessen eine gemeinsame Linie gefunden wurde, werten die Analysten von BofA Research als Beleg dafür, dass der Konzern trotz komplexer Governance und starker Mitbestimmung handlungsfähig bleibt.
Der Plan sieht bis 2030 rund 50.000 zusätzliche Stellenstreichungen weltweit vor, womit sich der Gesamtabbau auf 100.000 Jobs summiert.
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Bis Ende Juni 2027 soll ein finales europäisches Produktionskonzept stehen, etwa mit Rüstungsproduktion oder Fahrzeugen aus chinesischen Gemeinschaftsunternehmen. Zudem will VW sein Beteiligungsportfolio um ein Drittel verschlanken. Eine sofortige Änderung der Konzernstruktur ist laut BofA vorerst vom Tisch, bleibt aber möglich.
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Verschieben sich größere Kosten ins Jahr 2027, könnte der Gewinn 2026 und die Dividende höher ausfallen, zumal ein Verkauf der Sparte Everllence bis Dezember 2026 gelingen könnte. Dem stehen Einsparungen von jährlich über 2,5 Milliarden Euro durch den Stellenabbau gegenüber, mit weiterem Potenzial durch Werksschließungen.
Die Analysten glauben, dass der Markt das Unternehmen deshalb aktuell noch falsch bewerte und bestätigen ihre Kaufempfehlung für die VW Vorzugsaktie mit Kursziel 92 Euro.
Der Markt preise das Margenziel von 9 Prozent bis 2030 bislang nicht ein, doch die Einigung zeige, dass Volkswagen reformfähig sei. Mit einem KGV von nur rund vier für 2027/28 sei VW die günstigste Autoaktie weltweit, während Nettoliquidität von rund 33 Milliarden Euro sowie Beteiligungen an Porsche und Traton im Kurs noch kaum eine Rolle spielen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
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