Unterseekabel erklärt: So funktioniert das Internet unter dem Meer
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Ohne Unterseekabel gäbe es kein globales Internet in seiner heutigen Form. Die Leitungen auf dem Meeresboden verbinden Kontinente, transportieren Daten als Lichtsignale und sichern weltweite Kommunikation. Störungen sind selten, zeigen aber die Abhängigkeit moderner Gesellschaften von dieser Infrastruktur.
Im März 2024 fiel in Teilen West- und Zentralafrikas das Internet aus. Ursache war ein Unterseebeben vor der Elfenbeinküste, das vier Kabel beschädigte. Solche Störungen zeigen die Abhängigkeit von dieser Infrastruktur.
Aufbau und Funktionsweise von Seekabeln
Unterseekabel ähneln von außen einem dicken Schlauch. Im Inneren liegen Glasfasern , durch die Lichtimpulse Daten nahezu verlustfrei über Tausende Kilometer übertragen. Jede Faser besteht aus einem Glaskern mit spezieller Ummantelung.
Mehrere Schutzschichten sichern die empfindlichen Fasern. Dazu gehören eine wasserfeste Hülle, eine Kupferschicht für Strom, Stahldrähte und eine Kunststoffummantelung. In Küstennähe sorgt zusätzliche Stahlpanzerung für Schutz vor äußeren Einflüssen.
Verlegung und globales Netz
Spezialschiffe verlegen die Kabel auf dem Meeresboden. In flachen Bereichen werden sie bis zu drei Meter tief eingegraben, um sie vor Beschädigung zu schützen. In großen Tiefen liegen sie frei auf dem Boden. Moderne Navigation mithilfe von Satelliten ermöglicht dabei eine sehr genaue Platzierung der Seekabel.
Weltweit existieren rund 600 aktive oder geplante Leitungen mit insgesamt etwa 1,5 Millionen Kilometern Länge. Das gesamte Netz ist eng miteinander verbunden. Fällt eine Leitung aus, kann der Datenverkehr über andere Verbindungen umgeleitet werden. So bleibt das Internet in den meisten Fällen stabil.
Schäden, Reparatur und Alternativen
Die meisten Schäden entstehen durch Schiffsanker oder Fischernetze im Meer . Auch Naturereignisse wie Erdbeben können Kabel beeinträchtigen. 2024 wurden weltweit 204 Reparaturen durchgeführt. Für Instandsetzungen kommen Spezialschiffe oder Unterwasserroboter zum Einsatz. Sie bergen beschädigte Abschnitte und verbinden die Glasfasern neu. Trotz Risiken gelten Unterseekabel als zuverlässig.
Satelliten spielen für die globale Internetverbindung im Vergleich eine untergeordnete Rolle. Glasfaserkabel übertragen deutlich mehr Daten, reagieren schneller und sind langfristig günstiger. Deshalb bleiben sie das zentrale Element der weltweiten Internetverbindung.