Untersuchung zu Ryanair-Vorfall Triebwerksteil zerschlug Flugzeugfenster
Vor fünf Wochen wäre einen Passagier in 4.500 Metern Höhe fast aus dem zerstörten Fenster eines Verkehrsflugzeugs gesogen worden - jetzt haben US-Ermittler gebrochene Triebwerksteile als Ursache des Unglücks in Griechenland genannt. Ein Schaufelblatt im rechten Turbinentriebwerk der Boeing 737-800 habe sich gelöst, Einzelteile seien herausgeschleudert worden und hätten das Fenster neben dem Passagier zertrümmert, heißt es in einem vorläufigen Bericht der US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB. Mann blieb in kaputtem Fenster stecken Durch den Druckverlust wurde der 61-Jährige ein Stück weit durch das Loch nach außen gezogen. Videos aus dem Flugzeug zeigen die Panik an Bord wenige Minuten nach dem Start in Thessaloniki am 10. Juli. Flugbegleiter berichteten, der Mann auf dem Fensterplatz sei in dem beschädigten Fenster stecken geblieben. Andere Passagiere hätten ihn zurück in die Kabine gezogen. Ein Arzt habe ihn versorgt. Der 61-Jährige erlitt Verletzungen an Hals und Schulter sowie Verbrennungen. Fluggäste hätten versucht, die Öffnung mit einer Metallbox zu verschließen. Die Maschine einer Ryanair-Tochtergesellschaft landete etwa eine Stunde nach dem Start sicher in Thessaloniki. Vogelschlag könnte Ursache sein Warum sich das Schaufelblatt gelöst hat, blieb in dem NTSB-Bericht noch offen. Die Ermittler erklärten, sie hätten Vogelreste in der Turbine gefunden. Das könnte auf einen sogenannten Vogelschlag beim Start hindeuten, bei dem das Triebwerk möglicherweise beschädigt wurde. "Wir wissen, was passiert ist, und bis zu einem gewissen Grad auch, warum es passiert ist, aber es gibt noch offene Fragen, denen die NTSB nachgehen wird", sagte der ehemalige Ermittler Jeff Guzzetti der Nachrichtenagentur AP. Wartungsunterlagen zufolge wurde der Schaufelrotor zuletzt im Mai mit Ultraschall untersucht. Ob die Inspektionen gründlich genug waren, muss laut Guzzetti noch geprüft werden. Die veröffentlichte Analyse ist vorläufig, die vollständige Untersuchung des Vorfalls kann bis zu zwei Jahre dauern.