Unwetter: Ast stoppt Zugfahrt, Fahrgäste evakuiert
Gewitter haben in Teilen Baden-Württembergs in der Nacht auf Freitag sowie am Morgen und Vormittag für Probleme gesorgt. Schon in der Nacht hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) insbesondere im Nordwesten Baden-Württembergs vor einzelnen Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und Hagel gewarnt. Am Morgen gab der DWD eine amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter heraus. Sie wurde am Mittag aufgehoben. Die aktuelle Entwarnung bedeute aber nicht, dass nicht im Laufe des Tages weitere schwere Gewitter im Land niedergehen könnten, sagte ein DWD-Sprecher. Vor allem über den Regionen Freiburg und Tübingen könne sich noch etwas zusammenbrauen.
Bodenseeregion: Stadtteil von Singen abgesperrt - Dächer abgedeckt
Durch die Bodenseeregion ist am Vormittag ein heftiges Unwetter gezogen. In Singen (Kreis Konstanz) ist der Stadtteil Bohlingen derzeit abgesperrt und nicht mehr anfahrbar. Eine Vielzahl von Dächern sei durch schwere Sturmböen abgedeckt worden, außerdem lägen Bäume über diversen Straßen, sagte ein Sprecher der Polizei unter Berufung auf die Feuerwehr Singen. Diese habe die Polizei gebeten, bei der Absperrung der Gemeinde zu helfen. "Meiden Sie den Aufenthalt im Freien", riet die NINA-Warnapp. Zu Bäumen, Türmen und Masten solle Abstand gehalten werden, außerdem sollten sich die Menschen von Hochspannungsleitungen fernhalten.
Baum auf Hochspannungsleitung gestürzt
Ein Polizeisprecher aus Konstanz sagte, im Raum Hegau (Kreis Konstanz) seien einige Bäume umgestürzt. Auch einzelne Keller seien vollgelaufen. Im Raum Überlingen (Bodenseekreis) habe es gehagelt. Die Feuerwehr hatte zahlreiche Einsätze. Bei Bambergen (Bodenseekreis) sei ein Baum in eine Hochspannungsleitung gefallen, der Einsatz laufe noch. Ordentlich gehagelt habe es auch in Sipplingen (Bodenseekreis), so die Gemeinde. Bauhof und Feuerwehr prüften gerade, ob Schäden vorhanden sind. Menschen seien nach aktuellem Kenntnisstand der Polizei nicht von dem Unwetter betroffen.
Umgestürzte Bäume bei Oppenweiler
In Oppenweiler (Rems-Murr-Kreis) stürzten bei einem Unwetter mehrere Bäume um und wurden laut Feuerwehr von Straßen geräumt. Auch ein Firmengebäude war von einem Baum getroffen worden. Es seien bei dem Unwetter aber keine Personen zu Schaden gekommen, die Einsätze seien inzwischen abgearbeitet und beendet, so ein Kommandant der Feuerwehr Oppenweiler.
Regionalzug steht nach Unwetter auf freier Strecke
Das Unwetter bei Oppenweiler hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Ein Regionalzug habe in der Nähe des Ortes wegen heruntergestürzter Äste nicht weiterfahren können, sagte ein Bahnsprecher. Sechs Fahrgäste seien evakuiert worden. Man rechne damit, dass die Strecke ab etwa 12 Uhr wieder frei sei, so der Sprecher. Auf Bildern sei zu sehen, dass unter dem Zug ein abgerissener Ast liege.
Rund 100 Feuerwehreinsätze im Kreis Ludwigsburg
Im Kreis Ludwigsburg sorgte am Morgen ein schweres Gewitter vor allem in Bietigheim-Bissingen, Ingersheim und Pleidelsheim für rund 100 Einsätze von Feuerwehr und Polizei. Den Einsatzkräften wurde unter anderem umgestürzte Bäume, überflutete Straßen, umgeknickte Bauzäune und vereinzelt Wasser in Kellern gemeldet. Personen seien nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu Schaden gekommen, teilte die Polizei mit.
Auch im Raum Backnang (Rems-Murr-Kreis) stürzten durch ein Gewitter einige Bäume um. In Großrinderfeld (Main-Tauber-Kreis) geriet am Vormittag mutmaßlich durch einen Blitzeinschlag eine Scheune in Brand. Laut Polizei brannte sie komplett ab. Das angrenzende Wohnhaus sei durch die Flammen ebenfalls beschädigt worden und zumindest im Dachgeschoss unbewohnbar.
Im Kreis Reutlingen sorgte eine Unwetterzelle für mehrere Einsätze von Polizei und Feuerwehr, unter anderem in Lichtenstein, Unterhausen und St. Johann. Dort standen laut Polizei vereinzelt Keller und Straßen unter Wasser, Hagel richtete Schäden an. In Bad Urach zerstörten Hagelkörner Fensterscheiben.
Wo es noch länger regnerisch bleiben könnte
Ab den Mittagsstunden könnten sich am Freitag in der Nordwesthälfte erste Wolkenlücken zeigen, teilt der DWD mit. Allerdings dürften weitere Schauer und Gewitter auftreten. Am Abend soll sich das Wetter dann zunehmend beruhigen. In Oberschwaben könnte es aber noch länger regnerisch bleiben.
Es wird deutlich kühler - und windig
Dazu wird es nach DWD-Angaben deutlich kühler: Die Höchstwerte sollen im höheren Bergland kaum 20 Grad erreichen, während am Rhein und Neckar bis zu 25 Grad erwartet werden. Der Südwestwind wehe mäßig bis frisch mit starken bis stürmischen Böen. Auf den Schwarzwaldgipfeln seien Sturmböen möglich.
In der Nacht zu Samstag klinge auch im Allgäu der Regen ab. Danach soll es aufklaren. Die Temperaturen sollen auf 16 bis 12 Grad zurückgehen, im Bergland könnten noch starke bis stürmische Böen auftreten.
Das Wochenende wird ruhiger
Am Samstag wechseln sich laut der Vorhersage Sonne und Wolken ab. Vereinzelt seien Schauer oder ein kurzes Gewitter drin, bei Höchstwerten zwischen 20 Grad im oberen Bergland und 26 Grad am Rhein.
In der Nacht zu Sonntag bleibt es dem Wetterdienst zufolge wolkig bis gering bewölkt und meist trocken. Die Frühwerte liegen voraussichtlich bei 17 bis 10 Grad; am kühlsten sei es dabei in Oberschwaben.
Am Sonntag dürfte es heiter bis wolkig werden, teilten die Meteorologen mit. Die meisten Sonnenstunden werden südlich der Donau erwartet. Am Nachmittag könnten einzelne Schauer oder Gewitter entstehen.