Unwetterwarnung: Herbststurm mit Orkanböen und Sturmflut droht
Herbststurm im Norden: An der Küste drohen Orkanböen
Stand: 24.10.2026 14:41 Uhr
Das Sturmtief "Luise" sorgt im Norden für stürmisches Wetter. Der Wind nimmt laut Deutschem Wetterdienst weiter zu und kann zu Orkanböen und Sturmfluten führen. Es gilt eine amtliche Unwetterwarnung.
Über Norddeutschland ziehen am Wochenende gleich zwei stürmische Tiefdruckgebiete. Derzeit sorgt "Luise" in großen Teilen von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein für kräftigen Wind, teils mit Sturmböen. Zwar beruhigt sich laut Lutz Beckebanze vom Deutschen Wetterdienst am Samstagabend im Binnenland das Wetter. Aber in der Nacht zu Sonntag sollen die Ausläufer des Sturmtiefs "Manja" Norddeutschland erreichen.
Unwetterwarnung für Nordfriesischen Inseln
Dann gilt für die Nordfriesischen Inseln wie Sylt, Föhr und Pellworm und Teile der angrenzenden Küste eine amtliche Unwetterwarnung, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen müsse mit Orkanböen um 120 Kilometer pro Stunde gerechnet werden. Die Warnung gilt für die Nacht zu Sonntag bis zum Sonntagmorgen. Der DWD rät, Aufenthalte im Freien zu vermeiden oder Schutz in Gebäuden zu suchen.
"Windmaximum" am Montag
An der Nordseeküste wird das "Windmaximum" dem DWD zufolge in der Nacht zu Montag erwartet. Zeitgleich seien auch an der Mecklenburgischen Ostseeküste in einzelnen Abschnitten schwere Sturmböen nicht ausgeschlossen. Für weite Teile Niedersachsens und für fast ganz Schleswig-Holstein gilt eine amtliche Warnung vor Sturmböen.
Leichte Sturmfluten erwartet
An der Nordseeküste besteht zudem nach Einschätzung des Sturmflutwarndienstes des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Gefahr von zwei leichten Sturmfluten. Das Hochwasser werde bei Westwind am späten Sonntagabend etwa in Emden, Wilhelmshaven und Bensersiel um bis zu eindreiviertel Meter höher auflaufen als das sonst übliche mittlere Tidehochwasser. Strände und Hafenflächen könnten laut NLWKN überflutet werden. Eine weitere leichte Sturmflut könnte der Vorhersage zufolge am Montagmittag folgen.
Inselgäste sollen Parkplatz räumen
Wegen der drohenden Sturmfluten am Wochenende sind insbesondere Feriengäste auf Baltrum aufgerufen, ihre Autos auf dem Parkplatz am Fährhafen von Neßmersiel umzuparken. Der Parkplatz auf dem Festland soll wegen der Sturmflutgefahr vorsorglich geräumt werden. Die Reederei bietet den Inselgästen einen Service an: Sie können ihren Autoschlüssel in einem Umschlag samt Kfz-Kennzeichen und Namen in einem Umschlag mit der Fähre ans Festland senden, wo die Reederei dann das Umparken der Autos hinter den sicheren Deich übernimmt. "Fahrzeuge, die nicht rechtzeitig innerorts geparkt werden, müssen kostenpflichtig abgeschleppt werden", teilte die Fährgesellschaft weiter mit.
Fähr-Fahrten zu einigen Ostfriesischen Inseln eingeschränkt
An diesem Wochenende enden die Herbstferien in Niedersachsen, Mecklenburg‑Vorpommern und Schleswig‑Holstein. Für Reisende kann es wegen der Sturmtiefs zu Einschränkungen kommen: Die Inselgemeinde Langeoog teilte Änderungen im Fährverkehr wegen der Wetterlage mit. Beim Inselverkehr von und nach Norderney kommt es ab Samstag zu Ausfällen. Am Sonntag kommt es Linienfahrplan der Insel Wangerooge zu Änderungen, am Montag wird der Fährverkehr von und nach Wangerooge eingestellt. Die Fahrten mit der kleinen Schnellfähre "Wattsprinter" sind laut Deutscher Bahn bereits jetzt bis einschließlich Montag abgesagt. Auch bei den Fährverbindungen von und nach Spiekeroog kommt es zu Änderungen. Am Sonntag fallen die Verbindungen komplett aus.
Wegen Sturm: Schiffe nach Helgoland fallen aus
Wegen der vorhergesagten stürmischen Böen an der Nordseeküste fallen viele Verbindungen nach Helgoland aus. Betroffen ist unter anderem der "Halunder Jet", der am Samstag, Sonntag und Montag überhaupt nicht fährt. "Wetterabhängig könnte eine Verbindung nach Cuxhaven mit der MS Helgoland (Cassen Eils) bestehen", teilte der Betreiber FRS Helgoline auf seiner Homepage mit. Laut der Reederei Cassen Eils gibt es am Samstag und Sonntag jeweils eine Fahrt von Cuxhaven nach Helgoland und von Helgoland nach Cuxhaven. Bei der Föhr-Amrum-Linie gibt es der zuständigen Reederei zufolge ebenso Fahrplanänderungen wie bei der Hallig-Linie.
Umgestürzte Bäume, kaputte Autoscheiben
Im Westen Niedersachsens und in Bremen galt am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag eine amtliche Warnung vor Sturmböen. Die Leitstellen in Oldenburg und Osnabrück meldeten dutzende Einsätze. In einigen Fällen sind Autos mit Bäumen auf der Straße kollidiert, verletzt habe sich dabei aber niemand. Ein Baum sei auf ein parkendes Autos gestürzt und habe die Heckscheibe durchschlagen. Auch dabei sei niemand verletzt worden.
Video: Hallo Niedersachsen: Das Wetter für Niedersachsen (2 Min)
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.10.2026 | 08:00 Uhr