Updaten gegen IT-Lücken
Auch Städte und Unis ergreifen Sicherheitsmaßnahmen
Betroffen waren auch einzelne Seiten der Landesregierung. Sie sind derzeit noch nicht erreichbar. Wann sie wieder online gehen, sei bisher nicht absehbar, heißt es vom Lagezentrum des Landesinnenministeriums. Die IT arbeitet im Hintergrund.
Ebenso haben mehrere Kommunen ihre Seiten oder einzelne Portale offline gestellt, darunter die Städte Bonn, Düsseldorf, Duisburg und Aachen. Bis auf Duisburg sind die Seiten aber wieder abrufbar. Auf den Seiten der Stadt Münster war am Morgen noch ein Wartungsfenster zu sehen. Beim Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) waren über Stunden einige Onlinedienste nicht erreichbar. Betroffen war etwa die Möglichkeit, Anzeigen online aufzugeben und Versammlungen anzumelden. Die Online-Dienste waren am späten Mittwochabend wieder erreichbar. Der Notruf der Polizei, die 110, war laut LZPD nicht betroffen.
Auch Hochschulen und Universitäten sind betroffen; etwa in Köln, Bonn, Paderborn, Hagen oder Wuppertal. Viele hatten ihre Lernplattformen und Campussysteme offline gesetzt. An der Fernuni Hagen wurde mittlerweile ein Update eingespielt. Dort funktioniert jetzt nach eigenen Angaben wieder alles. Auch die FH Südwestfalen spielt nach eigenen Angaben gerade ein Update auf. Auch an der TU Dortmund werden gerade Updates eingespielt.
Während zum Beispiel die Seiten der Uni Köln wieder erreichbar sind, sind die Seiten der Verkehrsbetriebe in Köln immer noch offline. In Lünen sind am Vormittag noch Internetseite und Intranet abgeschaltet. Mitarbeiter kommen zum Beispiel nicht an interne Telefonbücher.
Massive Sicherheitslücke bei PHP - aber noch kein Schaden
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI, hatte am Mittwoch eine eilige Warnung veröffentlicht, wonach weltweit Webserver von einer Sicherheitslücke bedroht sind. Hackern könnte es gelingen, massive Angriffe durchzuführen und in IT-Systeme einzudringen. Die Sicherheitslücke betrifft die Programmiersprache PHP. Sie kommt weltweit auf den meisten Webservern zum Einsatz.
Das BSI überwacht die Netze der Bundesverwaltung, außerdem sind rund 30.000 Unternehmen in Deutschland verpflichtet, IT-Vorfälle an die Behörde zu melden.
Das sogenannte "patchen" bedeutet, die von PHP bereitgestellten Sicherheitsaktualisierungen für Webseiten schnellstmöglich zu installieren. Des Weiteren rät Thomas Caspers vom BSI dazu, die eigenen Systeme, wie Internetbrowser oder Betriebssysteme, auf dem neusten Stand zu halten.
Für reine Internet-Nutzer ist ebenfalls Vorsicht geboten, da es Webseiten geben kann, die besagte PHP-Aktualisierungen nicht durchführen. Diese Seiten sind dann manipulierbar und könnten genutzt werden, um Computer-Viren zu verbreiten. Nutzer sollten beim Surfen wachsam sein, besonders, wenn sich bekannte Internetseiten ungewöhnlich verhalten. Das könnte die Folge von Hackerangriffen sein.