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Urlauber aus Deutschland sorgen für Chaos nach Mure

Welt

Startseite Welt Chaos nach Murenabgang: Urlauber aus Deutschland und den Niederlanden verärgern Tiroler Von: Maximilian Kettenbach Uns auf Google folgen Muren verwüsten Pitztal und Ötztal – doch statt freier Bahn für die Bagger laufen Wandergruppen einfach durch die Absperrungen. Bei Merkur.de droht die Polizei nun den Touristen. St. Leonhard – Schlamm, Geröll, tonnenschwere Felsbrocken – und mittendrin: Wanderer mit Rucksack, die einfach weiterlaufen. Im hinteren Pitztal bei St. Leonhard kämpfen Einsatzkräfte und Baggerfahrer seit Mittwochabend gegen die Folgen gewaltiger Murenabgänge. Doch sie stört ein unerwartetes Problem: Touristen, die Absperrungen und Bagger schlicht ignorieren. Ab Mittwochabend (29. Juli) und dann in der Nacht auf Donnerstag entluden sich heftige Gewitter über mehreren Tiroler Tälern. Im Ortsteil Plangeroß der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal gingen gleich zwei Muren auf die Pitztalstraße (L16) nieder. Die Schlamm- und Geröllmassen verlegten die Straße vor und hinter dem Ortsteil auf jeweils rund 100 Metern Länge, berichtete das Land Tirol. Die Aufräumarbeiten liefen sofort an – die ganze Nacht wurde durchgearbeitet. Die wichtige Pitztalstraße war bereits um 13 Uhr wieder befahrbar. Urlauber machen Tirolern zu schaffen: Aufräumarbeiten nach Murenabgang gestört Auch Sölden im Ötztal trafen die Unwetter heftig. Mehrere Tiefgaragen und Keller im Ortszentrum liefen voll Wasser, Feuerwehrkräfte rückten zu zahlreichen Einsätzen aus, um Gebäude zu sichern und Straßen befahrbar zu halten. Bei den Rofenhöfen nahe dem Ortsteil Vent ging eine große Mure ab, rund 30 Personen mussten evakuiert werden. Ein Klärwerk nördlich der Gemeinde wurde von Schlamm, Geröll und Steinen getroffen, die Brücke zur Anlage brach weg. Wie in Sölden laufen auch in St. Leonhard die Maschinen auf Hochtouren. Doch hier sorgen Urlauber für zusätzlichen Stress. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, marschierten zahlreiche Wanderer und Radfahrer in St. Leonhard trotz klarer Sperren durch das Einsatzgebiet – direkt zwischen den schweren Baumaschinen hindurch. „Rennen in die Fahrzeuge hinein“ Hartmut Neurauter von der Straßenmeisterei Zams hat eigentlich auch so alle Hände voll zu tun. Ein Vater sei mit zwei kleinen Kindern sogar über die vier Meter hohen Schutthalden gekraxelt, damit die Schuhe nicht im knöcheltiefen Schlamm dreckig würden, andere wollten mit dem Fahrrad durch. Die Landesstraße ist offiziell gesperrt, doch die Wanderer gehen offenbar unter der Prämisse „Wir gehen durch – auf eigene Gefahr“ einfach weiter. „Furchtbar. Die Leute kommen aus Holland, Deutschland und sehen den Haufen. Was aber dahintersteckt und welche Gefahren das sind, wissen sie nicht“, sagt Neurauter demnach. Der St. Leonharder Bürgermeister Elmar Haid bestätigt die Probleme der Tiroler Tageszeitung. „Man muss sich mit Händen und Füßen wehren, damit die Leute nicht in die Baustelle hineinrennen, wo die Fahrzeuge arbeiten.“ Dabei müssten die Einsatzkräfte den Schutt wegfahren und könnten dabei eigentlich keine Rücksicht auf Wandersleute nehmen. Über den Tourismusverband wurde mittlerweile eine Umleitung für die Bergtouristen organisiert. Polizei Tirol droht Urlaubern Wer behördliche Straßensperre missachte, müsse mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, teilt die Polizei Tirol auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Die betroffene Person wird verwaltungsrechtlich der zuständigen Verwaltungsbehörde zur Anzeige gebracht“, erklären die Beamten Merkur.de von Ippen.Media. „Zum konkreten Fall im Pitztal wurde bei der Polizei keine Anzeige erstattet“, heißt es von der Polizei, die mittlerweile verstärkte Kontrollen der Sperren durchführt. Wie viel Glück im Unglück St. Leonhard hatte, betont Bürgermeister Haid auch. Durch die Murenabgänge kam niemand zu Schaden. Auch Häuser waren nicht betroffen. Allerdings seien kurz vorher noch Autos gefahren.

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