Urlauber fliehen vor Flammen-Inferno
Startseite Welt Großbrand wütet am Gardasee, Urlauber fliehen mitten in der Nacht: „Furchterregende Szenen” Von: Julian Mayr Uns auf Google folgen Am Westufer des Gardasees brach am Freitagabend ein Waldbrand aus. Ferienhäuser und ein Hotel mussten evakuiert werden, Löschflugzeuge sind im Anflug. Update vom 8. August, 10:15 Uhr: Der Brand bei Tignale am Gardasee lodert auch am Samstagvormittag weiter. Die Rauchsäulen sind kilometerweit zu sehen, wie Aufnahmen in den sozialen Medien und Augenzeugenberichte zeigen. Laut italienischen Medienberichten, unter anderem vom Onlineportal Il Dolomiti, wurden an die 200 Menschen im betroffenen Gebiet evakuiert. Mittlerweile sind auch Löschflugzeuge vor Ort im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Erstmeldung vom 8. August, 8:30 Uhr: Der Himmel über dem Gardasee leuchtet rot – nicht von der untergehenden Sonne, sondern von lodernden Flammen. Am Freitagabend (7. August) brach in Olzano, einem Ortsteil der Gemeinde Tignale (Provinz Brescia) am oberen westlichen Gardaseeufer, ein gewaltiger Waldbrand aus. Auf Bildern ist eine riesige Feuerfront im Waldgebiet oberhalb des beliebten Urlaubssees zu sehen. Seit 22 Uhr kämpfen Feuerwehr, Zivilschutz, Forstpolizei und freiwillige Helfer gegen das Feuer – bislang ohne Erfolg. Auch am Samstagmorgen sind auf Webcams weiter dicke Rauchschwaden zu sehen. Zuletzt wütete auch am Ufer des Comer Sees ein großer Brand. Urlauber wegen Waldbrands am Gardasee evakuiert: Bürgermeister spricht von „furchterregenden Szenen“ Die Behörden ordneten am Freitag vorsorglich die Evakuierung von mindestens fünf Ferienhäusern sowie des Hotels Residence „La Forca“ an, wie das Giornale di Brescia berichtet. In den Häusern hielten sich ausländische Urlauber auf. Da es sich bei den Behausungen im betroffenen Gebiet größtenteils um Ferienwohnungen und Touristenunterkünfte handelt, war zunächst unklar, ob alle Gebäude bewohnt waren. Die Einsatzkräfte durchsuchten dem Lokalblatt zufolge das Gebiet deshalb Haus für Haus – bevor die Flammen näher rückten. In den sozialen Medien meldete sich auch ein Urlauber aus Deutschland zu Wort, der laut eigenen Angaben in besagtem Hotel untergebracht war und aufgrund des Brandes vorzeitig die Abreise antrat: „Eigentlich wollten wir um 4:00 Uhr in die Heimat starten, durch die Flucht vor den Flammen haben wir wohlbehalten die direkte (Abreise, Anm.) angetreten. Glücklicherweise war unser Auto schon gepackt. Niemand kam zu Schaden und alle Hotelgäste konnten sich in Sicherheit bringen.“ Tignales Bürgermeister Daniele Bonassi beschreibt die Situation dramatisch: „Im Bereich der Wallfahrtskirche spielen sich furchterregende Szenen ab – Bäume und Unterholz werden vom Feuer gefressen. Der Brand rötet den Himmel und zeigt eine gewaltige Front, angetrieben vom Wind, der vom See in Richtung Berge weht.“ Im Süden Italiens mussten erst vor wenigen Wochen Adriaurlauber vom Strand evakuiert werden, weil in unmittelbarer Nähe die Flammen tobten. Löschflugzeuge im Anflug auf Riesenbrand am Gardasee Die Brandursache war zunächst noch unklar. Ebenso wie die Größe der betroffenen Fläche. Laut Bresciaoggi ist die Kombination aus anhaltendem Wind, trockenem Klima und Vegetation der Grund dafür, dass das Feuer so gefährlich ist: Die Wälder bestehen hauptsächlich aus Nadelbäumen mit hohem Harzanteil – ein sehr effektiver Brennstoff. Die monatelange Dürre hat die Täler ausgetrocknet und macht die Pflanzen besonders anfällig. Für den Samstagmorgen wurden Canadair-Löschflugzeuge und Hubschrauber zur Brandbekämpfung erwartet. Die Einsatzkräfte stellten mobile Wassertanks auf – und nutzten sogar das Gemeindebad als Wasserreservoir. Die Provinzstraße SP38 Tignalga, die Tignale mit Tremosine verbindet, wurde laut Giornale di Brescia für die Löscharbeiten gesperrt. (Quellen. Giornale di Brescia, Bresciaoggi, Facebook) (jm)