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Ursachen erforscht: Schmeckt auch Ihr Besteck manchmal nach Metall?

Wissenschaft

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Wer mit Metallbesteck isst, kennt das Gefühl vielleicht: Plötzlich wirkt das Essen leicht metallisch. Besonders bei sauren Speisen, Getränken oder sehr aromatischen Lebensmitteln fällt dieser Eindruck auf. Dahinter steckt offenbar weit mehr als nur der Kontakt zwischen Zunge und Besteck.

Forscher beschäftigen sich seit Jahren mit dem Phänomen. Denn ein metallischer Eindruck passt in keine der fünf klassischen Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, bitter und herzhaft. Untersuchungen deuten darauf hin, dass hier mehrere Sinneseindrücke gleichzeitig zusammenwirken: Geschmack, Geruch und Empfindungen im Mundraum verschmelzen zu einem gemeinsamen Gesamteindruck.

Zusammenspiel von Geschmack und Geruch

Wie stark der Geruch beteiligt ist, zeigt ein bekanntes Alltagsbeispiel. Wer sich versehentlich auf die Wange oder das Zahnfleisch beißt, nimmt den typischen Geschmack von Blut wahr. Verantwortlich ist unter anderem Eisen aus dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. In Experimenten der Cornell University berichteten Teilnehmer nach dem Verzehr von Eisensalzen ebenfalls von einem metallischen Eindruck. Hielten sie sich dabei die Nase zu, wurde diese Wahrnehmung deutlich schwächer.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem der Speichel. Er besteht nicht nur aus Wasser , sondern enthält auch Eiweiße, Fette und gelöste Mineralstoffe. Treffen bestimmte Metallionen darauf, können chemische Reaktionen entstehen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2012 zeigte, dass Eisen- und Kupferlösungen die Oxidation von Fetten im Speichel verstärken. Dabei entstanden geruchsaktive Stoffe, die anschließend über die Nase wahrgenommen wurden.

Metallionen beeinflussen Rezeptoren

Neben dem Geruch scheinen Metallionen auch direkt auf Geschmacksrezeptoren einzuwirken. Eine Studie aus dem Jahr 2019 untersuchte den Bitterrezeptor TAS2R7. Versuche mit Zellen ergaben, dass er auf verschiedene Metallionen reagiert, darunter Zink, Calcium, Magnesium und Kupfer. Dadurch können unterschiedliche Geschmackseindrücke ausgelöst werden.

Wichtig ist allerdings der Unterschied zwischen gelösten Metallionen und festem Besteck. Die genannten Untersuchungen arbeiteten mit Metallsalzlösungen, während feste Metalle deutlich weniger Ionen freisetzen.

Warum Besteck trotzdem einen Unterschied macht

Ganz neutral ist Besteck dennoch nicht. In einem Experiment der Oxford University probierten Teilnehmer Cremes von Löffeln aus Gold , Kupfer, Zink und Edelstahl. Vor allem Kupfer- und Zinklöffel ließen die Speisen metallischer erscheinen als Edelstahl oder Gold. Zudem wurden ohnehin bittere Cremes mit diesen Materialien noch bitterer wahrgenommen.

Ob minderwertiges Besteck im Alltag automatisch einen Metallgeschmack verursacht, konnte die Untersuchung jedoch nicht nachweisen. Nach dem Spülen könnten außerdem Rückstände von Reinigungsmitteln, etwa Klarspüler, eine Rolle spielen. Zwar wurden entsprechende Rückstände nachgewiesen, ein typischer Metallgeschmack ließ sich dadurch jedoch nicht belegen.

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