DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +1,30 % 4.437,30 USD 23:00:00 Silber +0,18 % 65,11 USD 22:59:58 Brent 0,00 % 88,52 USD 22:59:58 WTI 0,00 % 82,40 USD 22:59:59 Bitcoin +0,12 % 63.100,85 USD 20:07:18 EUR/USD +0,37 % 1,15730 USD 23:29:57 EUR/GBP +0,11 % 0,85480 GBP 00:09:58 EUR/CHF +0,34 % 0,94060 CHF 23:29:57 EUR/JPY +0,38 % 184,365 JPY 23:29:57

US-Arbeitsmarkt: Ford holt hunderte Ingenieure zurück, weil KI sie doch nicht ersetzen kann

Technologie

»Graue Bärte«, so heißen die altgedienten Fachkräfte beim Autobauer Ford, die der Konzern erst entlassen hatte – um sie dann wieder einzustellen. Denn die künstliche Intelligenz, die deren Aufgaben übernehmen sollte, war ihnen schlicht nicht gewachsen. Eigentlich sollte sie, unter anderem bei Qualitätskontrollen, helfen, Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern. Wie die Finanzagentur Bloomberg berichtet, hatten Führungskräfte bei Ford jedoch angegeben, dass in den vergangenen Jahren mehr als 300 erfahrene Qualitätsprüfer wieder eingestellt wurden. »Künstliche Intelligenz ist ein fantastisches Werkzeug, aber sie ist nur so gut wie die Informationen, mit denen man sie trainiert«, erklärte Charles Poon, Vizepräsident für Fahrzeug-Hardware-Entwicklung, laut »Bloomberg«. »In den vergangenen Jahren haben wir der Erfahrung unserer versiertesten Ingenieure, die uns über viele Produktzyklen hinweg begleitet haben, nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie wir es hätten tun sollen«, sagte er. Noch vor einem Jahr hatte Ford-Chef Jim Farley beim Aspen Ideas Festival verkündet: »Künstliche Intelligenz wird buchstäblich die Hälfte aller Angestellten (im Original: White-collar worker) in den USA ersetzen. In einem anschließenden Gespräch mit dem US-Schriftsteller und Biografen Walter Isaacson warnte Farley: »KI wird viele Angestellte zurücklassen.« Viele Dinge würden »sehr hilfreich sein, aber viele Dinge werden auch wehtun«. Es stelle sich die Frage, was die Gesellschaft für diese Menschen tun könne, die von der Technologie abgehängt würden. Einen Plan dafür gebe es bisher nicht. Erwartungen nicht erfüllt Gegenüber den »Bloomberg«-Reportern erklärte Poon nun, die KI-gestützten Qualitätskontrollen hätten die Erwartungen nicht erfüllt. »Wir sind fälschlicherweise davon ausgegangen, dass allein die Einführung künstlicher Intelligenz und die Eingabe unserer Konstruktionsanforderungen zu einem qualitativ hochwertigen Produkt führen würden«, sagte er. Den Tools fehle die Schulung und das Fachwissen erfahrener Techniker – von denen viele das Unternehmen verlassen hätten, bevor ihr Wissen zur Verbesserung der Technologie genutzt werden konnte. Er erklärte, diese Mitarbeiter seien inzwischen wieder eingestellt worden, um die Systeme zu schulen und jüngere Mitarbeiter anzuleiten. Sie sollen mögliche Fehlerquellen schon ausmachen, bevor die Produktion der Bauteile startet. Nach Angaben des Unternehmens gehen seither sowohl die Ausgaben für Garantieleistungen als auch die Kosten für Rückrufaktionen zurück. In Deutschland hatte der Verband der Automobilindustrie (VDA) zuletzt gemeldet, er rechne mit einem noch größeren Stellenabbau in der deutschen Autoindustrie als bisher angenommen. »Wir müssen leider nach aktuellen Berechnungen von einem Beschäftigungsverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035 ausgehen«, sagte Verbandspräsidentin Hildegard Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das seien »etwa 35.000 Arbeitsplätze mehr als bisher angenommen«. Als Ursache dieser Entwicklung wurde allerdings nicht künstliche Intelligenz angegeben, sondern »eine gravierende und anhaltende Standortkrise« in Deutschland und Europa.

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