U.S. Army: Riesige Testkanone feuert erstmals scharfen Hyperschallsprengkopf ab
close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Die U.S. Army hat erstmals einen Testschuss mit scharfer Munition eines Hyperschallsprengkopfes abgefeuert. Der Test fand am Yuma Proving Ground (YPG), ein rund 3360 km² großes, militärisches Testgelände statt, wie The Outpost, eine dortige Standortzeitung der U.S. Army schreibt (PDF). Zum Einsatz kam dabei das riesige, stationäre Artillerie-Geschütz Heavy Artillery Test System (HATS) oder eine modifizierte Version davon. Dabei handelt es sich um eine Kanone, die im Rahmen des „Strategic Long Range Cannon“-Projektes (SLRC) entwickelt worden war. Das Projekt ist jedoch bereits eingestellt worden. Weiterlesen nach der Anzeige Das HATS ist darauf ausgelegt, Sprengköpfe auf Hyperschallgeschwindigkeit jenseits von Mach 5 zu beschleunigen. Damit sollen dann Ziele in 1600 km und darüber hinaus getroffen werden können. Die Beschleunigung eines Geschosses auf Hyperschallgeschwindigkeit ist nicht trivial. Normalerweise werden dafür Hyperschallraketen verwendet. Diese Technik ist jedoch aufwendig und entsprechend kostspielig. Deshalb testet die U.S. Army den Einsatz eines „kanonenbasierten Testsystems“. Der Sprengkopf wird dabei auf Hyperschallgeschwindigkeit beschleunigt und entfaltet seine hohe Zerstörungskraft zusätzlich zum Sprengstoff aus seiner enormen kinetischen Energie, die sich beim Aufprall im Ziel entfaltet. Das Geschoss muss dazu nicht übermäßig groß sein, um größere Zerstörungen anzurichten Die U.S. Army setzte bei dem Test einen großkalibrigen Gefechts-Hyperschallsprengkopf ein, um damit die ballistischen Kräfte sowie die Auswirkungen der Zerstörung im Ziel erfassen und bewerten zu können. Wann der Test genau durchgeführt wurde, schreibt die U.S. Army nicht. Es ist wahrscheinlich, dass er Ende Juli stattgefunden hat. Das Projektteam beobachtete den Abschuss mit Hochgeschwindigkeitskameras und wertete sie aus. Demnach sollen alle Ziele erreicht worden sein. Offenbar hatte sich der Hyperschallsprengstoff beim Start, Flug und Auftreffen im Ziel wie erwartet verhalten. Die dabei erreichte Maximalgeschwindigkeit des Geschosses nennt die U.S. Army nicht. Vorausgegangen waren dem Test mit dem Gefechtssprengkopf Evaluierungen mit einem inerten Sprengkopf ohne Zünder und Sprengstoff. Damit hatte das Team untersucht, inwieweit das Gesamtkonzept funktioniert und eine Reihe Designverbesserungen an dem Geschoss durchgeführt, bevor der scharfe Sprengkopf entwickelt wurde. Testplattform für Hyperschallgefechtsköpfe Die Ergebnisse des Tests haben das Interesse anderer US-Hyperschall-Entwicklungsprogramme geweckt. HATS kann nun als Evaluierungsplattform für Hyperschall-Gefechtsköpfe für das Militär eingesetzt werden. Die Daten, die mit der Plattform ermittelt werden, können dazu beitragen, die Entwicklung und Wirksamkeit neuer Hyperschallwaffen zu beschleunigen. Weiterlesen nach der Anzeige Die riesige HATS-Kanone, die als Grundlage für die Tests dient, war Teil des „Strategic Long Range Cannon“-Projekts. Der US-Kongress hatte die U.S. Army angewiesen, die Finanzierung bereits im Fiskaljahr 2022 einzustellen. Die freigewordenen Mittel sollten dazu verwendet werden, um fortschrittlichere Technologien weiterzuentwickeln.