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US-Einwanderungsbehörde: ICE-Beamter schießt Mann in Texas nieder

Welt

Im US-Bundesstaat Texas hat ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE einen Mann angeschossen und verletzt. Kurz darauf versammelten sich am Ort des Geschehens in der Stadt Austin Protestierende. Nach Angaben des Stadtratsmitglieds Mike Siegel ereignete sich der Vorfall am Sonntagnachmittag im Norden der Stadt. Demnach rammte der ICE-Beamte zunächst das Auto des Mannes. Anschließend stieg er aus seinem Dienstfahrzeug aus und gab mindestens fünf Schüsse ab.

Der angeschossene Mann sei in ein Krankenhaus gebracht worden und befinde sich in ernstem, aber stabilem Zustand, teilte Polizeichefin Lisa Davis mit. Polizisten seien weder an dem Einsatz noch an den Schüssen beteiligt gewesen, sagte Davis.

Der Wagen des Mannes stand mit Schäden an der Beifahrertür unter einer Unterführung. Nach Angaben lokaler Medien waren dort Einschusslöcher zu sehen. Siegel sagte, er habe mindestens zwei erkennen können.

Bürgermeister fordert Untersuchung des Vorfalls

Das US-Heimatschutzministerium, dem die Einwanderungsbehörde untersteht, reagierte zunächst nicht auf Anfragen nach weiteren Einzelheiten. Auf die Frage, ob die Behörden von Austin wüssten, wo sich der beteiligte Bundesbeamte befinde, sagte Bürgermeister Kirk Watson: »Das wissen wir nicht. Aber ich würde hoffen, dass ein Beamter, der in einen Schusswaffenvorfall verwickelt ist, die Stadt nicht verlässt. Ganz sicher nicht den Bundesstaat.«

Watson, ein Demokrat, sagte, er wolle, dass die Polizei der Stadt an den Ermittlungen beteiligt werde, damit sie für »einen klaren Blick von außen« sorgen könne. Er halte es nicht für angemessen, wenn ICE die Ermittlungen allein durchführen würde. Die Einwohner von Austin hätten »das Recht, sich in ihrer Stadt sicher zu fühlen«, sagte Watson.

Am Ort des Geschehens waren zahlreiche Einsatzkräfte sowie eine Gruppe von etwa hundert Protestierenden. Einige Demonstranten beschimpften Polizisten, die Schutzschilde trugen. Ein Mann hielt ein Schild mit der Aufschrift »Niemand ist sicher« und auf der anderen Seite »ICE Nazi« in die Höhe.

»Der Schrecken ist in unsere Stadt gekommen: ICE hat heute Morgen in Austin auf eine Person geschossen«, schrieb der demokratische Kongressabgeordnete Greg Casar auf X. Zu Casars Wahlbezirk gehört ein Teil von Austin. Er forderte eine vollständige, unabhängige Untersuchung, die sofortige Veröffentlichung der Aufnahmen der Körperkameras und Konsequenzen für jeden ICE-Beamten, der gegen das Gesetz verstoßen habe. »Leider hat sich ICE bei Schießereien in anderen ​Städten nicht an die Wahrheit gehalten«, fügte Casar hinzu.

In den USA steht die Einwanderungsbehörde ICE wegen harter Einsätze gegen Migranten und umstrittener Festnahmen in der Kritik. Anfang des Jahres erschoss ein Beamter der Behörde die US-Bürgerin Renée Good. In den vergangenen Monaten gab es etwa in Houston und im Bundesstaat Maine Fälle von tödlichen Schusswaffeneinsätzen.

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