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US-Finanzminister Bessent kritisiert Klingbeil wegen Russland-Haltung

Welt

Auch Bundesbank-Präsident in Ungnade gefallen

US-Finanzminister kritisiert Klingbeil wegen Russland-Haltung

Von t-online

03.09.2026 - 22:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Beim G20-Treffen ist es zwischen Deutschland und den USA zu Spannungen gekommen. Washington störte sich nach einem Medienbericht besonders am Auftreten von Finanzminister Lars Klingbeil gegenüber Russland.

Die US-Regierung hat sich bei der Bundesregierung offenbar über das Verhalten von Finanzminister Lars Klingbeil und anderer deutscher Vertreter beim G20-Treffen in North Carolina beschwert. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. US-Finanzminister Scott Bessent habe demnach vor allem Klingbeils konfrontativen und kompromisslosen Kurs gegenüber dem russischen Finanzminister Anton Siluanow kritisiert.

Klingbeil hatte sich gegen die Teilnahme Siluanows gestellt, den Bessent ohne vorherige Abstimmung mit anderen G20-Staaten eingeladen hatte. Der SPD-Politiker lehnte es zudem ab, gemeinsam mit Siluanow für das traditionelle Gruppenfoto zu posieren. Andere europäische Teilnehmer unterstützten ihn, schließlich nahm der russische Minister nicht an dem Fototermin teil.

Klingbeil hatte erklärt, die Einladung Siluanows habe ihn irritiert. Nach seiner Einschätzung könne sie als Versuch verstanden werden, die Beziehungen zu Russland trotz des Kriegs gegen die Ukraine wieder zu normalisieren.

Bessent kritisiert Klingbeils Verhalten

Nach dem Treffen kritisierte Bessent den deutschen Finanzminister auch öffentlich. Klingbeil sei während eines Beitrags Siluanows aufgestanden und habe dem russischen Minister den Rücken zugedreht, erklärte der US-Finanzminister. Mit den Gesprächen vertraute Personen widersprachen dieser Darstellung jedoch. Einer von ihnen zufolge konfrontierte Klingbeil Siluanow direkt und forderte ihn auf, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden.

Die Spannungen zwischen beiden Seiten hatten sich bereits vor dem Treffen gezeigt. Klingbeil hatte vor seiner Reise in die USA erklärt, Kriege und Handelskonflikte schadeten der Wirtschaft und alle Staaten trügen Verantwortung für stabile geopolitische Bedingungen. Die Aussagen wurden laut Bloomberg auch als Botschaft an die Regierung von US-Präsident Donald Trump verstanden.

Neben Klingbeil sorgte auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel für Unmut in Washington. Das US-Finanzministerium beschwerte sich Bloomberg zufolge über seine Kritik an einer amerikanischen Intervention zugunsten des japanischen Yen. Nagel hatte erklärt, die USA hätten sich vor dem Verkauf von Euro mit ihren europäischen Partnern abstimmen sollen. Das Bundesfinanzministerium und die Bundesbank wollten sich gegenüber Bloomberg nicht zu den Vorgängen äußern.

Bessent hatte zuletzt auch behauptet, die Ukraine sei für die hohen internationalen Energiepreise verantwortlich, weil sie fortgehend russische Ölanlagen angreife. Das die Preise wesentlich anstiegen, nachdem die USA den Iran angegriffen hatten und die Straße von Hormus blockiert wurde, erwähnte er dabei nicht.

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