DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,02 % 64.298,69 USD 09:25:24 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

US-Inflationsdaten deutlich unter den Erwartungen - Bitcoin erholt sich wieder

Technologie

Am Montag dieser Woche standen die Kapitalmärkte wegen neu aufflammender Inflationssorgen deutlich unter Druck. Denn nachdem US-Präsident Donald Trump am Mittwoch vergangener Woche auf dem NATO-Gipfel mitteilte, dass die Mitte Juni beschlossene Waffenruhe mit dem Iran wieder vorbei sei, eskalierte der Konflikt abermals. Der Iran erklärte schließlich am Wochenende, dass die für den weltweiten Ölhandel so wichtige Straße von Hormus wieder geschlossen sei. Gestern hieß es dann vonseiten Trumps, dass sich die USA darum kümmern würden, die sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Im Gegenzug dafür verlange man Zölle in Höhe von 20 % des Frachtwerts – obwohl US-Außenminister Marco Rubio noch Ende Juni betonte, dass wegen des Völkerrechts kein Land auf einer internationalen Wasserstraße Mautgebühren oder Abgaben erheben dürfe. Laut Trumps gestrigem Post auf Truth Social sei zudem die Blockade iranischer Häfen wieder aktiv. Die Straße von Hormus ist OFFEN und wird OFFEN bleiben, mit oder ohne den Iran. Wir führen die „IRANISCHE BLOCKADE“ wieder ein, die so genannt wird, weil sie lediglich iranische Schiffe oder Kunden daran hindert, die Meerenge zu befahren oder zu verlassen. Alle anderen Länder werden fairen und ungehinderten Zugang zur Meerenge haben. Die USA werden von nun an als „HÜTER DER STRASSE VON HORMUZ“ bekannt sein, erhalten jedoch in dieser Funktion und aus Gründen der GERECHTIGKEIT eine Entschädigung in Höhe von 20 % aller beförderten Fracht, um alle Kosten zu decken, die für die Gewährleistung von Sicherheit und Schutz in diesem äußerst instabilen Teil der Welt erforderlich sind. Die Umsetzung und Organisation dieser Maßnahme wird unverzüglich beginnen. Donald Trump auf Truth Social Außerdem informierte der US-Präsident den Kongress formal über den neuen Krieg mit dem Iran, womit ein 60-Tage-Zeitraum für militärische Operationen startet. Zeitgleich nahmen die USA weitere Luftangriffe auf den Iran vor, die auf die Kapazitäten zur Kontrolle der Straße von Hormus abzielten. Der Iran attackierte im Gegenzug US-Militärbasen in der Region. Zuvor griff der Iran Öltanker an, die über eine andere Route die Meerenge passieren wollten, was als Hauptgrund für die beendete Waffenruhe angeführt wird. Im Rahmen der Eskalation kam der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder zum Erliegen und die Ölpreise stiegen am Montag erwartbarerweise um fast 10 %. All das wirkte sich auf die Inflationserwartung und damit den geldpolitischen Ausblick aus. Hinzu kam dann am Montag auch noch eine Rede von Notenbankgouverneur Christopher Waller, in der er betonte, dass die Federal Reserve zeitnah den Leitzins anheben sollte, wenn die Inflationsdaten nicht wieder zurücklaufen. Ich nehme die Inflationssignale, die ich heute angesprochen habe, nicht auf die leichte Schulter. Sollten wir diese Woche erneut einen hohen Wert bei der Kerninflation verzeichnen, wird das FOMC in naher Zukunft eine Straffung der Geldpolitik in Betracht ziehen müssen. Christopher Waller, FOMC-Mitglied In Reaktion darauf stieg die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Zentralbank in diesem Jahr noch eine Zinsanhebung vornehmen wird, von 59 auf zeitweise über 70 %, wie Daten von Polymarket zeigen. An den Kapitalmärkten sorgte die Einpreisung einer restriktiveren Geldpolitik entsprechend für Gegenwind. Der Technologieindex Nasdaq 100 verlor am Montag fast 2 %, während Bitcoin im Tagesverlauf circa 2,5 % nachgab. Auch Gold und Silber schwächelten und verloren zum Wochenauftakt 2,6 respektive 3,3 %. Demnach wurde umso mehr mit Spannung erwartet, wie die am heutigen Dienstag gemeldeten US-Inflationsdaten für den Monat Juni ausfallen würden. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Konsumgüterpreise im Juni um 3,5 %. Erwartet wurden 3,8 %. Für den Mai wurde noch eine Inflationsrate von 4,2 % gemeldet. Im Vormonatsvergleich gab es einen Rückgang des Preisniveaus um 0,4 %. Die Schätzungen lagen hier bei –0,1 %. Auch bei der für die Federal Reserve wichtigeren Kernrate, die die volatilen Komponenten Energie und Lebensmittel ausklammert, gab es positive Überraschungen: Die Kernrate stieg im Vorjahresvergleich um 2,6 % (2,8 % erwartet). Gegenüber dem Mai gab es keine Preissteigerung (0,0 %), die Schätzung lag bei 0,2 %. Das Problem an diesen Zahlen ist aber natürlich, dass die nicht die aktuellen Entwicklungen widerspiegeln. Dennoch ist es positiv zu werten, dass der zugrunde liegende Preisdruck deutlich geringer ist, als zuvor angenommen wurde – obwohl das berühmte 2-%-Ziel noch ein gutes Stück entfernt ist. Dies wird auch deutlich, wenn man die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung der Federal Reserve in diesem Jahr betrachtet. Laut Polymarket gab es jetzt wieder einen Rückgang auf 55 %. Donald Trump scheint sich mit dem Irankrieg unter dem Strich keinen Gefallen getan zu haben. Denn im Zuge der höheren Inflationsraten sind auch seine Zustimmungswerte gefallen. Für die im November anstehenden Midterm-Wahlen könnte das bedeuten, dass die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus und gegebenenfalls auch im Senat verlieren werden. Der Iran wird Trump wohl so leicht nicht davonkommen lassen. Denn die Kontrolle der Straße von Hormus hat sich als besonders effektiver Hebel des Landes herausgestellt. Eine Einigung im Sinne beider Parteien zu finden, dürfte sich als große Herausforderung darstellen. Je länger die Situation so anhält, desto wahrscheinlicher wird eine restriktivere Geldpolitik der Federal Reserve. Auf einen Preisschock mit Zinsanhebungen zu reagieren, ist zwar höchst umstritten, doch bei hartnäckigen Inflationsraten von über 3 % untätig zu bleiben, hat das Potenzial, die Vertrauenswürdigkeit zu untergraben. Mit den überraschend positiven Inflationsdaten dürfte es an der makroökonomischen Front jedoch erst einmal zu Entspannung kommen. Der Bitcoin-Kurs reagiert grundsätzlich ziemlich sensibel auf die US-amerikanische Geldpolitik. So konnte BTC beispielsweise deutlich zulegen, als der US-Leitzins im Zuge der Coronapandemie auf nahe null gesenkt wurde, während die Märkte mit Liquidität geflutet wurden. Als sich wegen höherer Inflationsraten dann die Zinswende anbahnte, ging BTC in den Bärenmarkt über. Aktuell befindet sich Bitcoin laut mehreren Indikatoren bereits nahe des Bärenmarktbodens. Sollte es an der makroökonomischen Front aber doch noch zu größerem Gegenwind kommen, ist gut vorstellbar, dass das Asset noch einmal unter Druck geraten wird. Möglich wäre aber auch, dass sich BTC trotzdem gut halten kann, selbst wenn die Aktienmärkte, die noch nahe ihrer Höchststände handeln, einbrechen sollten. Denn als der Irankrieg Ende Februar ausbrach, war BTC lange Zeit das Asset, das sich im Rahmen der Unsicherheiten am besten geschlagen hatte.

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