US-kanadischer Handelsstreit: Google Maps benennt Ontariosee nach Trump-Dekret in "Amerikasee" um
Nachdem US-Präsident Donald Trump angeordnet hat, den Ontariosee in »Amerikasee« umzubenennen, hat Google Maps dies übernommen. Wer den Kartendienst in den USA nutze, dem werde das Gewässer als »Amerikasee« angezeigt, teilte der US-Mutterkonzern Alphabet am Samstag mit. Für kanadische Nutzer ändere sich nichts. »Und diejenigen außerhalb der USA und Kanadas werden beide Namen sehen«, hieß es in einem Blogeintrag des Techkonzerns.
Trump verfügte am Donnerstag, den Ontariosee in dem offiziellen US-Verzeichnis geografischer Namen umzubenennen. Google Maps orientiere sich grundsätzlich an dem Verzeichnis, begründete Alphabet die Namensänderung. Der US-Konzern war bereits im vergangenen Jahr so vorgegangen, als Trump den Golf von Mexiko als »Golf von Amerika« eintragen ließ.
Kanada kritisiert die Umbenennung
Hintergrund für die Umbenennung des Ontariosees ist der Handelsstreit mit Kanada. Die USA verhängten auf zahlreiche kanadische Waren Zölle in Höhe von fünfzig Prozent. Das nördliche Nachbarland kündigte entsprechende Vergeltungszölle an, die Anfang September in Kraft treten sollen.
Kanada weist die Namensänderung des Ontariosees zurück. Premierminister Mark Carney reagierte bisher nicht auf Alphabets Entscheidung, verwies aber bereits am Donnerstag auf die geschichtlichen Hintergründe der Bezeichnung. »Der Name ist mehr als 400 Jahre alt und existierte bereits vor der Gründung der Kanadischen Konföderation und der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika.« Auf der Plattform X schrieb Carney, das indigene Volk der Wendat habe dem See seinen Namen gegeben. »Ontari'io« bedeutet demnach in ihrer Sprache »Der See ist schön, der See ist groß«.
Republikanischer Gouverneur nennt Änderung »kleinlich und enttäuschend«
Auch in den Vereinigten Staaten stieß die Namensänderung auf Widerspruch. So kündigte die Gouverneurin des US-Bundesstaats New York, die Demokratin Kathy Hochul an, ihr Staat werde die Bezeichnung als »Amerikasee« nicht übernehmen. Auch ein Parteifreund Trumps kritisierte dessen Entscheidung: Der republikanische Gouverneur von Vermont, Phil Scott, nannte diese »kleinlich und enttäuschend«.