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US-Krieg gegen Iran: Trump versinkt in seinem Chaos

Allgemein

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die USA greifen den Iran erneut an, das Regime in Teheran reagiert mit Attacken auf US-Stützpunkte in der Region. Die erneute Eskalation ist keine Überraschung, sondern die logische Folge eines großen Missverständnisses. Donald Trump schimpft wieder. Auf dem Nato-Gipfel in Ankara erklärte der US-Präsident am Mittwoch das Rahmenabkommen für einen möglichen Frieden mit dem Iran für beendet und kündigte erneute US-Angriffe an. Die Gründe dafür: Teheran greift weiter Schiffe in der Straße von Hormus und das iranische Regime bestehe laut Trump aus "bösen, kranken Leuten". Die Wut des US-Präsidenten ist gerechtfertigt. Denn das iranische Regime nutzt schamlos aus, dass Trump keinen langen Krieg und deshalb keine weitere Eskalation mit verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft will. Teheran spielt mit dem Feuer, weil es glaubt, dass von Trump viel heiße Luft kommt und die Eskalation begrenzt bleibt. Mittlerweile geht es in dem Krieg nicht mehr um das iranische Atomprogramm oder möglicherweise um einen Regimewechsel. Der Seehandel über die Straße von Hormus ist nun der zentrale Konfliktpunkt. Dem liegt ein großes Missverständnis im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zugrunde: Während Washington dachte, dass der Iran die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus garantiere, sieht sich Teheran als neuer Zollmeister der Seestraße. Und das iranische Regime möchte davon finanziell profitieren. Die erneute Eskalation und das Scheitern des Rahmenabkommens kommen deshalb mit Ansage. Es ist aber nicht falsch, dass Trump dem Iran militärische Grenzen aufzeigt und die Amerikaner militärische Ziele in Küstennähe attackieren. Denn die freie Schifffahrt in der Region muss gewährleistet werden. Trotzdem wiederholt der US-Präsident seine Fehler im Krieg und schaufelt das Loch immer tiefer, welches er sich selbst gegraben hat. Trump braucht eine Strategie Dieser Konflikt ist für die USA militärisch so nicht zu gewinnen. Trump steht innenpolitisch vor den US-Zwischenwahlen unter Druck und will auch keine Bodentruppen schicken. Teheran sitzt deshalb am längeren Hebel, auch wenn es immer wieder amerikanisch-israelische Angriffe fürchten muss. Trump räumt dieses Chaos allerdings nicht auf. Da er keinen großen Krieg möchte, bräuchte er einen politischen Plan, um nachhaltigen Druck auf Teheran aufbauen zu können. Doch den scheint er nicht zu haben. Naheliegend wäre gewesen, wenn Washington eine dauerhafte internationale Militärpräsenz zur Sicherung der Straße von Hormus organisiert hätte sowie eine damit einhergehende enge Kooperation mit all jenen Ländern, die auf den freien Seehandel angewiesen sind. Auch zusätzliche US-Basen in der Region einzurichten, wäre sinnvoll gewesen. Stattdessen schien Trump nach der zeitweiligen Deeskalation des Iran-Krieges zunächst andere Prioritäten zu haben – seinen Geburtstag, Käfigkämpfe und Jubiläumsfeiern. Er hat sich nicht auf die neue Kriegsrealität eingestellt. Statt um Hilfe zu bitten, gemeinsame Pläne zu entwickeln, fordert er diese Hilfe mit aggressiver Rhetorik von US-Verbündeten ein. Er lernt nicht aus den Fehlern der Vergangenheit, sondern wiederholt sie. Das könnte verheerende Folgen haben: Kommt der Iran mit der Blockade der Seehandelswege voran, wären die Konsequenzen für die Weltwirtschaft gravierend. Andere Regime weltweit bekommen aktuell demonstriert, wie machtvoll dieses Instrument sein kann. Deshalb darf die gezielte Attacke auf den Welthandel keine Schule machen. Es wird daher höchste Zeit, dass Trump nun einen anderen Kurs einschlägt und das Versäumte nachholt. Außerdem sollten die USA und der Iran möglichst schnell direkt miteinander verhandeln. Aber ob Trump zu alldem in der Lage ist, das ist mehr als fraglich.

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