US-Militär investiert 2,2 Milliarden Dollar in Mini-Atomkraftwerke
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Kritische Infrastruktur US-Militär investiert 2,2 Milliarden Dollar in Mini-Atomkraftwerke
Die US-Armee fürchtet um die Versorgung ihrer kritischen Infrastruktur im Krisen- und Konfliktfall. Deshalb setzt es auf eine neue Reaktortechnik, die bislang in den USA noch nicht im Betrieb ist.
27.08.2026, 14.07 Uhr
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Das U.S.-Heer hat Aufträge im Wert von insgesamt 2,2 Milliarden Dollar (1,89 Milliarden Euro) über den Bau und Betrieb von kleineren Atomkraftwerken an fünf Unternehmen vergeben. Mit den sogenannten Small Modular Reactors (SMR) sollen zunächst fünf Militärstützpunkte in den USA ausgerüstet werden, wie der unter anderem für Energie zuständige Heeresvertreter Jeff Waksman am Mittwoch sagte. Bislang sind in den USA noch keine SMR im Betrieb.
»Wir wissen, dass unser inländisches Stromnetz potenziell gefährdet ist«, sagte Waksman. »Wir wissen auch, dass wir in einem Konflikt nicht unbedingt problemlos fossile Brennstoffe dorthin bringen können, wo wir sie brauchen.« Derzeit sei die kritische Infrastruktur des Heers im Fall eines Ausfalls der Anbindung an das normale Stromnetz auf »eine Form von flüssigem fossilem Brennstoff angewiesen, vor allem Diesel«.
Deutlich kleiner als herkömmliche Atomkraftwerke
Unter den ausgewählten fünf Unternehmen sind die beiden Start-ups Antares Nuclear und Radiant Industries und die renommierten Konzerne aus der Nuklearindustrie Westinghouse und General Atomics.
Kleine Atomkraftwerke – oft benannt mit dem englischen Kürzel SMR – sind deutlich kleiner als herkömmliche Atomkraftwerke. Typisch für ein SMR ist nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) eine Kapazität von bis zu 300 Megawatt elektrischer Leistung.
In den USA haben bislang insgesamt fünf Unternehmen SMR-Prototypen so weit entwickelt, dass sie allein und ohne externe Energiezufuhr betrieben werden und zumindest theoretisch selbst Energie produzieren können. Nur das Reaktordesign des Herstellers NuScale erhielt bislang die Genehmigung der US-Atomaufsichtsbehörde NRC.
Das US-Militär habe seinen eigenen, auf seine Bedürfnisse abgestimmten Zertifizierungsprozess, sagte Waksman. Das hatte es der US-Marine bereits 1954 erlaubt, mit der USS »Nautilus« das weltweit erste atomgetriebene U-Boot aufzulegen – dieses war mit dem Vorläufer der SMRs ausgestattet.
Das Militär arbeite mit dem Energieministerium und der NRC zusammen, um »unsere Regulierungsprozesse so weit wie möglich aufeinander abzustimmen«, fuhr Waksman fort. Auf diese Weise könnten die Unternehmen, die SMRs für das Militär entwickeln, einen direkten Weg »von der Genehmigung durch das Heer zur hoffentlich bald darauffolgenden Genehmigung durch die NRC einschlagen«. Die Firmen könnten dann ihre Reaktoren auch an die Industrie oder an Kommunalverwaltungen verkaufen.
Der Flächenbedarf von SMR unterscheidet sich nach Typ des Reaktors. Der Energietechnikhersteller nimmt für ein SMR in einem Beispiel den Flächenbedarf von etwa 10.000 Quadratmetern an, also weniger als zwei Fußballfelder. Demnach braucht ein herkömmliches Atomkraftwerk eine Fläche von einem bis zwei Quadratkilometern, also zwischen 140 und 280 Fußballfeldern.
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fhi/AFP