US-News: Armeeminister Driscoll wirft wohl Amt hin
Newsblog zur US-Politik
Hegseth wird weiteren Kritiker los
Aktualisiert am 23.08.2026 - 11:33 UhrLesedauer: 17 Min.
Armeeminister Driscoll beabsichtigt wohl aufzuhören. Trump attackiert einen ehemaligen engen Vertrauten. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Sonntag, 23. August
Zollstreit USA-Kanada: Wirtschaft fordert neue Verhandlungen
Nach der Eskalation im Zollstreit zwischen den USA und Kanada warnen Wirtschaftsverbände in beiden Ländern vor den Folgen und dringen auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Neue Zölle könnten die Kosten für US-Unternehmen und Verbraucher erhöhen, wichtige Lieferketten stören und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern belasten, erklärte Joshua Bolten, der Vorsitzende der US-Managervereinigung Business Roundtable.
Beide Regierungen sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren, und schädliche Zölle abschaffen, forderte Bolten. Ähnlich äußerte sich der Chef des kanadischen Industrieverbandes: "Unser Wunsch wäre, dass sie schnell wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Ich glaube aber nicht, dass das in absehbarer Zeit passieren wird," sagte Dennis Darby der Zeitung "Globe and Mail" am Samstag.
Darby ist auch Mitglied des Beratungsgremiums von Premierminister Mark Carney für die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA. Besonders problematisch sei die anhaltende Ungewissheit für die Investitionsbereitschaft von Unternehmen, so Darby. Wenn das Hin und Her langfristig anhalte, könne dies das Vertrauen der Firmen in ihre Investitionsentscheidungen untergraben, sagte Darby. Die Lage sei bereits von Unsicherheit geprägt gewesen und könne nun "noch volatiler" werden, warnte der Verbandschef.
Trump soll Ehrenrunde bei Rennen drehen
US-Präsident Donald Trump gibt am Sonntag den Startschuss zu einem Autorennen in Washington im Zuge der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA. Trump wird den Organisatoren zufolge beim "Freedom 250 Grand Prix" in seiner "The Beast" genannten gepanzerten Limousine eine Ehrenrunde drehen. Anschließend soll er die grüne Flagge schwenken, um das Rennen starten zu lassen. Das Autorennen bildet den Abschluss der 250-Jahr-Feierlichkeiten.
Experte: Kanada und USA bereits im Handelskrieg
Der eskalierende Zollstreit zwischen den USA und Kanada schürt die Sorge vor einem ausgewachsenen Handelskrieg der Nachbarstaaten. "Sollte Ottawa die Zölle nachziehen und Trump darauf mit einer Eskalation reagieren, würden beide Seiten in eine kostspielige und schädliche Spirale aus Vergeltungsmaßnahmen geraten", schrieb der Leiter des Center for a New American Security, Richard Fontaine, auf der Plattform X. Die beiden Länder befänden sich bereits jetzt in einem Handelskrieg.
Hegseth-Gegner Driscoll gibt wohl auf
Der amerikanische Armeeminister Dan Driscoll plant offenbar, sein Amt im Pentagon gegen Ende 2026 niederzulegen – nach monatelangem Machtkampf mit Verteidigungsminister Pete Hegseth. Das berichteten ein ehemaliger Mitarbeiter des Weißen Hauses sowie eine weitere mit den Gesprächen vertraute Person gegenüber der US-Zeitung "The Hill".
Driscoll, ein Vertrauter von Vizepräsident Vance, war am 25. Februar vergangenen Jahres mit 66 zu 28 Stimmen vom Senat bestätigt worden.
Ein Sprecher Driscolls wollte sich nicht dazu äußern. Ein US-Regierungsbeamter, der zu internen Beratungen anonym Auskunft gab, bestätigte The Hill am Samstag, von einem ähnlichen Zeitrahmen für Driscolls Abgang gehört zu haben.
Während seiner Amtszeit setzte sich Driscoll dafür ein, die Lebensbedingungen der Soldaten zu verbessern, die Ausrüstung der Armee zu modernisieren und von den ukrainischen Streitkräften zu lernen, wie sich zivile Technologie im modernen Kriegsgeschehen nutzen lässt. Der frühere Risikokapitalgeber Driscoll pflegte während seiner Amtszeit zudem eine enge Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Generalstabschef der Armee, General Randy George – der Anfang April von Hegseth aus seinem Amt gedrängt wurde.
Samstag, 22. August
Verhandlungen gescheitert: Kanada belegt USA mit Strafzöllen
Nach den geplatzten Zollverhandlungen mit den USA hat Kanadas Premierminister Mark Carney Gegenzölle ab dem 8. September angekündigt. Die Maßnahmen würden sich auf Sektoren wie Stahl, Milchprodukte, landwirtschaftliche Ausrüstung und Elektrogeräte konzentrieren, teilte Carney mit. "Das ist eine gezielte Reaktion, um unsere Industriezweige zu schützen und zu verteidigen und ihnen zu ermöglichen, auf dem kanadischen Markt mit US-Produkten zu konkurrieren."
Zuvor waren Verhandlungen zwischen den beiden Ländern ohne Einigung zu Ende gegangen. Damit erheben die USA einen Zoll von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar. Die Zölle betreffen unter anderem Wein, Hockeyschläger, Möbel sowie Milchprodukte. Carney hatte bereits mitgeteilt, dass Kanada die Zölle in gleicher Höhe erwidern werde.
Trump geht auf Ex-Vertrauten los
Donald Trump hat seinen ehemaligen Vertrauten Tucker Carlson scharf kritisiert. Bei Truth Social schrieb Trump über den ehemaligen Fox-Journalisten: "Niemand interessiert sich für ihn, er hat einen sehr niedrigen IQ." Trump spekulierte, Carlson wolle in die Politik, müsse aber in seinen Augen zuvor einen Wissenstest absolvieren. "Er hätte keine Chance. Tucker ist und war schon immer ein Loser." Trumps Beitrag endet mit den Worten: "Gepriesen sei Allah!"
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Jahrelang war Carlson einer der engsten Verbündeten Trumps. Im Zuge des Kriegs im Iran hatte sich der Journalist allerdings immer weiter distanziert. Als Trump sich in einem Post mit Jesus verglich, bezeichnete Carlson den US-Präsidenten als "böse".
Keine Einigung zwischen den USA und Kanada
Im Zollstreit zwischen den USA und Kanada haben beide Seiten keine Einigung finden können. Dies gab in der Nacht zum Samstag der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer unmittelbar vor Auslaufen einer von Präsident Donald Trump gesetzten Frist bekannt. Mit den Verhandlungen zwischen beiden Ländern sollte eigentlich das Inkrafttreten von neuen US-Zöllen in Höhe von 50 Prozent für bestimmte kanadische Produkte um Mitternacht Ortszeit (6 Uhr MESZ) verhindert werden.