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US Open 2026: Altmaier verliert nach Kreislaufproblemen gegen Svajda

Sport

Am Ende des denkwürdigen Spiels mit zwei Stunden Regenunterbrechung und mehreren medizinischen Unterbrechungen gewann Svajda mit 6:3, 6:1, 6:7 (5:7) und 6:2. Das reine Ergebnis gab aber nicht mal ansatzweise wieder, was sich zuvor auf dem Platz für ein Drama abgespielt hatte.

Vor allem bei 1:3 und 0:40 im zweiten Durchgang wurde es bizarr auf dem spärlich besuchten Court Nummer 15 in Flushing Meadows. Altmaier ging plötzlich kopfschüttelnd in Richtung der Stuhlschiedsrichterin und streckte ihr die Hand entgegen. Alles sah nach einer vorzeitigen Aufgabe des Kempeners aus, der zuvor mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte. Die Schiedsrichterin machte eine Handbewegung in seine Richtung und schien auf die Bank zu deuten - er solle sich nochmal setzen und sich behandeln lassen, könnte das bedeutet haben.

Offenbar Schwindelgefühle beim Deutschen

Schon vorher bei 2:5 im ersten Satz saß Altmaier länger als üblich auf seinem Stuhl und hatte ärztliche Betreuung in Anspruch genommen. Dabei machte ein Therapeut eine kreisende Handbewegung vor dem Gesicht des Deutschen, was so aussah, als würde er den Spieler fragen, ob ihm schwindelig sei. Kurz danach raffte sich Altmaier aber wieder auf, gewann noch ein Spiel, ehe er den Durchgang mit 3:6 an den US-Amerikaner abgab.

Als auch der zweite Satz einen ähnlichen Verlauf nahm, wollte Altmaier offenbar aufgeben. Doch als die Schiedsrichterin gerade einschlagen wollte, zog Altmaier seine Hand zurück und ging nochmal auf seine Spielerbank. Die Therapeuten versuchten es dann offenbar mit Riechsalz, die Partie ging weiter. Aber wirklich energiegeladen wirkte der Deutsche zu keinem Zeitpunkt - der zweite Satz ging mit 1:6 verloren.

Fast wie bei "Schluss, Schluss!" von Boris Becker

Die Szene mit der Beinahe-Aufgabe erinnerte aber an einen Helden-Epos, den Tennis-Deutschland nie vergessen wird. 1985 rutschte der damals 17-jährige Boris Becker in seinem Wimbledon-Achtelfinale gegen Tim Mayotte bei 1:2-Satzrückstand weg, verletzte sich am Knöchel und ging Richtung Schiedsrichterstuhl.

Der Leimener ruderte mit beiden Armen überkreuz und sagte die legendären Worte: "Schluss, Schluss!". Auf der Tribüne intervenierten dann aber Manager Ion Tiriac und Trainer Günther Bosch blitzartig, Becker setzte sich doch nochmal hin, ließ sich behandeln und gewann das Spiel noch in fünf Sätzen. Und anschließend das ganze Turnier.

Längeres Medical Timeout nach zwei Sätzen

Zugegeben: Bei Altmaier sprach nach zwei glatt verlorenen Sätzen und zwei Behnadlungspausen so gut wie nichts mehr dafür, dass er die Partie zu Ende bringen würde, geschweige denn sie noch zu drehen und schon gar nicht anschließend die US Open zu gewinnen. Sein Kampfgeist war trotzdem enorm.

Svajda schaute etwas verdutzt, als es nach einem längeren Medical Timeout weiterging und Altmaier beim Stand von 2:2 im dritten Satz plötzlich zwei Breakbälle hatte. Doch der Amerikaner blieb cool. Er wehrte den ersten mit einer starken Stopp-Lob-Kombination ab, bei der zweiten Chance ging Altmaier beim zweiten Aufschlag von Svajda mutig, aber schlecht vorbereitet ans Netz, bekam die Kugel um die Ohren gehauen und verlor das Spiel doch noch.

Svajda scheinbar ungerührt - aber er verliert den Tiebreak

Immerhin war es nun aber ein Satz auf Augenhöhe. Und die Energie kehrte bei Altmaier zurück. Als er bei 4:4 und 30:30 eine Riesenchance vergab, sich einen weiteren Breakball zu erspielen, knallte er wütend den Schläger auf den Court. Auf der anderen Seite nahm Svajda das ganze Geschehen äußerlich komplett unbeeindruckt zur Kenntnis. Er spielte einfach seinen Stiefel herunter, streute immer wieder Asse ein, hatte eine gute Länge in seinen Schlägen und schlug hervorragende Passierbälle. Doch im Tiebreak hatte er plötzlich keine Antwort mehr: Altmaier gewann tatsächlich den Satz mit 7:6 (7:5).

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