US Open: Wieder Kritik an Zverev nach Finalsieg
Die umstrittene Aufschlagroutine von US-Open-Sieger Alexander Zverev hat auch rund um das Finalduell mit US-Lokalmatador Ben Shelton für Diskussionen gesorgt.
"Ich denke, es sollte eine Regel geben", sagte Shelton nach Zverevs 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 im Endspiel. "Man sollte keine unbegrenzte Zeit haben. Ich denke, für unseren Sport ist es schwierig, so lange auf den nächsten Ballwechsel zu warten."
Was ist der Stein des Anstoßes? Zverev ließ den Ball bei den US Open sehr oft aufspringen, bevor er servierte. Vor dem zweiten Aufschlag gibt es dafür bislang keine Zeitbegrenzung.
Kritik gab es während des Finalmatches auch von Bryan Shelton, Papa und Trainer von Zverevs Kontrahenten. "Sascha bounced den Ball so oft, das bringt dich raus", moserte der Ex-Profi bei "ESPN".
Vor dem ersten Aufschlag haben die Spieler 25 Sekunden Zeit, um den Ball ins Spiel zu bringen, nachdem Schiedsrichterin oder Schiedsrichter den Spielstand angesagt hat. Weil dies zu lange dauerte, kassierte Zverev während des Endspiels gegen Shelton eine Verwarnung.
US Open: Alexander Zverev im Finale verwarnt
Zudem gab es auf dem Platz weitere Debatten über das Thema. Schiedsrichterin Marijana Veljovic habe ihm gesagt, dass er sich vor dem Aufschlag Zverevs früher bereitmachen müsse, berichtete Shelton.
"Ich werde nicht 30 Sekunden lang in einer Position mit angewinkelten Knien und angespanntem Körper verharren, während ich warte", sagte der 23-Jährige. "Wenn er den Ball 20 bis 25 Mal aufprallen lässt, sollte ich nicht einfach nur da warten müssen."
Der 23-Jährige betonte aber, dass seine Müdigkeit gegen Ende der Partie nicht damit in Verbindung gestanden habe.
Auch Halbfinal-Gegner Khachanov übt Kritik
Zverevs Aufschlagroutine hatte auch beim unterlegenen Halbfinal-Gegner Karen Khachanov für Kritik gesorgt. "Das nervt nicht nur mich, sondern natürlich viele Spieler, weil es so viel Zeit kostet", klagte der Russe: "Man weiß gar nicht, wie man sich auf den Aufschlag vorbereiten soll."
Zverev selbst berichtete vor dem Duell mit Khachnov, er habe in den sozialen Netzwerken eine Statistik gesehen, wonach er den Ball zu diesem Zeitpunkt bei den US Open schon 12.000 Mal aufspringen gelassen hatte.
"Das ist ziemlich lustig", sagte Zverev dazu und stellte klar, er habe keine Ahnung, warum er dies mache, es sei keine Absicht.