DAX +0,57 % 25.505,39 Pkt 11:12:26 MDAX +1,42 % 32.418,47 Pkt 11:12:31 Euro Stoxx 50 +0,31 % 6.301,48 Pkt 11:12:30 Dow Jones +0,96 % 52.210,08 Pkt 22:52:48 S&P 500 +0,07 % 7.413,18 Pkt 22:52:41 Nasdaq -0,82 % 24.932,08 Pkt 23:15:59 Nikkei -3,95 % 62.364,92 Pkt 08:45:03 Gold -0,77 % 4.043,00 USD 11:17:18 Silber -1,29 % 57,72 USD 11:16:22 Brent -2,27 % 86,35 USD 11:15:43 WTI -2,00 % 80,96 USD 11:17:30 Bitcoin -0,52 % 63.392,98 USD 11:27:17 EUR/USD -0,22 % 1,13700 USD 11:27:22 EUR/GBP +0,19 % 0,85510 GBP 11:27:31 EUR/CHF +0,17 % 0,93170 CHF 11:27:30 EUR/JPY -0,12 % 186,210 JPY 11:27:31

US-Schuldenberg macht Gold und Bitcoin wieder interessanter

Technologie

Die Vereinigten Staaten stehen kurz davor, die Marke von 40 Billionen Dollar Staatsschulden zu überschreiten. Wie „Blox Nieuws“ unter Berufung auf die Datenbank „Debt to the Penny“ des US-Finanzministeriums berichtet, liegt der Schuldenstand zuletzt bei rund 39,6 Billionen Dollar. Eine unmittelbare Zahlungsunfähigkeit folgt daraus nicht. Doch steigende Zinskosten schränken den politischen Handlungsspielraum ein und können weltweit die Kapitalmärkte belasten. Das Wichtigste zum US-Schuldenberg in Kürze: Der US-Schuldenstand nähert sich 40 Billionen Dollar. Steigende US-Renditen können Kredite auch in Deutschland verteuern. Eine schwächere US-Wirtschaft trifft deutsche Exportunternehmen. Gold und Bitcoin reagieren unterschiedlich auf Schulden- und Inflationsängste. Schulden der USA: Zinsdruck erreicht Deutschland Das überparteiliche Congressional Budget Office erwartet für das Haushaltsjahr 2026 ein Defizit von 1,9 Billionen Dollar. Allein die Nettozinsausgaben dürften rund eine Billion Dollar erreichen. Bis 2036 könnten sie sich auf 2,1 Billionen Dollar verdoppeln. Damit fließt ein wachsender Teil der Einnahmen nicht in Infrastruktur, Bildung oder Krisenprogramme, sondern an die Gläubiger des Staates. Nach Berechnungen des Congressional Budget Office fließen 2026 rund eine Billion Dollar in Nettozinszahlungen. Bei erwarteten Gesamtausgaben von 7,4 Billionen Dollar entspricht das etwa 14 Prozent des US-Bundeshaushalts – also ungefähr jedem siebten Dollar. ANZEIGE ANZEIGE Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Tilgung des Schuldenbergs. Auslaufende Staatsanleihen werden in der Regel durch neue Anleihen ersetzt. Solange die USA mehr ausgeben als einnehmen, wächst die Gesamtverschuldung deshalb trotz der laufenden Rückzahlungen weiter. US-Staatsanleihen gelten außerdem weltweit als wichtiger Maßstab für sichere Zinsen. Steigen ihre Renditen, werden sie für Anleger attraktiver. Dann können Investoren Geld aus europäischen Anleihen abziehen und in die USA umschichten. Damit deutsche oder andere europäische Anleihen weiterhin Käufer finden, müssen auch sie oft höhere Zinsen bieten. An den Märkten geschieht das über fallende Anleihekurse: Sinkt der Kurs einer bestehenden Anleihe, steigt ihre Rendite. Deutsche Anleihen könnten unter Verkaufsdruck geraten Ein einfaches Beispiel: Bringt eine US-Staatsanleihe plötzlich vier Prozent, eine deutsche Bundesanleihe aber nur zwei Prozent, wechseln manche Anleger in die USA. Dadurch geraten deutsche Anleihen unter Verkaufsdruck und ihre Renditen steigen. Die Europäische Zentralbank stuft das Risiko von Übertragungseffekten auf die Staatsanleihemärkte des Euroraums als hoch ein. Höhere Kapitalmarktzinsen können Baufinanzierungen, Unternehmenskredite und staatliche Investitionen verteuern. Der Zusammenhang ist jedoch nicht automatisch gegeben. In Krisenzeiten gelten deutsche Bundesanleihen selbst als sicherer Hafen. Dann können ihre Renditen trotz steigender US-Zinsen auch sinken. Hinzu kommt die Exportabhängigkeit. Deutschland lieferte von Januar bis November 2025 Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro in die USA, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Eine amerikanische Rezession würde vor allem exportorientierte Branchen wie Fahrzeugbau, Maschinenbau, Chemie und Pharma stark belasten. Gold profitiert von Inflationssorgen Gold profitiert häufig von solchen Inflationssorgen, geopolitischer Unsicherheit und Zweifeln an Papierwährungen. Es erzielt jedoch keine laufenden Erträge und kann bei hohen Realzinsen unter Druck geraten. Reuters beobachtet dennoch eine wachsende Nachfrage nach realen Vermögenswerten, weil klassische Anleihen zeitweise weniger zuverlässig diversifizieren. Der Grund: Gold ist nur begrenzt verfügbar und kann nicht beliebig vermehrt werden. Wenn Anleger befürchten, dass hohe Staatsschulden langfristig zu mehr Inflation oder einer schwächeren Währung führen, suchen sie deshalb nach einem stabilen Gegenwert. Allerdings schwankt auch der Goldpreis. Vor allem dann, wenn sichere Anleihen nach Abzug der Inflation wieder attraktive Zinsen bieten, verliert Gold an Reiz, weil es selbst keine Zinsen oder Dividenden abwirft. Bitcoin wird durch US-Schuldenberg interessanter Die Zahl der Bitcoins ist begrenzt: Insgesamt sollen nie mehr als 21 Millionen Bitcoin im Umlauf sein. Ein großer Teil davon existiert bereits, die übrigen entstehen nach und nach. Das macht die Kryptowährung für manche Anleger als möglichen Schutz vor einer starken Ausweitung der Geldmenge interessant. Anders als Gold hat Bitcoin jedoch eine kurze Geschichte und schwankt deutlich stärker. In Börsenpaniken verhält sich die Kryptowährung deshalb oft eher wie eine riskante Technologieanlage. Anleger verkaufen in unsicheren Phasen häufig zuerst solche Vermögenswerte. Steigen zugleich die Zinsen, werden sichere Staatsanleihen attraktiver. Dann kann weniger Geld in Bitcoin fließen und der Kurs unter Druck geraten. Die hohen US-Schulden machen Gold und Bitcoin daher als Beimischung interessanter. Einen verlässlichen Schutz vor Inflation oder Kursverlusten bieten beide Anlagen aber nicht.

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