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US-Startup wirft seine Solarmodule einfach auf den Boden

Technologie

Wer braucht schon Halterungen? Im kalifornischen Fresno ist erstmals ein Solarpark ans Netz gegangen, bei dem die Solarmodule direkt auf der Erde liegen statt in einem Stahlgestell. Entwickelt wurde die Anlage vom US-Startup Erthos für die städtischen Wasserwerke von Fresno. Der Grund für die ungewöhnliche Anordnung: Die Solarmodule auf den Boden zu legen, sei einfach billiger. „Mit Erthos konnten wir erhebliche und kostspielige Bauarbeiten vermeiden, ebenso wie die Kosten für Stahlkonstruktionen und deren Montage“, sagt Erinne Davis vom Projektentwickler Forefront Power. Schluss mit Stahl Eigentlich werden bei klassischen Freiflächenanlagen die Module auf Gestellen aus Stahl oder Aluminium befestigt. Das jedoch bedeutet Aufwand: Fundamente müssen errichtet, die Konstruktionen müssen transportiert und montiert werden. Bei seinem sogenannten „Earth Mount Solar“-System verzichtet Erthos einfach auf diese Unterkonstruktion. Stattdessen werden die Solarmodule direkt auf dem vorbereiteten Boden installiert. Kleines Kraftwerk Ohne diese Einsparungen hätte das Projekt gar nicht umgesetzt werden können, sagt Davis. Nachdem Forefront Power im Jahr 2023 mit der Planung begonnen hatte, seien Material- und Arbeitskosten infolge von Inflation und Lieferengpässen stark angestiegen. Eine konventionelle Anlage wäre an dem Standort daher nicht mehr wirtschaftlich gewesen. ANZEIGE ANZEIGE Roboter düst über die Solarmodule Die Konstruktion soll aber nicht nur Kostenvorteile liefern. Weil zwischen den Modulreihen kein klassischer Reihenabstand erforderlich ist, können auf der Fläche mehr Module untergebracht werden. Die fertige Anlage sieht dann mehr wie ein Fliesenboden aus als wie ein klassischer Solarpark. Mit der Boden-Lösung sind die Solarmodule zwar größerer Verschmutzung ausgesetzt, nach Angaben von Erthos lassen sie sich aber auch leichter reinigen – mit einem speziellen Roboter. Der sogenannte Erth Bot fährt nachts über die Modulflächen und entfernt Staub und Schmutz mit einer trockenen Nylonbürste. Mehr Strom als erwartet Bei Forefront Power jedenfalls ist man optimistisch: Seit der Inbetriebnahme im März habe die Anlage bislang knapp mehr Strom produziert als erwartet, heißt es in einer Mitteilung. Bislang seien 862 Megawattstunden Strom erzeugt worden, das sind 101 Prozent der eigentlich prognostizierten Menge. Offen ist allerdings noch, wie groß die Kostenersparnis im Vergleich zu einer konventionellen Anlage ausfällt, die beteiligten Unternehmen nennen dazu keine Zahlen. Unklar ist auch, wie sich die ungewöhnliche Montage auf die Lebensdauer der Module auswirkt – und was das für die Wartungs- und Reparaturkosten bedeutet. Der Park in Fresno wird dafür jetzt ein erster großer Test. +++ Keine Klima-News mehr verpassen – abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal +++

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