US-Wahlkampf: US-Republikanerin wirft Donald Trump "Verrat" an Hispanics vor
US-Präsident Donald Trump sieht sich sieben Wochen vor den Midterm-Wahlen Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar aus Florida, die um ihren Wiedereinzug ins Repräsentantenhaus kämpft, kritisierte offen Trumps Migrationspolitik. In einer Videobotschaft auf X sagte sie: »Herr Präsident, einige Ihrer Maßnahmen zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts sind zu weit gegangen.«
Salazar warf Trump vor, dass viele von den Behörden festgehaltene Menschen keine Vorstrafen hätten. »Dieselben Hispanics, die Ihnen 2024 geholfen haben, ins Weiße Haus zu gelangen, fühlen sich heute verraten«, sagte sie. Die 64-Jährige ist seit 2021 Abgeordnete im Kongress.
Hoher Anteil an hispanischen Wählern in Florida
Mutmaßlich steht hinter Salazars Angriff auf Trump die Sorge, dass die Republikaner vor den Midterm-Wahlen im November die wichtige Wählerschaft der spanischsprachigen US-Amerikaner wegen der teils brutalen Razzien der Einwanderungsbehörde ICE verlieren könnten. In Salazars Heimat Florida ist der Bevölkerungsanteil der Latinos hoch. Trump hatte vor Beginn seiner zweiten Amtszeit eine harte Migrationspolitik und massenhafte Abschiebungen angekündigt.
Der überparteiliche Cook Political Report sieht für Salazars Wahlbezirk im Raum Miami derzeit einen Vorsprung für die Republikanerin. Auch Trump hat in Florida vielerorts eine treue Wählerschaft. Allerdings sind die persönlichen Umfragewerte für Trump derzeit schlecht. Historisch gilt Florida zudem als sogenannter Swing State, in dem die Wählerschaft mal republikanisch, mal demokratisch wählt. Gerade in Großstädten wie Miami und Orlando sind die Demokraten stark.