USA: 26-Jähriger stirbt bei Einsatz der US-Migrationsbehörde ICE
Bei einem Einsatz der US-Migrationsbehörde ICE im Bundesstaat Maine ist offenbar erneut ein Mensch erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich in dem Ort Biddeford, teilte der Sprecher des Repräsentantenhauses von Maine, Ryan Fecteau, auf Facebook mit. Dabei bestätigte er die Beteiligung von ICE, ohne Details zu nennen. Die Gouverneurin von Maine, Janet Mills, sagte, dass sie »über die tödlichen Schüsse in Biddeford (...) unter Beteiligung von Bundesbehörden« informiert worden sei. Lokalen Bürgerrechtsorganisationen zufolge handelt es sich bei dem Getöteten um einen 26 Jahre alten Mann aus Kolumbien, der eine Arbeitserlaubnis in den USA hatte. Die US-Senatorin Susan Collins schrieb auf X, dass die US-Bundespolizei FBI ermittle. Sie forderte eine unabhängige Untersuchung. Erst vor wenigen Tagen hatte ein ICE-Beamter im texanischen Houston bei einem Einsatz einen Einwanderer aus Mexiko erschossen. Nach Darstellung des Heimatschutzministeriums hatte dieser sich den Anweisungen der Beamten widersetzt, mit seinem Auto ein Einsatzfahrzeug gerammt und anschließend versucht, einen Beamten mit seinem Fahrzeug zu erfassen. Daraufhin habe ein ICE-Beamter geschossen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. In ähnlichen Fällen hatten zuvor Videoaufnahmen der Einsätze erhebliche Zweifel an den Darstellungen der Behörde aufgeworfen. Insgesamt vierter Todesfall im Zusammenhang mit ICE seit Jahresbeginn Zuletzt kündigte die mexikanische Regierung eine strafrechtliche Verfolgung wegen zahlreicher Todesfälle mexikanischer Migranten bei Einsätzen oder im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE an. Wie Außenminister Roberto Velasco Álvarez mitteilte, seien mittlerweile mindestens 17 mexikanische Staatsbürger durch die Einwanderungsbehörde ICE oder andere US-Behörden zu Tode gekommen. Mexiko will unter anderem die privaten Unternehmen zivilrechtlich verklagen, die die Haftzentren von ICE betreiben. Mit diesen Schritten wolle man zu einem Ende von Menschenrechtsverstößen in diesen Einrichtungen beitragen.