USA: Alexandria Ocasio-Cortez will ihre Eizellen einfrieren lassen
Die Spritze setzt sie sich vor laufender Kamera: US-Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez, 36, hat ihre Fruchtbarkeitsbehandlung öffentlich gemacht. Die als progressiv geltende Politikerin hat angekündigt, ihre Eizellen einfrieren lassen zu wollen – den Prozess möchte sie Schritt für Schritt auf Social Media dokumentieren. Auf Instagram zeigte sie sich nun in einem Video dabei, wie sie sich selbst eine Injektion in den Bauch gab. »Das war gar nicht so schlimm«, sagte sie anschließend lächelnd. Die Injektionen sind ein wichtiger Teil der Behandlung. Zehn bis vierzehn Tage vor der eigentlichen Eizellenentnahme müssen Patientinnen sich die Hormonspritzen setzen. Es gehe darum, »mehr Kontrolle über mein Leben« zu haben, begründete Ocasio-Cortez ihre Entscheidung für die Behandlung. Sie habe lange auf den Eingriff gespart. Zudem kritisierte sie, dass es vielen Frauen an verlässlichen Informationen zu dem Verfahren fehle. In ihren Instagram-Storys beantwortete sie unter anderem Fragen zu Kosten und klinischen Verfahren. Den privaten Einblick verband die Kritikerin von US-Präsident Donald Trump auch mit einer politischen Botschaft. Kritik am Kurs der Regierung In ihren Instagram-Beiträgen beklagte sie mangelnde Aufklärung. Frauen würden zu wenig über ihre Körper aufgeklärt, etwa in Pubertät, Schwangerschaft oder den Wechseljahren, sagte Ocasio-Cortez. Zudem kritisierte sie den Kurs der Regierung. In einem »politischen Umfeld«, in dem reproduktive Gesundheitsversorgung eingeschränkt werde – von Abtreibungsrechten bis zur Begleitung einer gesunden Schwangerschaft –, seien offene Gespräche wichtig. Gerade für berufstätige Frauen solle das Thema sichtbarer und normalisiert werden. Ocasio-Cortez sprach auch über die Herausforderung, die Behandlung mit ihrem Alltag als Abgeordnete zu koordinieren: Etwa sich eine Hormonspritzeninjektion direkt vor einem Interview mit dem Sender ABC zu setzen – um anschließend über internationale Ereignisse, Innenpolitik und Wahlen zu sprechen. In sozialen Netzwerken erhielt Ocasio-Cortez viel Zuspruch. Amanda Litman, Mitgründerin der Organisation Run for Something, schrieb auf X, sie sei dankbar für deren Offenheit. Die demokratische Strategin Xochitl Hinojosa betonte, es werde zu selten darüber gesprochen, was Frauen auf dem Weg zur Familiengründung durchmachen – und dankte Ocasio-Cortez für ihren Mut.