USA bestätigen Waffen im Weltraum - Systeme bleiben geheim
Militärische Aufrüstung
USA bestätigen erstmals: Haben Waffen im Weltall
Von t-online, dpa, ast
Aktualisiert am 15.09.2026 - 10:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Zum Schutz ihrer Streitkräfte setzen die USA auch auf Waffen in der Erdumlaufbahn. Über deren Fähigkeiten schweigt das Militär – die Bekanntgabe soll Gegner dennoch abschrecken.
Die USA haben erstmals offiziell bestätigt, Waffen in der Erdumlaufbahn stationiert zu haben. "Die USA verfügen über Waffen zur Weltraumkontrolle im Orbit", erklärte ein Sprecher der US Space Force am Montag. Diese seien "in der Lage, den gemeinsamen Kampfverband gegen feindliche Aktionen zu verteidigen".
Zuvor hatte US-Luftwaffenminister Troy Meink die Stationierung in einer Rede bei einer Militärkonferenz öffentlich gemacht, wie das US-Fachportal "The War Zone" (TWZ) berichtet. Um welche Waffen es sich handelt und seit wann sie sich im All befinden, blieb offen.
Bekanntgabe soll Gegner abschrecken
Meink, der sowohl für die Air Force als auch für die Space Force zuständig ist, lehnte auf Nachfragen des Portals weitere Angaben ab. Die Bekanntgabe sei für die Abschreckung wichtig. Einzelheiten offenzulegen, würde dieser hingegen nicht nützen. Ein Sprecher der Space Force erklärte gegenüber ABC News, die öffentliche Kommunikation solle auch verhindern, dass Gegner die Lage "falsch" einschätzten.
Die Weltraumkontrolle umfasse die Einsatzbereiche, "die erforderlich sind, um den Weltraum zu kontrollieren und zu verteidigen", hieß es in der Erklärung der Space Force. Dabei kämen "kinetische und nichtkinetische Mittel" zum Einsatz. Diese Fähigkeiten könnten "sowohl für offensive als auch für defensive Zwecke eingesetzt werden".
Kinetische Waffen wirken durch physischen Kontakt, anders als nichtkinetische Mittel. Letztere können etwa elektronische Störsysteme sein. Mögliche Verfahren sind etwa Laser, die optische Sensoren blenden, oder Störsender, die Satelliten beeinträchtigen. Ob die stationierten US-Systeme solche Fähigkeiten besitzen, ist nicht bekannt. Bislang hatte das US-Militär dem Fachportal zufolge lediglich bodengestützte elektronische Störsysteme als Teil seines Bestands an Antisatellitenwaffen öffentlich bestätigt.
Space Force verweist auf Russland und China
In seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump 2019 die United States Space Force als eigene Teilstreitkraft ins Leben gerufen. Sowohl Russland als auch China – die beiden geopolitischen Hauptrivalen der USA – stellen aus Sicht des US-Militärs potenzielle Bedrohungen für die amerikanischen Interessen im Weltraum dar.
China entwickele und betreibe "Weltraum- und Weltraumabwehrfähigkeiten als Teil einer Strategie zur Modernisierung des Militärs", erklärte die Space Force. Russland wiederum betrachte "den Weltraum als Kriegsschauplatz". Moskau gehe davon aus, "dass die Vorherrschaft im Weltraum ein entscheidender Faktor in zukünftigen Konflikten sein wird".
Satelliten sind für die Streitkräfte unter anderem zur Kommunikation, Aufklärung und Navigation wichtig. Angriffe könnten allerdings auch zivile Kommunikationsdienste und andere für die Wirtschaft wichtige Systeme beeinträchtigen, berichtet ABC News. Werden Satelliten zerstört, können ihre Trümmer zudem weitere Raumfahrzeuge gefährden und die Nutzung der betroffenen Umlaufbahnen erschweren.
Weltraumvertrag verbietet nicht jede Waffe
Der 1967 in Kraft getretene Weltraumvertrag, dem die USA, Russland und China angehören, verbietet die Stationierung von Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen im All. Ein generelles Verbot konventioneller Waffen in der Erdumlaufbahn enthält er hingegen nicht. Die Space Force erklärte gegenüber "TWZ", ihre Einsätze würden im Einklang mit dem Völkerrecht einschließlich des Weltraumvertrags stehen.