USA: „Der Unmut der Wähler ist schlimmer als unter Biden“
San Francisco. Noch vergangenes Jahr hätte kaum jemand in Washington auf eine demokratische Senatsmehrheit in den kommenden Zwischenwahlen gewettet. Außer Logan Phillips. Anfang 2025 gab der Gründer des Prognoseportals „Race to the White House“ den Demokraten zumindest eine Chance von rund 30 Prozent, die Kammer zu erobern.
„Ich habe dafür ziemlich viel Gegenwind bekommen“, sagte Phillips dem Handelsblatt. „Die Leute fanden das zu optimistisch.“ Inzwischen ist es auch laut anderen Prognoseinstituten gut möglich, dass den Demokraten bei den Zwischenwahlen am 3. November der Coup gelingt.
Phillips’ Modell sieht die Wahrscheinlichkeit der Übernahme der Senatsmehrheit heute bei rund 72 Prozent. Er bezeichnet das als „dramatische Wende gegenüber dem Ausgangspunkt“. Allerdings: Die Demokraten müssten vier Sitze hinzugewinnen, und nur rund ein Drittel der Senatssitze steht zur Wahl: „Das ist ein riesiger Kraftakt.“
„Race to the White House“ veröffentlicht seit Jahren Prognosen, die als besonders exakt gelten, und hat sich 2026 festgelegt: Die Chancen für eine „blaue Welle“, einen demokratischen Durchmarsch, stünden gut. Die Wahrscheinlichkeit für eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus liege demnach bei mehr als 88 Prozent.