USA planen öffentliche Hinrichtung von Nidal Malik Hasan
Für seine überraschende Ankündigung hatte sich Pete Hegseth die Zielgruppe, den Hintergrund und den Zeitpunkt genau ausgesucht. Die Botschaft des US-Verteidigungsministers richtete sich an den rechten Rand der politischen Landschaft in den USA. Ausgestrahlt von „Real America's Voice“, einem Medium, das als Rechtsaußen eingestuft wird und bei den Hardlinern unter den Anhängern von US-Präsident Donald Trump besonders populär ist. Abgegeben von Bord des Flugzeugträgers U.S.S. Abraham Lincoln. Und wohl kalkuliert eine Woche nach der verpfuschten Hinrichtung durch zwei Giftspritzen von Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee, die eine neue Debatte über die Todesstrafe auslöste. Als direkten Kontrast dazu kündigte das US-Verteidigungsministerium in Person von Hegseth an, dass die Öffentlichkeit erstmals seit 90 Jahren bei einer für den 3. Dezember angesetzten Vollstreckung einer Todesstrafe wieder dabei sein kann.
„Wir werden dafür sorgen, dass die Menschen die Hinrichtung verfolgen können. Dass es öffentlich stattfindet“, sagte Hegseth. Attentäter Nidal Malik Hasan soll durch ein Exekutionskommando erschossen werden. Von Soldaten mit Gewehren, die Hegseth an die Mentalität des Zweiten Weltkriegs erinnere, die ihm sehr gefalle: „So wie es sein sollte“. Der Rest der Welt soll dann dabei zusehen können, denn offenbar will die US-Regierung die Exekution im Livestream übertragen.
hohe Symbolik, ließ er wissen. Sie werde am selben Schauplatz des Anschlags und zur exakt gleichen Uhrzeit stattfinden. „Natürlich werden wir es in Fort Hood tun“, sagte Hegseth. „Und zwar an einem Donnerstag um 13 Uhr – genau zu der Zeit, zu der er es getan hat.“
Der Verurteilte hatte eines der schlimmsten Blutbäder auf einer amerikanischen Militäreinrichtung verübt. Es war das erste Amtsjahr von US-Präsident Barack Obama, dem der heute amtierende Verteidigungsminister vorwirft, den Vorfall nicht als Terroranschlag verurteilt zu haben. Im November 2009 eröffnete der damalige Militärpsychiater Hasan mit einer in das texanische Militärlager Fort Hood hinein geschmuggelten Privatwaffe wahllos das Feuer auf die Umstehenden. Sein Ziel war es, so viele Menschen wie möglich zu töten. Am Ende starben 13 Menschen, 32 weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt.
Vier Jahre später gestand Nidal Malik Hasan vor dem Militärgericht die Taten. Er habe es bedauert, bei dem Attentat nicht erschossen worden zu sein, denn er wollte ein Märtyrer werden. Motiviert zu der Gräueltat hätten ihn die seiner Meinung nach illegalen und unmoralischen Kriege in Afghanistan und im Irak als Reaktion der USA auf die Terroranschläge vom 11. September 2001. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor ebenfalls zu Wort gemeldet: „Wir werden einem bösartigen Mörder endgültige Gerechtigkeit widerfahren lassen.“
Die Hinrichtung fand auch deshalb landesweite Aufmerksamkeit, weil das Urteil eigentlich von einer weißen Frau hätte vollstreckt werden sollen. Sheriff Florence Thompson war eine der wenigen Frauen in einem solchen Amt und war als Witwe Nachfolgerin ihres verstorbenen Mannes in diese Funktion gelangt. Sie nahm das Angebot eines ehemaligen Polizeibeamten aus Louisville an, der anbot, das Urteil kostenfrei zu vollstrecken. Der Stadtgeschichte zu Folge erschien der Polizeibeamte betrunken am Schauplatz und war nicht in der Lage, die Hinrichtung zu vollstrecken. Ein Hilfssheriff sorgte schließlich dafür, dass sich die Falltür öffnete. Betheas Genick war auf der Stelle gebrochen und sein Tod festgestellt. Rund 20.000 Menschen sollen zu der Hinrichtung gekommen sein. Die Vollstreckung der Todesstrafe gegen Hasan wäre die erste durch die US-Militärgerichtsbarkeit seit 1961.