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USA setzt auf Sanktionen, Teheran sucht Alternativen

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Iran-Krieg ohne Ende: Trump wechselt Strategie – Teheran nennt das „wirtschaftlichen Terrorismus“

Von: Felix Busjaeger

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Sechs Monate Iran-Krieg, kein Ende in Sicht: Die USA setzen auf Sanktionen, Teheran erschließt neue Handelsrouten – und spielt auf Zeit.

Teheran/Washington, DC – Knapp sechs Monate dauert inzwischen der aktuelle Iran-Krieg an und Donald Trumps Versprechen einer schnellen Lösung des Konflikts ist einer Situation gewichen, die nachhaltig die globale Wirtschaft unter Druck setzt. In der Straße von Hormus ringen verschiedene Akteure um Kontrolle, während Teheran und Washington in ihrem jeweiligen Land um Unterstützung kämpfen. Der US-Präsident setzt im Kampf gegen die iranische Führung auf eine neue Druckstrategie: Statt militärischer Operationen setzt die Trump-Regierung nun auf einen umfassenden Wirtschaftskrieg.

Am Montag kündigte US-Finanzminister Scott Bessent weitreichende Sanktionen gegen den Iran an – und drohte auch Teherans Handelspartnern mit Konsequenzen. Wer Handel mit dem Iran treibe, werde „die volle Wucht der US-Macht spüren“. Der Iran reagierte unmittelbar und erklärte jüngst die angedrohten US-Sanktionen zu einem Akt von „staatlichem und wirtschaftlichem Terrorismus“.

Reaktion auf US-Sanktionen im aktuellen Iran-Krieg: Teheran erschließt Alternativrouten

Die neuen US-Sanktionen im aktuellen Iran-Krieg betreffen mehr als 60 Einzelpersonen und Organisationen in fünf Sektoren: digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt. Betroffen sind Einrichtungen in China, Hongkong, Großbritannien, der Ukraine, Syrien, Frankreich, Malaysia, Singapur und weiteren Ländern. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte in einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres, die USA versuchten, die „rechtmäßigen Wirtschaftsbeziehungen des Irans mit anderen Staaten zu beenden“, nachdem sie ihre Ziele durch Krieg nicht hätten erreichen können. Der Iran fordert die Staatengemeinschaft auf, die Sanktionen weder anzuerkennen noch umzusetzen.

Der Iran hat in den vergangenen Monaten begonnen, seine Wirtschaft auf alternative Wege auszurichten. Da die US-Marine eine Seeblockade iranischer Häfen durchsetzt, gewinnen Landrouten zunehmend an Bedeutung. Der Iran teilt Grenzen mit sieben Staaten, die als alternative Handelskorridore zunehmend an Bedeutung gewinnen.

„Die größte Veränderung seit dem Krieg ist, dass diese Routen nicht mehr nur regionalen Handel bedeuten“, sagte Umud Shokri, Senior Visiting Fellow an der George Mason University, gegenüber Newsweek zur aktuellen Lage im Iran-Krieg. „Sie sind Teil von Irans wirtschaftlicher Überlebensstrategie geworden.“ Allerdings räumt Shokri ein: „Lastwagen, Eisenbahnen und kleinere Häfen können das Volumen des Seehandels schlicht nicht ersetzen.“

Straße von Hormus: Oman und Teheran erzielen Einigung inmitten des Iran-Kriegs

Mehrere regionale Akteure haben sich auf die veränderte Lage in der Region eingestellt und suchten zuletzt vermehrt den Austausch mit Teheran. Pakistan öffnete etwa im April sechs Landrouten zwischen seinen Häfen Karachi und Gwadar und den iranischen Grenzübergängen Gabd und Taftan. Das Land eröffnet der Islamischen Republik zudem Zugang zum Indischen Ozean.

Gleichzeitig spielt Islamabad eine aktive diplomatische Rolle: Armeechef Asim Munir besuchte zuletzt den Iran und traf unter anderem Präsident Masoud Pezeshkian, Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und den neu ernannten Chef des nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai. Auch der Außenminister Omans, Badr Albusaidi, reiste nach Teheran. Beide Länder einigten sich auf eine vorläufige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus, allerdings unter der Bedingung, dass die USA Sanktionen aufheben und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigeben.

Am Donnerstag traf zudem Katars Premierminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani in Teheran ein, um über eine Deeskalation und die Wiederbelebung gescheiterter Verhandlungen zu sprechen. Katar hatte im Juni maßgeblich an dem Rahmenabkommen mitgewirkt, das kurzzeitig die Kampfhandlungen pausierte. Die Straße von Hormus, die vor dem Krieg mehr als ein Fünftel des globalen Öl- und Gasangebots transportierte, ist seit März weitgehend für den Schiffsverkehr gesperrt und hat die globalen Energiemärkte in eine Krise gestürzt.

Poker- statt Schachspieler: Iran spielt im Krieg aktuell gegen Trump auf Zeit

Nachdem das Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA ausgelaufen ist, bleibt die Lage im Nahen Osten unklar. Auch eine weitere Eskalation wird gegenwärtig nicht ausgeschlossen. Trump erklärte gegenüber Al Jazeera mit Blick auf die aktuelle Lage im Iran-Krieg, er sei „nicht in Eile“, Gespräche mit Teheran wiederaufzunehmen, und zeigte sich überzeugt, dass wirtschaftlicher wie militärischer Druck wirksam sei. Irans Präsident Pezeshkian schlug zuletzt moderatere Töne an: „Es ist besser, den Krieg jetzt zu beenden, solange wir uns in einer Position der Stärke und Würde befinden“, sagte er.

Ali Vaez vom International Crisis Group Think Tank warnte laut Al Jazeera hingegen vor den jüngsten Entwicklungen: Washington versuche, eine „finanzielle Apokalypse“ im Iran auszulösen, indem es Seeblockade und Sanktionen kombiniere. „Die Frage ist, ob dieses neue Kapitel des wirtschaftlichen Brinkmanship auf einen Nullsummenfeldzug zur Destabilisierung des Regimes abzielt oder als Hebel für ein Abkommen dient“, führte Vaez aus.

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