DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold +1,43 % 4.107,00 USD 22:59:54 Silber +0,34 % 57,79 USD 22:59:48 Brent 0,00 % 90,12 USD 20:28:19 WTI 0,00 % 84,67 USD 22:59:59 Bitcoin +0,49 % 63.070,00 USD 15:01:42 EUR/USD +0,52 % 1,15270 USD 23:29:53 EUR/GBP -0,31 % 0,85510 GBP 23:29:53 EUR/CHF -0,23 % 0,93060 CHF 23:29:53 EUR/JPY -3,08 % 181,491 JPY 23:29:53

USA und Japan stoppen gemeinsam Yen-Absturz

Wirtschaft

Startseite Wirtschaft US-Plan enthüllt: Ein Notizblock verrät eine Milliardenaktion – nun geht es um den Yen-Absturz Von: Marcel Reich Uns auf Google folgen Ein Foto aus einem Regierungstreffen hat eine seltene Milliardenaktion am Devisenmarkt enthüllt. Sie betrifft auch deutsche Unternehmen. Washington – Ein unachtsam fotografierter Notizblock hat eine seltene Währungsintervention enthüllt. Die USA und Japan haben gemeinsam am Devisenmarkt eingegriffen, um den Absturz des Yen zu stoppen. Für deutsche Exporteure hat die Aktion direkte Folgen. US-Finanzminister Scott Bessent soll die geplante Intervention selbst verraten haben. Auf einem Foto vom Freitag war auf seinem Notizblock zu lesen: „Japanischen Yen kaufen 5–10 Mrd. Dollar“. Der Vermerk war handschriftlich unter der Überschrift „To Do“ notiert. Notizblock verrät geplante Yen-Intervention Bessent nahm zu diesem Zeitpunkt an einem Kabinettstreffen in Camp David teil. Das Foto kursierte rasch in internationalen Medien. Zuvor hatte Bessent den Yen bereits öffentlich als „sehr unterbewertet“ bezeichnet. Das US-Finanzministerium informierte zudem mehrere Banken. Sie sollten sich „auf weitere Schritte einstellen“. Eine offizielle Stellungnahme des Ministeriums stand zunächst aus. USA und Japan greifen am Devisenmarkt ein Japan und die USA haben Insidern zufolge gemeinsam am Devisenmarkt interveniert. Es ist die erste derartige koordinierte Aktion seit 2011. Ziel war es, den Absturz des Yen auf ein 40-Jahres-Tief zu stoppen. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama will die Aktion am Montag offiziell bestätigen. Auf die Frage, ob sie eine „gemeinsame Aktion“ ankündigen werde, sagte ein Insider: „Ja. Die Operation läuft noch.“ Japan kaufte bereits am Donnerstag Yen für Dollar im New Yorker Handel. Daten der japanischen Zentralbank deuten darauf hin, dass dabei bis zu 58,97 Milliarden US-Dollar eingesetzt wurden. Kurz nach einer Pressekonferenz von BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda stieg der Yen-Kurs sprunghaft an. Marktteilnehmer vermuten eine weitere Interventionsrunde. Yen-Verfall hängt mit Zinsdifferenz zusammen Hintergrund des Yen-Verfalls ist die wachsende Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan. Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Kurs deutlich verschärft. Die Bank of Japan hingegen hielt ihre Geldpolitik zuletzt unverändert, signalisierte jedoch eine baldige Zinserhöhung. Japans Währungsdiplomat Atsushi Mimura erklärte nach dem Kursanstieg des Yen: „Als der für die Währungspolitik Verantwortliche möchte ich künftig in enger Abstimmung mit der Geldpolitik reagieren.“ Japan verweist auf Dollar-Liquidität der Fed Das japanische Finanzministerium veröffentlichte zudem einen seltenen englischsprachigen Beitrag auf der Plattform X. Darin verwies es auf Instrumente zur Sicherung der Marktliquidität – darunter eine Repo-Fazilität der US-Notenbank. Diese Fazilität wurde 2020 während der Corona-Pandemie eingeführt. Sie erlaubt Japan, Dollar-Liquidität zu beschaffen, ohne US-Staatsanleihen verkaufen zu müssen. Der frühere BOJ-Beamte Nobuyasu Atago erklärte die Kooperation mit gemeinsamen Interessen beider Länder. „Sowohl die USA als auch Japan laufen Gefahr, dass die Inflation wieder anzieht und ihre Zentralbanken in Rückstand geraten. Sie sehen Vorteile in einer Zusammenarbeit“, sagte Atago. Schwacher Yen belastet deutsche Exporteure Die Währungsintervention ist auch für die deutsche Wirtschaft relevant. Ein schwacher Yen verbilligt japanische Exportprodukte auf dem Weltmarkt. Davon profitieren japanische Konzerne wie Toyota oder Sony gegenüber deutschen Wettbewerbern wie Volkswagen, BMW oder Siemens. Eine Stärkung des Yen durch die Intervention verringert diesen Wettbewerbsnachteil für deutsche Unternehmen. Zugleich warnen Analysten vor Risiken durch steigende US-Anleiherenditen. Würde Japan zur Finanzierung der Yen-Käufe massiv US-Staatsanleihen verkaufen, könnten die Renditen steigen. Das würde auch europäische Finanzmärkte belasten. Die Nutzung der Fed-Repo-Fazilität soll genau dieses Szenario verhindern. Wirtschaftsminister Minoru Kiuchi betonte am Sonntag: „Es ist sehr wichtig, das Vertrauen der Märkte in Japans Haushaltsstabilität zu erhalten.“ (Quellen: Bloomberg, Financial Times, Reuters) (mare)

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