USA und Südafrika: USA verhängen Sanktionen gegen Südafrika
Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Südafrika verhängt. Die USA würden Visa südafrikanischer Amtsträger widerrufen sowie Anträge ablehnen, sollten die betroffenen Regierungsvertreter an nach Darstellung der US-Regierung diskriminierenden Gesetzen und Maßnahmen gegen weiße Menschen beteiligt sein. Dazu gehörten Landenteignungen sowie Gewaltaufrufe gegen weiße Menschen.
»Die Vereinigten Staaten werden ein solches Verhalten nicht ungeahndet lassen«, sagte US-Außenminister Marco Rubio. Er nannte weder konkrete Amtsträger noch Belege für die Vorwürfe gegen südafrikanische Regierungsvertreter. Zuletzt hatten die USA die südafrikanische Delegation vom G20-Gipfel ausgeschlossen.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte Südafrika bereits mehrmals die angebliche Ungleichbehandlung weißer Bauern vorgeworfen. Im vergangenen Jahr hatte Trump die US-Finanzhilfen für Südafrika eingestellt und ein Flüchtlingsprogramm für weiße Südafrikaner aufgelegt. Er begründete dies mit dem Vorwurf, die südafrikanische Regierung benachteilige Landbesitzer aus angeblich rassistischen Motiven und schüre Gewalt gegen sie.
Vorwurf der Gewalt gegen Weiße unter Rechtsextremen verbreitet
Der südafrikanische Präsident, Cyril Ramaphosa, weist die Diskriminierungsvorwürfe zurück. Auch der von der US-Regierung vorgebrachte Vorwurf, Südafrika benachteilige weiße Landbesitzer, wies die südafrikanische Regierung mehrfach zurück. Trumps Darstellung von einem angeblichen »weißen Genozid« ist in rechtsextremen Kreisen verbreitet. Fachleuten zufolge trifft sie nicht zu. Zwar gibt es in Südafrika Gewaltkriminalität, die auch Landwirte betrifft – allerdings quer durch alle Bevölkerungsgruppen.
Von den rund 62 Millionen Einwohnern Südafrikas sind etwa 2,7 Millionen Nachfahren weißer Siedler. Sie gehören zu den reichsten und erfolgreichsten Bevölkerungsgruppen im Land. Drei Jahrzehnte nach dem Ende der Apartheid ist der Großteil des Ackerlandes in Südafrika immer noch im Besitz von Weißen.