USA und Südkorea verkürzen Militärmanöver um fast eine Woche
Das südkoreanische und das US-amerikanische Militär haben sich auf Wunsch der USA darauf geeinigt, ihre traditionelle gemeinsame Militärübung im Sommer dieses Jahr deutlich zu verkürzen. Das teilten südkoreanische Regierungsvertreter mit. Demnach enden die seit Montag in Südkorea laufenden Übungen bereits am Freitag und nicht wie ursprünglich geplant am 27. August. Außerdem sollen die Übungen im Gelände verkleinert werden. Aus Seoul hieß es etwas kryptisch, beide Länder würden verschiedene Maßnahmen beraten und umsetzen, um die Ziele der Übungen zu erreichen und ihre gemeinsame Verteidigungsbereitschaft zu stärken. Trump hatte Kürzung angekündigt Eine offizielle Begründung, warum das Manöver verkürzt wird, gibt es nicht. US-Präsident Donald Trump hatte aber vor wenigen Tagen auf seiner Online-Plattform Truth Social angeordnet, die amerikanische Beteiligung deutlich zurückzufahren. Als Gründe nannte er in einem Online-Post die nach seinen Angaben guten Beziehungen zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un sowie die Weigerung Südkoreas, sich am US-Krieg gegen Iran zu beteiligen. Südkoreas Außenminister: Trump will Druck ausüben Wie Südkoreas Außenminister Cho Hyun nun mitteilte, waren weder die südkoreanische Regierung noch US-Vertreter vor Trumps Online-Post über den Schritt informiert worden. Cho nannte die Einschränkungen beim Militärmanöver ein Druckmittel der USA. Südkorea solle damit zur Unterstützung im Iran-Krieg gebracht und zur Eile bei Investitionsvorhaben in den USA gedrängt werden. Laut Cho könnte auch Unmut der USA über ein 2025 unterzeichnetes Handelsabkommen einer der Hintergründe sein. Südkorea hatte darin zugestimmt, 350 Milliarden Dollar in den USA zu investieren. Die Regierung in Seoul hat bislang aber keine Details zu dem Vorhaben veröffentlicht. Man habe bei dem Plan nicht schneller vorankommen können, da Faktoren wie wirtschaftliche Rentabilität und rechtliche Verfahren berücksichtigt werden müssten, sagte der Außenminister. Nordkorea kritisiert die Manöver seit Langen Das Militärmanöver mit dem Namen "Ulchi Freedom Shield" ist vor allem eine computergestützte Kommandostabsübung. Dabei trainieren die USA und Südkorea den Umgang mit einem möglichen Angriff Nordkoreas. Die Übungen und ein ähnliches Manöver im Frühjahr sind eine zentrale Säule des Bündnisses beider Länder, das auf den Koreakrieg von 1950 bis 1953 zurückgeht. Zugleich sind sie seit Langem ein Streitpunkt mit Nordkorea. Das Regime in Nordkorea bezeichnet die Manöver als Vorbereitung auf eine Invasion und reagiert regelmäßig mit provokativen Raketentests. Auch wenige Tage vor Beginn der diesjährigen Übungen feuerte Nordkorea zwei ballistische Raketen ins Meer. Bei der diesjährigen Übung sollten Berichten zufolge zunächst vor allem Verteidigungsoperationen gegen simulierte nordkoreanische Angriffe trainiert werden und anschließend Gegenoffensiven. Laut einem Bericht des öffentlich-rechtlichen südkoreanischen Rundfunksenders KBS wurden die Übungen zur Gegenoffensive nun gestrichen. Experte warnen vor Schwächung des Bündnisses Viele Experten warnen, Trumps Anordnung könne die gemeinsame Einsatzbereitschaft der US-amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte beeinträchtigen und langfristig ihr seit Jahrzehnten bestehendes Bündnis schwächen. Nordkorea reagierte bislang nicht auf Trumps Annäherungsversuch. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA kritisierte lediglich die Militärübungen. Viele Experten gehen davon aus, dass Diktator Kim angesichts seines fortschreitenden Atomprogramms und der zunehmenden militärischen Zusammenarbeit mit Russland nicht so schnell auf Trumps Annäherung eingehen dürfte - es sei denn, die USA böten größere Zugeständnisse an. Laut Medienbericht Treffen zwischen Trump und Kim möglich Wie die US-Zeitung Wall Street Journal unter Berufung auf nicht genannte US-Beamte berichtet, will Trump Kim noch in diesem Herbst treffen - möglicherweise beim Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im chinesischen Shenzhen im November.