USA verbieten Einfuhr ausländischer humanoider Roboter
Die US-Regierung verbietet die Einfuhr von im Ausland hergestellten Robotern, die sich selbst fortbewegen können. So sollen unter anderem künftige Modelle zweibeiniger und vierbeiniger Roboter nur noch mit einer speziellen Genehmigung, etwa vom Verteidigungsministerium, zugelassen werden, wie die Telekommunikationsaufsicht FCC mitteilte. Das wird vor allem chinesischen Herstellern den Weg auf den US-Markt versperren - und amerikanische Entwickler vor deren Konkurrenz abschirmen. Die FCC (Federal Communications Commission) verwies zur Begründung auf die Netzwerk-Fähigkeiten der Roboter. Diese könnten für Spionage oder Überwachung von Amerikanern missbraucht werden - und um die Roboter fernzusteuern. Bestehende Modelle, die von der FCC bereits zugelassen wurden, dürfen weiterhin importiert und genutzt werden. Roboter für Industrieproduktion ausgenommen Als mobile Roboter definiert die US-Regierung mehr als zwei Kilogramm schwere technische Geräte, die sich selbst fortbewegen und Hindernissen ausweichen können sowie Sensoren, Netzwerk-Anbindung und Software zum autonomen Navigieren haben. Diese Beschreibung könnte auch auf fortgeschrittene Modelle von Saugrobotern zutreffen. Das ist ein Geschäftsfeld, in dem chinesische Anbieter den US-Vorreiter iRobot geschlagen haben. Stationäre Roboter etwa für die Industrieproduktion sind von dem Verbot ausdrücklich ausgenommen. Wettlauf mit China um Zukunftsgeschäft Zweibeinige humanoide Roboter und vierbeinige Modelle, die an große Hunde erinnern, gelten als wichtiges Zukunftsgeschäft. Vor allem in den USA und China arbeiten viele Unternehmen daran. So werden einige Roboter der Silicon-Valley-Firma Figure AI für einfache Aufgaben auf Produktionslinien eingesetzt. Beim Elektroauto-Hersteller Tesla will Firmenchef Elon Musk in diesem Jahr die Fertigung des Roboters Optimus starten, den er bereits jetzt als "bei Weitem das größte Produkt aller Zeiten" ankündigt. Der Markt für menschenähnliche Roboter wird von China dominiert. Analysten schätzen, dass inzwischen rund 85 Prozent der humanoiden Roboter auf dem Weltmarkt aus der Volksrepublik kommen. Die Ankündigung der FCC könnte die angespannten Beziehungen zwischen Washington und Peking weiter belasten. Entsprechend verärgert reagierte die chinesische Regierung. Man wehre sich dagegen, das Konzept der nationalen Sicherheit auszuweiten, um chinesische Firmen zu unterdrücken, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning. Protektionismus helfe der Wettbewerbsfähigkeit der USA nicht und schade den Interessen amerikanischer Verbraucher. China werde notwendige Maßnahmen ergreifen, um die Interessen seiner Unternehmen zu verteidigen, sagte Mao. Verbot auch für Einfuhr von Wechselrichtern Neben Robotern verbot die FCC auch die Einfuhr von Wechselrichtern, die ein zentrales Bauteil für Solarstromanlagen sind. Wechselrichter wandeln den von Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, womit er ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Auch hier werden vor allem chinesische Anbieter betroffen sein, die auf dem Weltmarkt führend sind. Die FCC verwies auch hier auf Risiken der Netzwerk-Anbindung, wodurch die Technik abgeschaltet oder zur Datensammlung missbraucht werden könne.