USA verhandeln über Zugriff auf Venezuelas Ölfelder
Washington und Caracas diskutieren einen Deal über mindestens 17 Öl- und Gasfelder mit 90 Milliarden Barrel Reserven.
Die Trump-Regierung steht nach übereinstimmenden Medienberichten kurz vor einem Abkommen, das den USA direkten Zugriff auf einen erheblichen Teil der venezolanischen Energiereserven sichern würde.
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Wie das Wall Street Journal berichtete, befinden sich beide Seiten in fortgeschrittenen Gesprächen über eine US-Beteiligung an mehr als einem Dutzend Ölfeldern, die fast ein Drittel der gesamten venezolanischen Reserven beherbergen.
Die verhandelten 90 Milliarden Barrel nachgewiesener Reserven wären fast doppelt so viel wie die gesamten Reserven der USA. s Ölvorkommen werden auf insgesamt 300 Milliarden Barrel geschätzt, was die größten der Welt sind.
Noch sind zentrale Fragen offen: Unklar ist etwa, ob Washington Joint Ventures mit privaten Firmen gründen oder Unternehmen mit der Erschließung beauftragen würde. Laut Bloomberg wird zudem ein 100-jähriger Pachtvertrag für mehrere Felder diskutiert.
Quasi beispiellose Dimension
Eine direkte Beteiligung der US-Regierung an ausländischer Ölförderung in dieser Größenordnung wäre historisch nahezu einmalig.
Zuletzt versuchte die Roosevelt-Regierung im Zweiten Weltkrieg über ein staatliches Unternehmen, Zugang zu saudischen Ölkonzessionen zu erlangen. Das Vorhaben scheiterte allerdings.
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Die Verhandlungen führen auf US-Seite Außenminister Marco Rubio und Deputy Chief of Staff Stephen Miller, auf venezolanischer Seite Interimspräsidentin Delcy Rodríguez.
Rubio gilt seit der Festnahme und Entführung von Ex-Präsident Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte im Januar 2026 als faktischer Regent des südamerikanischen Landes.
Energiesicherheit als strategisches Kalkül
Hinter dem Deal steht ein konkretes geopolitisches Motiv: Der Krieg gegen den Iran hat laut den Berichten einen Großteil der weltweiten Öl- und Gasvorkommen hinter der Straße von Hormus blockiert.
Die strategische US-Ölreserve befindet sich laut einer Axios-Analyse auf einem 40-Jahres-Tief. Bereits im Frühjahr strömten US-Ingenieure, Anwälte und Ölkonzerne zurück nach Caracas, um die Wiederbelebung der maroden Felder vorzubereiten.
Die venezolanische Förderung liegt aktuell bei rund 1,1 Millionen Barrel pro Tag – weniger als die Hälfte des Volumens von vor einem Jahrzehnt. Große US-Ölkonzerne halten sich trotz der politischen Wende bislang mit umfangreichen Investitionen zurück.
Möglicher OPEC-Austritt als Druckmittel
Parallel zu den Verhandlungen erwägt Caracas laut Bloomberg einen Austritt aus der OPEC, die von Venezuela im Jahr 1960 mitgegründet wurde. Der Schritt würde das ohnehin angeschlagene Kartell weiter schwächen, nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate vor vier Monaten.
Einige US-Beamte stellen sich dem Bericht zufolge eine neue "Öl-Großmacht" aus einem Bündnis USA–Venezuela vor, die den OPEC-Einfluss erheblich schmälern könnte.
Scharfe Kritik kommt von der venezolanischen Opposition.
Der Harvard-Ökonom und Ex-Regierungsbeamte Ricardo Hausmann schrieb auf X, eine "illegitime Übergangsregierung" habe "keinerlei Legitimität, dieses verfassungswidrige Abkommen abzuschließen". Es werde "ein Fiasko für alle Beteiligten" laut Kritikern.
Das Weiße Haus und das Büro von Rodríguez äußerten sich den Berichten zufolge zunächst nicht.